Verpflegung in der Unterkunft für Geflüchtete in Scheinfeld

Ramadan auch für Ungläubige?

Ein Nürnberger Caterer ist von den Behörden angewiesen worden, für bestimmte Einrichtungen, in denen Geflüchtete untergebracht sind, nicht mehr zu den üblichen Essenszeiten das Essen zu liefern. Es solle darauf Rücksicht genommen werden, dass nach dem Koran Fastenzeit (Ramadan) ist. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Behörde soll es sich dabei um mehr als tausend Essen täglich handeln. Diese Regelung betrifft aber auch viele Menschen, die sich nicht an diese religiöse Regelung halten wollen.

Es ist zu vermuten, dass muslimische Verbände ihren Einfluss auf die Behörden geltend gemacht haben. Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Erlangen bezeichnet es als richtig, wenn Geflüchtete auch im Fluchtland Deutschland ihren Glauben leben können. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass man Menschen mit anderem Glauben oder anderer Weltanschauung zwingt, sich religiösen Regeln zu unterwerfen, die für sie keine Bedeutung haben. Deshalb hat der bfg Erlangen ein Schreiben an den Landrat des Landkreises Neustadt a.d. Aisch/Bad Windsheim verfasst, das der hpd in voller Länge hier veröffentlicht.

Verpflegung in der Unterkunft für Geflüchtete in Scheinfeld

Sehr geehrter Herr W.,

ein Geflüchteter, der in Scheinfeld wohnt, hat mir mitgeteilt, dass mit Beginn des Ramadan es zu einer neuen Verteilung der Essensausgabe gekommen ist.

Offensichtlich hat man für die Zeit des Ramadan mit dem Nürnberger Caterer vereinbart, dass das warme Essen nicht mehr in der Mittagszeit zur Verfügung gestellt wird, sondern erst dann, wenn es für gläubige Muslime in dieser Zeit erlaubt ist, zu essen.

In der Unterkunft für Geflüchtete in Scheinfeld leben aber nicht nur Menschen, die sich an diese Fastenregeln aus dem Koran gebunden fühlen, sondern auch Menschen, die einen anderen Glauben oder Weltanschauung haben.

Wie mir berichtet worden ist, spielen die Essensgepflogenheiten dieser Menschen dann keine Rolle, wenn der Wunsch nach veganer oder vegetarischer Ernährung geäußert wird.

Wie mir aus dem Landratsamt mitgeteilt wurde, habe man eine Erhebung durchgeführt und daraus den Wunsch der Mehrheit gefolgert, dass in der Zeit des Ramadan die Vorschriften des Koran eingehalten werden sollen.

Ich bezweifele, dass eine solche Erhebung Aufgabe der Behörde ist. Auch in Deutschland leben z.B. Christen, die ihren Glauben nicht mehr praktizieren und Christen, die die Regeln ihrer Religionsgemeinschaft leben.

Nach meiner Kenntnis gibt es in den Ländern, in denen der Islam verbreitet ist, keine Kirche mit formaler (registrierter) Glaubenszugehörigkeit.

In meinem persönlichen Umfeld leben Menschen, die sich als Muslime bezeichnen, die Regeln aber kaum beachten. Mit Sicherheit gibt es auch in den Ländern, wie z.B. der Türkei oder dem Iran, um nur zwei zu nennen, Menschen, die keine Muslime sind, sondern anderen Glaubensgemeinschaften oder Weltanschauungen angehören.

Nach Art. 2 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung…

Aus diesen Gründen fordere ich Sie auf, die Benachteiligung einer größeren Zahl von Geflüchteten zu beenden.

Mit der Bitte um Rückäußerung zeichne ich

mit freundlichen Grüßen

Frank Riegler
1. Vors. bfg Erlangen

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Kommentare (13)

David Z (nicht überprüft)

Di. 28 Mär 2023 - 12:25

Angst, als nicht "kultursensibel" diffamiert zu werden? Oder Lobbying der heimischen islamischen Verbände? Oder ist das bereits die Unterwerfung gegenüber einer Religion, die mit absolutem Geltungsanspruch auftritt und daraus abgeleitet regelmäßig nicht selten physische Konflikte hervorbringt?

Keiner der möglichen Gründe ist überzeugend, einige sind sogar vielmehr ziemlich besorgniserregend.

A.S. (nicht überprüft)

Di. 28 Mär 2023 - 12:48

Man hat uns erfolgreich dazu erzogen, vor dem Islam zu kuschen. Was verspricht sich der Staat davon?

Wollen die herrschenden Eliten uns Stück um Stück eine neue Religion aufzwingen, die noch stärker indoktriniert als das Christentum? Damit das Volk wieder brav und weniger aufmüpfig wird?

wolfgang (nicht überprüft)

Di. 28 Mär 2023 - 13:48

Mich beschleicht das unheimliche Gefühl, Christen machen den Muslimen Platz, nach dem Motto, wenn ich dir nichts tue, füg auch mir nix zu. Welche hohe "Ablössumme" wird dafür
bezahlt?

Werner Helbling (nicht überprüft)

Di. 28 Mär 2023 - 14:11

Ramadan fällt ja nicht irgendwann vom Himmel herab. Ist zeitlich ganz eindeutig eingegrenzt formuliert. Also kann man doch früh- und rechtzeitig abklären, wer sich in diesen Unterkünften dem Fasten anschliessen möchte/will/muss. Organisatorisch und Logistisch kein Kraftakt.

Tim Mangold (nicht überprüft)

Mi. 29 Mär 2023 - 02:30

Antwort auf von Werner Helbling (nicht überprüft)

Ich schließe mich an und möchte hinzufügen, dass die Zeiten der Essensvergabe nicht nach den Wünschen einer Religion erfolgen darf. Wer gegen Mittags 12:40 Hunger hat, der kann nicht bis zum Abend warten müssen, bloß weil Leute, sogar welche die einer anderen Religion angehören als man selbst oder der gleichen und diese dann anders ausleben, zu dieser Zeit nichts essen. Es ist in meinen Augen auch völlig undemokratisch überhaupt darüber abzustimmen, wann das Essen kommt auf der Grundlage von religiösen Wünschen und Leuten die in der Abstimmung verlieren nichts zu essen bekommen sollen bis zu der Zeit in der es die Gewinner wollen - gerade noch aufgrund einer Religion.

David Z (nicht überprüft)

Mi. 29 Mär 2023 - 15:19

Antwort auf von Werner Helbling (nicht überprüft)

Nun, eigentlich besteht hier überhaupt nicht die geringste Notwendigkeit, irgend etwas abzuklären. So wie man auch den Weihnachstmarkt meiden kann, wenn man ihn nicht mag, kann der Ramadan-Praktizierer sich dazu entscheiden, das angebotene Essen einfach stehen stehen zu lassen oder sich für abends etwas einzupacken. Wenn ihm das nicht passt, ist das sein persönliches Problem und nicht das der anderen Mitbewohner, der Logistik des Lieferunternehmens, der Kommune oder ganz allgemein der Gesellschaft.

Die Sache ist so banal einfach...

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Di. 28 Mär 2023 - 17:30

Unglaublich was sich der Islam erlaubt, dass dieser den Menschen vorschreibt wann sie zu essen haben und wann sie Fasten müssen.
Diese sinnlose Indoktrination, erinnert an die Vorschriften der christlichen Kirchen, welche
sich Ähnliche Rituale ausgedacht haben um die Anhänger zu gängeln und zu unterdrücken.
Leider sind derartige Rituale derartig in die Köpfe der Gläubigen eingetrichtert, dass diese
nicht mehr merken, wie sie manipuliert werden.
Dies kann nur geschehen wenn man sich mit der Religion schon an kleinste Kinder ranmacht und ihnen diesen Sinnlosen Unfug erzählt, in dem Wissen der Erzähler, dass
alles was ihnen Erwachsene erzählen, bedingungslos als die Wahrheit erscheint.
So schafft man sich Nachwuchs, da die Eltern der Kinder auch verschaukelt wurden mit dem selben Märchen von Göttern im Himmel.
Diese Indoktrinationskette muss unterbrochen werden wenn wir mündige und kluge Kinder
und damit später ebensolche Erwachsene haben wollen.

Inseljunge (nicht überprüft)

Mi. 29 Mär 2023 - 12:18

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Man sollte fair bleiben: Es ist hier nicht "der Islam",
der sich hier etwas erlaubt, sondern eine deutsche
Behörde.
Ob es organisierten islamischen Einfluss gibt,
unterliegt reiner Vermutung.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 29 Mär 2023 - 16:11

Antwort auf von Inseljunge (nicht überprüft)

Inseljunge:sorry aber es ist die Islamische Religion welche den Gläubigen vorschreibt wie
sie im Ramadan zu Essen haben.Derartige Vorschriften sind nur dazu da das Volk zu unterdrücken und von realen Problemen abzulenken.

Dass es Islamischen Einfluss auf die Politik in der BRD gibt, steht ausser Frage, sind denn nicht schon Islamische Politiker in der Regierung und auch deren Moscheen werden immer mehr. Wobei es in Islamischen Ländern so gut wie keine Kirchen gibt.
Wer sich mit dem Islam einmal ausführlich befasst hat, weiss dass dieser nach der Weltherrschaft strebt und den Islam zur einzig wahren Religion machen möchte.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin gegen alle Religionen, da diese nur spalten und nichts positives bewirken, so wie ich es von einer humanistischen Weltanschauung erwarte.

Solange die Menschen Religionen noch ernst und wichtig nehmen, wird es keine vernünftige
und friedliche Welt geben, da diese nur ablenkt von den realen Problemen der Menschheit.

Zum besseren Verständnis empfehle ich dir das Buch eines aus einem Islamischen Land stammenden-
Autoren, der zum Thema Islam schon ca. 6 Bücher geschrieben hat, wie z.B. das Buch
< ISLAM > von Hamed Abdel Samad, welcher genau weiss wovon er schreibt.

Inseljunge (nicht überprüft)

Do. 30 Mär 2023 - 10:11

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

"es ist die Islamische Religion welche den Gläubigen
vorschreibt, wie sie im Ramadan zu Essen haben"

Richtig, aber war die deutsche Behörde, die diese
Vorschrift dem Catering-Dienst auferlegt hat.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Do. 30 Mär 2023 - 18:38

Antwort auf von Inseljunge (nicht überprüft)

Ja, wer ist jetzt der Dumme, der, der die Vorgaben bestimmt oder der der sie ausführt?

Und zum Rest meines Schreibens kein Kommentar?

SG aus E (nicht überprüft)

Di. 28 Mär 2023 - 20:29

Das Problem entsteht doch nur, weil man den Leuten das Leben in Deutschland möglichst vermiesen möchte. Darum dürfen sie nicht selbst einkaufen, kochen und essen, was und wann sie wollen. Die Methode "Sachleistungen für Asylbewerber" ist politisch gewollt, dient der Abschreckung und schafft, wie man hier sieht, nur zu neuen Problemen.

Was sie wieder mal für merkwürdige Gedanken haben. Grenzt ja schon an Verschwörungstheorie.

Die wenigsten Einrichtungen dieser Art bieten genug Kochmöglichkeiten, um allen Bewohnern gerecht zu werden. Also wird das Essen geliefert, was höchstwahrscheinlich sogar kostenintensiver ist, als Geld für die Eigenversorgung auszugeben.

Probleme mit den Gästen gibts hier überhaupt keine. Die vermeintlichen Probleme bestehen vielmehr in den Köpfen jener, die diese Entscheidung getroffen haben.

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