Indien

Bedrängt, verfolgt, ermordet

Wer in Indien öffentlich für Humanismus und kritisches Denken eintritt, lebt gefährlich. Mit Erstarken des Hindu-Nationalismus wächst die Bedrohung für Aktivisten, die sich für soziale Gerechtigkeit und wissenschaftliches Denken, gegen Aberglauben und Diskriminierung von Minderheiten stark machen. 

Muslimische Sofortscheidung durch den Ehemann verboten

Die indische Regierung hat einen Erlass verabschiedet, nach dem die muslimische "Sofortscheidung" Talāq verboten wird. Die Regierung setzt damit ein Urteil des Obersten Gerichts von vor einem Jahr um, welches die Rechte muslimischer Frauen durch diese Scheidungspraxis verletzt sah. Wer gegen den Erlass verstößt, hat mit einer Geldstrafe oder einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren zu rechnen. Das Oberhaus des Parlaments ließ den Erlass zunächst durchfallen, während das Unterhaus ihn bestätigte. Einige muslimische Verbände kritisieren ihn als Einmischung in religiöses Recht.

Schließung von sieben Mutter-Teresa-Kinderheimen

Nach Überprüfung durch die Behörden wurde im ostindischen Bundesstaat Jharkhand sieben katholischen Kinderheimen der von Mutter Teresa gegründeten Missionarinnen der Nächstenliebe die Lizenz entzogen. Bereits im Juni dieses Jahres hatten Verhaftungen wegen des Verdachts auf Kindesverkauf in den Einrichtungen der Ordensschwestern für Aufsehen gesorgt.

Lieber tot als Boot!

Wie massiv religiöses Denken die Vernunft behindert, zeigte sich jüngst bei einer Rettungsaktion in Indien. Während massiver Überschwemmungen weigerten sich Mitglieder der höchsten hinduistischen Kaste, in ein Rettungsboot zu steigen, weil sie ihren Retter für unrein hielten.

Diese Jugendgruppe aus Indien war 2017 im Havelland zu Gast

Wieder Jugendgruppe aus Indien im Havelland erwartet

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland e. V. führt seinen Deutsch-Indischen Jugendaustausch fort und hat vom 9. bis 23. August 2018 eine siebenköpfige Jugendgruppe aus dem Atheist Centre in Vijayawada/ Andhra Pradesh zu Gast. Die jungen Inderinnen und Inder sind in deutschen Gastfamilien untergebracht.