Gesellschaft

Widerstand der Vernunft

Susan Neiman zeigt in ihrem jüngst erschienen Buch, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten. Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es bracht, werden die Lügen der "postfaktischen" Populisten Konsequenzen haben. Die Philosophin ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.

Religionskritik, Rassismus und politische Debatte im Kinosaal

Eine junge algerische Journalistin taucht mit der Kamera ein in die Welt des slawistischen Islam, zwei junge Filmemacher erkunden den Kosmos einer jungen schwarzen Frau im rassistischen Amerika und eine französische Nachwuchsfilmerin begleitet zwei Schwestern aus der Minderheit der Jenischen in ihrem Alltag. Außerdem präsentiert die Berlinale Filme zu den politischen Folgen der Wirtschaftskrise in Südeuropa und zum Krieg in der Ukraine sowie einen hochbrisanten friedenspolitischen Appell.

Ein faszinierender Problemaufriss

In jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Thema Mensch wuchs das Bedürfnis des renommierten Entwicklungspsychologen Rolf Oerter, in Berücksichtigung der Sichtweisen und Forschungsergebnisse weiterer Disziplinen quasi als ersten Schritt seine Sicht des Menschen als eines hochspezifischen Produkts von Evolution, Kultur und Ontogenese in einem vor zwei Jahren erschienenen, akribisch recherchierten und doch verständlich formulierten Werk vorzustellen.

Demo gegen TTIP und CETA

"Wutbürger" unter uns

Derzeit ist der Begriff des "Wutbürgers" in aller Munde, und jeder demonstrierende oder protestierende Bürger wird als solcher eingestuft. Zwar ist die Bezeichnung im Zusammenhang mit demonstrierenden Pegida-Anhängern zuerst aufgetaucht, aber inzwischen wird der Name auch für linke Demonstranten, die sich gegen CETA oder TTIP wenden, gebraucht. Ein Begriff macht Karriere. Dem Spiegel (Nr. 44 vom 29.10.16) ist es gelungen, sogar Martin Luther als "Wutbürger" zu charakterisieren.

Die Fehler des Westens und die "Welt-Unordnung"

Der Politikwissenschaftler Carlo Masala legt mit "Welt-Unordnung. Die globalen Krisen des Westens" eine knappe Abhandlung zum Thema vor, worin aus der Perspektive der "realistischen Schule" auf die Folgewirkungen eines "liberalen Imperialismus" eingegangen wird. Dem Autor gelingt eine anschauliche und informative Darstellung, die auch aus interessen- und machtpolitischer Perspektive auf die Fehler westlicher Interventionspolitik eingeht.

Verlorene Lebenszeit

Jedes Jahr infizieren sich rund 2,6 Millionen Europäer im Krankenhaus. Rund 90.000 sterben. Das haben Forscher um Alessandro Cassini von der Europäischen Infektionsschutzbehörde ECDC in einer weit angelegten Studie herausgefunden.

Die Gentechnik und der Transhumanismus

KÖLN. (hpd) Vom Standpunkt des Transhumanismus aus gesehen, ist der Alterungsprozess des menschlichen Körpers eine Erbkrankheit, die in Zukunft geheilt werden kann. Der Mensch ist das Ergebnis einer über Jahrmillionen abgelaufenen Evolution. Wesentlicher Bestandteil des Evolutionsprozesses ist die Selektion. Sie ist in der Regel ein ausgesprochen brutaler Prozess der mit extremem Leid verbunden ist. Die Naturwissenschaft ist nun mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir die zukünftige Weiterentwicklung des Menschen selbst in die Hand nehmen können.

Segen geht auch ohne Gott…

KONSTANZ. (hpd) "Was hat denn Segen in einer säkularen Gesellschaft verloren?", fragte mich ein bekennender Atheist in einer Gesprächsrunde vor einigen Tagen recht entsetzt, als wir über religiöse Riten gesprochen hatten und ich mich dafür aussprach, "Segen" nicht nur aus der religiösen Blickrichtung zu betrachten.

"Politische Theorie und Ideengeschichte" zur Einführung

BONN. (hpd) Die beiden Politikwissenschaftler Herfried Münkler und Grit Straßenberger legen mit dem Buch "Politische Theorie und Ideengeschichte" eine Einführung zum Thema vor, welche nicht in eine Aneinanderreihung von Klassikern sondern an einer Diskussion von Leitbegriffen orientiert ist. Die Kapitel zu den jeweiligen Fragen sind von hoher Sachkompetenz und Souveränität der Autoren geprägt, hätten aber gerade für eine Einführung mehr an Systematik und Zuspitzung bedurft.