Religionsunterricht abschaffen!

In der heutigen Jungen Welt findet sich ein Interview mit Rainer Ponitka, dem Pressesprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) in Nordrhein-Westfalen. Darin fordert er die Abschaffung des Religionsunterrichts in staatlichen Schulen.

"Als das Grundgesetz verabschiedet wurde, waren noch über 90 Prozent der Bevölkerung Mitglied einer der großen christlichen Kirchen, von daher mag eine Finanzierung des Religionsunterrichtes aus der Steuerlast aller Bürger gerechtfertigt gewesen sein... Inzwischen sind knapp 37 Prozent der Bevölkerung konfessionslos; doch auch sie müssen den konfessionellen Religionsunterricht finanzieren – sowie auch die Ausbildung, Besoldung und die Altersbezüge der Religionslehrer."

Im Interview berichtet Ponitka, welchen Ausgrenzungen und Diffamierungen Schüler ausgesetzt sind, die nicht am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen (wollen). Viele Schulen informieren nicht einmal darüber, dass dieser auch für konfessionsangehörige Schülerinnen und Schüler freiwillig ist.

Noch immer finden sich in vielen Schulen religiöse Symbole in Lehrer- und Klassenzimmern; "wodurch Schüler gezwungen sind, 'unter dem Kruzifix' zu lernen." Das ist keine Übertreibung, sondern System, "denn in manchen Landesverfassungen und Schulgesetzen findet sich als Erziehungsziel auch immer noch die 'Ehrfurcht vor Gott'."

Quelle

Kommentare (4)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mo. 2 Feb 2015 - 12:14

Wer traut sich das Grundgesetz für die Abschaffung des ReLügionsunterrichts zu ändern? Momentan sehe ich niemanden. Eine geläuterte, auferstandene FDP könnte eines Tages daran mitwirken. Bis dahin bleibt Aufklärung als einziges Mittel. Je mehr Eltern die Sinnlosigkeit des ReLügionsunterrichts erkennen und ihre Kinder abmelden, desto schwerer wird dessen Begründung im Schulalltag werden. Gestraffte Lehrpläne, mehr Unterrichtsstoff in kürzerer Zeit schreien geradezu nach Entschlackung der Lehrpläne. Und ein Fach, das mit wesentlichen Kernelementen gegen unsere anerkannte Wirklichkeit steht, das also Lügen über Schöpfung, Gott, Teufel, Himmel, Hölle, Jenseits, Auferstehung, Jesus, Himmelfahrt, Heiligen Geist, Sinn des Lebens und Moral verbreitet und in die Köpfe unserer Kinder eingräbt, ist nicht nur verzichtbar, sondern schädlich. Es steht diametral zur positiven Entwicklung der Menschheit. Wir müssen vereinen, nicht spalten, wir müssen erkennen, nicht glauben, wir müssen lernen, nicht beten. Also: Klärt die Eltern auf, was sie ihren Kindern antun, wenn sie weiterhin in den ReLügionsunterricht geschickt werden...

Saskia Bertsch (nicht überprüft)

Mo. 2 Feb 2015 - 18:21

Antwort auf von Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Nicht den Relligionsunterricht abschaffen sondern ersetzen. Und zwar durch einen überkonfessionellen Ethik- und Kulturgeschichte Unterricht schon in den niedrigen Klassen.
Nicht indoktrinieren sondern aufklären.
Wer darüber hinaus Unterricht in seiner eigenen Konfession will soll diesen von der entsprechenden Institution einfordern, nicht von der staatlichen Schule.

Reinhard (nicht überprüft)

Mo. 2 Feb 2015 - 13:55

Das wäre schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Übrigens: bitte auch gleich diese Kruzifixe in Krankenhäusern abhängen!

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 3 Feb 2015 - 02:04

Keine Schüler-Abmeldung vom Reli-Unterricht wird verhindern, dass dieser Unterricht als sog. (nebenbei einziges!) 'ordentliches' Schulfach aus dem Grundgesetzt gestrichen wird; vollkommen illusorisch. Massive Abmeldungen könnten jedoch dazu beitragen, dass das GG eines Tages mit entsprechender politischer Mehrheit geändert wird.

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