Der Autor befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene. Er schreibt zudem für watson.ch.
Wenn Jesus vor 2.000 Jahren gewusst hätte, was seine Jünger einst mit seinem Namen anstellen würden, hätte er womöglich seine Mission und sein Wirken überdacht. Der „Sohn Gottes“ ist allerdings entschuldigt, schließlich war er überzeugt, dass er mit seinem Kommen das Ende der Zeit eingeläutet hatte. Doch seine Heilsgeschichte nahm eine andere Entwicklung.
Die rasch fortschreitende Säkularisierung verändert die sozialen Aspekte der westlichen Welt. Durch den wachsenden Bedeutungsverlust der Religionen und Glaubensgemeinschaften kommt es zu einem Strukturwandel.
Es gab eine Zeit, da waren Sekten in den Medien allgegenwärtig. Es verging kaum ein Tag, ohne dass radikale religiöse, esoterische und weltanschauliche Gruppen für Schlagzeilen sorgten. Schließlich gab es in der Schweiz mehrere hundert problematische Gruppierungen. Kleine, mit einem Dutzend Anhängern und große, mit Zehntausenden Mitgliedern. Und heute? Das Rauschen im Blätterwald ist weitgehend verstummt. Deshalb wird der Autor oft gefragt, ob es überhaupt noch Sekten gibt.
In der Schweiz wirft die Strafanzeige eines ehemaligen Rabbiners zur Beschneidung jüdischer Knaben grundsätzliche Fragen zur umstrittenen Prozedur auf. Für ihn verletzt die Beschneidung möglicherweise Gesetze, sicher aber Menschen- und Kinderrechte.
Die hohen katholischen Würdenträger haben bei den Assessments der Kandidaten für ein seelsorgerisches Amt das letzte Wort und wollen kein zentrales Register.
In Krisenzeiten suchen vor allem junge Leute Trost und Halt bei den Sternen. Davon profitieren Astrologen, die in den Sozialen Medien ihre Dienste anbieten.
Ein Fan von Donald Trump und Anhänger der MAGA-Bewegung kehrte dem amerikanischen Präsidenten den Rücken und gründete eine Ausstiegsorganisation. Denn für ihn zeigt diese Bewegung klar die Merkmale einer Sekte.
Die moderne westliche Esoterik oszilliert zwischen spirituellem Kitsch, übersinnlichen Wundern und Aberglaube. Ein Erfolgsrezept. Nicht zuletzt wegen des Internets, wo die Hunderte von esoterischen Disziplinen und Zehntausende von Anbietern weltweit reihenweise angeklickt werden. Eines dieser Angebote ist der Lichtnahrungsprozess, der unter die Kategorie der kuriosen Wunder einzuordnen ist.
Nachdem in Dänemark ein Arzt einem verunfallten und schwer verletzten Zeugen Jehovas in einem Notfall Fremdblut verabreicht hatte, klagte seine Frau vergeblich beim Europäischen Gerichtshof. Zudem legte die Frau des Verstorbenen vergeblich eine Beschwerde gegen das Spital wegen Missachtung des Patientenwillens ein.