Ingo Wulf

Artikel des Autoren

Karl, der durchgestrichne Große

BERLIN. (hpd) Der Strich durch den Namenszusatz "der Große" auf dem Buchdeckel deutet es bereits an: Der Historiker Rolf Bergmeier sieht Karl vermutlich nicht als einen "Großen". Das scheint im ersten Moment nichts zu sein, was einem den Schlaf rauben muß. Karl ist mehr als 1200 Jahre tot. Warum war es dem Autor die Mühe eines Buches wert, sich mit der Frage nach seiner Größe zu befassen?

Inflation, hausgemacht.

BERLIN. (hpd) Der Urgroßvater konnte Kaufkraft und Inflation noch über den Daumen peilen: Wieviele Schuhe bekomme ich heute für meinen Wochenlohn? Wie war das vor ein paar Jahren? Setzt man dazu die Zahlen, die den Wochenlohn jeweils ausdrücken, so hat man recht schnell einen Eindruck von der Sache. Wem das zu retro oder zu provinziell ist, der kann auch den Big-Mac-Index bemühen. Der ist global und cool, aber inhaltlich kaum besser. Und in Wirklichkeit ist das alles ohnehin viel komplizierter. Oder nicht?

Ökonomie paradox

BERLIN. (hpd) Der Alltag ist für viele Menschen so tief von ökonomischen Zusammenhängen beeinflusst, dass man die Bedeutung der Ökonomie als Wissenschaftsdisziplin mit jener der Medizin und der Ingenieurwissenschaften vergleichen kann. Aber anders als etwa in der medizinischen Forschung oder den Entwicklungen im Maschinenbau wirken wirtschaftswissenschaftliche Bemühungen oft seltsam kraftlos.

Freihandel oder TTIP?

BERLIN. (hpd) Die Kritik an TTIP hat sich mittlerweile herumgesprochen. Beim Freihandel geht es um den Abbau von Handelshemmnissen - bei TTIP vermutlich in recht spezieller Weise. Rechtsprechung am Rechtsstaat vorbei, "Verbraucher"-Schutz als Schutz vor dem "Verbraucher", Datenschutz und Beschäftigtenrechte entsprechend - das sind Themenpakete, die da wohl viel weiter oben stehen als Einfuhrbürokratie und Zölle. Etwas verkürzt geht es um die Handelshemmnisse Staat, Freiheit und Demokratie. Aus Sicht der Wirtschaft ist das verständlich. Aber warum gerade jetzt?

Kopernikus: Sonne und Inflation

BERLIN. (hpd) Wenn man an interessante ökonomische Schriften denkt, mag man je nach Aufgabenstellung und Vorliebe wohl auf ganz verschiedene Autoren kommen. Nikolaus Kopernikus ist eher seltener dabei. Kopernikus war Astronom. Das wohl Bedeutendste, was er uns schriftlich hinterließ, war seine Astronomie, die die Sonne in die Mitte des Planetensystems rückte. Daneben befaßte er sich aber auch mit ganz anderen Dingen, darunter Jura, Medizin und eben Ökonomie.

Ökonomie und Demokratie

BERLIN. (hpd) In verschiedener Hinsicht sind Wirtschaft und Demokratie ein Paar wie Feuer und Wasser. Hier werden Entscheidungen von Einzelnen getroffen, dort sind sie Ergebnis eines Prozesses, an dem viele Menschen beteiligt sind. Hier wie dort berühren diese Entscheidungen aber das Leben sehr vieler Menschen und beides findet zur selben Zeit in derselben Welt statt. Spannungen sind da keine Überraschung.

Wachstum - und kein Ende?

BERLIN. (hpd) In der Schule erfährt mancher von einem Experiment, bei dem sich die Zahl gewisser Einzeller in einer Petrischale in 20 Minuten verdoppelt. Dann wird eine schaurige Vision entwickelt, wonach diese Spezies in erstaunlich kurzer Zeit die Erdoberfläche kniehoch besiedelt. Analog dazu hat schon mancher Mathelehrer Schüler dazu angeregt, einen Zeitungsbogen 40 mal zu falten, verbunden mit der Frage, wie oft das Ergebnis dann um die Erde reichen würde. Geht beides nicht? Aber mit dem Wirtschaftswachstum ist das etwas anderes. Sicher.