Max-Planck-Gesellschaft

Artikel der Autorin

Elternschaft - eine Persönlichkeitsfrage

Der Geburtenrückgang in vielen Industriestaaten seit Mitte der 1950er-Jahre ist unter anderem auf einen Wertewandel zurückzuführen. Menschen entscheiden individueller, ob sie Kinder haben wollen oder nicht. Welche Rolle dabei Persönlichkeitsmerkmale wie Empathie oder Extrovertiertheit spielen, hat Steffen Peters vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung untersucht.

Ötzi: dunkle Haut, Glatze, anatolische Vorfahren

Schon 2012 wurde Ötzis Genom entschlüsselt, als erstes Genom einer Mumie und mit wichtigen Erkenntnissen zum Erbgut prähistorischer Europäer. Die seitdem erzielten Fortschritte in der Sequenziertechnologie ermöglichten nun einem Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und von Eurac Research eine sehr viel exaktere Rekonstruktion seines Genoms.

Jungsteinzeitliches Langhaus

Stammbäume aus Europas Jungsteinzeit

Die Bestattungen eines jungsteinzeitlichen Gräberfeldes Gurgy "les Noisats" im heutigen Frankreich offenbarten unerwartet große Familienstammbäume, mit deren Hilfe es einem deutsch-französischen Forschungsteam gelungen ist, erste Einblicke in die Sozialstruktur frühbäuerlicher Gemeinschaften vor 6.700 Jahren zu gewinnen. Die Forschenden fanden Hinweise auf eine enge verwandtschaftliche Linie, die durch Monogamie, "Außenheirat" mit Partnergemeinschaften und generell stabile Zeiten geprägt war.

Here comes the sun

Musik ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Was einen Song auf dem hart umkämpften Musikmarkt letztlich erfolgreich macht, bleibt jedoch selbst für Fachleute oft ein Rätsel. Ein internationales Forschungsteam  hat herausgefunden, dass Umweltfaktoren wie beispielsweise Wetterbedingungen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Hörerpräferenzen und -entscheidungen spielen können – und damit auch Einfluss auf den Erfolg eines Songs auf dem Markt haben könnten.

 künstlerische Darstellung

Aus Staub geboren

Das Leben auf der Erde, wie wir es heute kennen, ist vielen Zufällen zu verdanken – und dem Planeten Jupiter. Seine gewichtige Rolle im Sonnensystem ist ein Aspekt von dessen bewegter Geschichte, die Thorsten Kleine und Joanna Drążkowska vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung anhand von Meteoriten und Computersimulationen untersuchen.

Die Verortung des Anthropozäns

Offiziell leben wir noch in der geologischen Epoche des Holozän. Doch der Mensch verändert das Erdsystem in einem Ausmaß, dass bereits von einem neuen Zeitalter die Rede ist: dem Anthropozän. Klare wissenschaftliche Belege, vor allem ein konkreter Referenzort für die neue Epoche fehlten jedoch bisher. Diese Lücke hat eine internationale geologische Arbeitsgruppe nun geschlossen. Ein kleiner See in Kanada soll künftig für die Wissenschaft den Übergang in das Zeitalter des Menschen bezeugen.

Ein kleines Fragment des Campo-del-Cielo-Eisenmeteoriten.

Schöpfung im Labor

Eines ist sicher: Das Leben auf der Erde ist sehr früh in der Geschichte des Planeten entstanden. Doch auf die Fragen hin, wie und wo sich die ersten organischen Moleküle gebildet haben, gibt es bisher nur wenige konkrete Antworten. Eine populäre Theorie vermutet die Brutstätte des Lebens an hydrothermalen Schloten tief unter dem Meer. Forscherinnen und Forscher schlagen ein neues plausibles Szenario für den Ursprung des Lebens auf der Erde vor: Meteoriten. Das in ihnen enthaltene Eisen könnte entscheidend dazu beigetragen haben, dass sich die ersten Bausteine des Lebens bildeten.

Kleines rotbraunes Massiv aus zusammengebackenen, ölgesättigten Sedimenten

Mikroorganismen bauen Erdölbestandteile im Meeresboden ab

Der Meeresboden beherbergt rund ein Drittel aller Mikroorganismen der Erde und ist auch in einer Tiefe von mehreren Kilometern noch besiedelt. Nur wenn es zu heiß wird, scheinen die Mikroorganismen passen zu müssen. Aber wie und wovon leben Mikroorganismen in den Böden der Tiefsee? Wie funktionieren Stoffwechselkreisläufe und wie interagieren die einzelnen Mitglieder dieser verborgenen Gemeinschaften? Forschende konnten nun erstmals in Laborkulturen nachweisen, wie Erdölbestandteile durch Archaeen abgebaut werden.

Afrikanischer Rauch über dem Amazonas

Bis zu zwei Dritteln des Rußes über dem zentralen Amazonas-Regenwald hat seinen Ursprung in Afrika. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die jetzt in Nature Communications Earth and Environment veröffentlicht wurde. Forschende unter Leitung des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität von Sao Paulo unterschieden Rußpartikel anhand ihrer Eigenschaften und ordneten sie ihren Quellen zu. Sie fanden heraus, dass Buschfeuer und brennende Savannen im nördlichen und südlichen Afrika das ganze Jahr über erheblich zur Luftverschmutzung in Zentralamazonien beitragen.