Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Personenkult im 20. und 21. Jahrhundert

(hpd) Der von Thomas Kunze und Thomas Vogel herausgegebene Sammelband "Oh Du, geliebter Führer. Personenkult im 20. und 21. Jahrhundert" präsentiert eine Fülle von Fallstudien zur öffentlichen Huldigung von meist diktatorisch agierenden Politikern. Den überaus interessanten Texten hätte aufgrund ihrer doch mehr beschreibenden Ausrichtung indessen ein Mehr an Analyse und Systematik gut getan.

Die Rettung der dänischen Juden

(hpd) Der Journalist Bo Lidegaard beschreibt in seinem Buch „Die Ausnahme. Oktober 1943: Wie die dänischen Juden mithilfe ihrer Mitbürger der Vernichtung entkamen“ anhand von Augenzeugenberichten ein beeindruckendes Beispiel menschlicher Zivilcourage. Damit bringt er anschaulich und faszinierend ein bedeutendes historisches Ereignis ins Licht öffentlichen Interesses, neigt aber auch mit seiner monokausalen Deutung zu einer Idealisierung der politischen Kultur Dänemarks.

Dogmatisch-fanatischer Salafismus

(hpd) Die Osnabrücker Islamwissenschaftler Rauf Ceylan und Michael Kiefer legen den ersten deutschsprachigen Band zu dieser dogmatischen und fanatischen Strömung unter Muslimen vor. Gerade weil die Autoren sich durch große Sachkenntnis auszeichnen, bedauert man den fragmentarischen Charakter der Darstellung oder das Fehlen von konkreten Beispielen.

Die Vorteile des Gebens

(hpd) Der Organisationspsychologe Adam Grant zeigt anhand von Fallbeispielen und Studien auf, dass das Sozialverhalten des Gebens auch in der Arbeitswelt mehr Vorteile als das des Nehmens bringt. Das populärwissenschaftlich geschriebene Werk liefert damit gute Argumente für einen Wertewandel auf Basis von Fakten und nicht von netten Wünschen.

Plädoyer für eine artgerechte Menschenhaltung

(hpd) Der Biowissenschaftler und Evolutionstheoretiker Franz M. Wuketits macht auf die negativen Folgen einer gesellschaftlichen Entwicklung gegen die natürlichen Prägungen der Menschen aufmerksam. Erneut ist dem Autor eine anschauliche und Erkenntnisfördernde Darstellung für ein größeres Lesepublikum zu aktuellen gesellschaftlichen Problemen gelungen.

Kritik Israels mit jüdischer Ethik?

(hpd) Die Philosophin Judith Butler versucht in ihrem Buch eine jüdische Ethik zur Kritik der israelischen Palästinenserpolitik zu entwickeln. Während ihre Rekurse auf jüdische Denkerinnen und Denker des 20. Jahrhunderts von Bedeutung sind, bleibt sie bei der Betrachtung des Israels der Gegenwart all zu platt ihrer „Schwarz-Weiß-Perspektive verhaftet.

Innenansichten von Scientology

(hpd) Der Journalist Lawrence Wright berichtet in seinem Buch, auf Basis von Gesprächen mit ehemaligen Anhängern von Scientology, über Entwicklungen in der Organisation, wobei insbesondere die Bedeutung von Mitgliedern in der Filmindustrie thematisiert wird. Zwar handelt es sich um eine eingängige, interessante und spannende Darstellung einzelner Ereignisse, der aber eine eigene Analyse und Einordnung fehlt.

Abschied vom Christentum

(hpd) Der Philosophiehistoriker Kurt Flasch legt in seinem Buch aus historischer, philosophischer, politischer und sprachlicher Sicht seine Gründe für den öffentlich bekundeten Abschied vom Christentum vor. Das Buch erhält durch die öffentliche Wertschätzung seines Autors besondere Bedeutung, wenngleich seine Darstellungen und Deutungen keineswegs als neu oder ungewöhnlich gelten können.