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10. 05.

Die Geschichte des Paragrafen 218

Virtuelle Podiumsdiskussion u.a. mit Kristina Hänel und Gisela Notz

Vor 150 Jahren wurde der Paragraf 218 ins Strafgesetzbuch aufgenommen. Die jahrhundertelange wechselvolle Geschichte des Umgangs mit Schwangerschaftsabbruch fand damit eine strafrechtliche Verankerung. Die Hochschule Landshut und der pro familia Landesverband Bayern laden ein zur virtuellen Podiumsdiskussion, in der sich Expert*innen mit Rück- und Ausblicken zu dieser Kontroverse auseinandersetzen.

Als Podiumsgäste nehmen Teresa Bücker, Journalistin und Autorin, Kristina Hänel, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Dr. Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin sowie Sabine Simon, stellvertretende Vorsitzende der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft der staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen in freier Trägerschaft, an der Veranstaltung teil. Die Moderation übernehmen Thoralf Fricke vom Landesverband pro familia Bayern und Prof. Dr. Barbara Thiessen, Leiterin des Instituts Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung an der Hochschule Landshut.

Gegenwärtig werden Debatten um Schwangerschaftsabbruch in vielen Ländern kontrovers geführt. Einerseits sind in den letzten Dekaden reproduktive Rechte und sexuelle Selbstbestimmung im Völkerrecht verankert und in nationalen rechtlichen Kodizes gestärkt worden. Gleichzeitig formieren sich länderübergreifend rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen, die mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch eine Rücknahme von sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmungsrechten und die Rückkehr zu als traditionell verstandenen Familienmodellen anstreben.

Die aktuelle Frage einer ausreichenden gesundheitlichen Versorgung stellt sich gerade in Bayern durch einen erheblichen Rückgang medizinischer Angebote und mangelnder Ausbildungsstrukturen für Schwangerschaftsabbruch. Für die Beratungsarbeit ist ein fachlich angemessener Umgang mit dem widersprüchlichen gesetzlichen Auftrag von Ergebnisoffenheit einerseits und Lebensschutz andererseits immer wieder zu überprüfen. Die Podiumsdiskussion lädt ein zu informierten Rück- und Ausblicken auf Kontroversen, die auch nach 150 Jahren nicht an Schärfe verloren haben.

Eine Anmeldung zur Diskussion ist bis 2. Mai auf www.haw-landshut.de/150Jahre218 möglich. Die Veranstaltung wird auch in Gebärdensprache übersetzt.