Das Landgericht Magdeburg hat den Attentäter auf den dortigen Weihnachtsmarkt wegen mehrfachen Mordes zur Höchststrafe verurteilt. Die Richter verhängten gegen den Angeklagten Taleb A. eine lebenslange Haft und stellten zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Außerdem ordnete das Gericht die anschließende Sicherungsverwahrung an.
Wie der hpd berichtete, hatte Taleb A. am 20. Dezember 2024 ein Auto gezielt in eine Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gesteuert. Bei dem verheerenden Attentat kamen sechs Menschen ums Leben, hunderte wurden teils schwer verletzt.
Nach Überzeugung der Kammer handelte der Täter aus rein persönlichen Motiven. Mit seinem Urteil folgte das Gericht vollumfänglich den Forderungen der Generalstaatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte sich im Vorfeld gegen die Sicherungsverwahrung ausgesprochen, da sie die rechtlichen Voraussetzungen hierfür als nicht gegeben ansah.
Der Verurteilte, ein aus Saudi-Arabien stammender Arzt und Psychiater, ist heute 51 Jahre alt. Seit 2006 studierte er in Hamburg, 2016 erhielt er politisches Asyl. Ab 2020 praktizierte er als zugelassener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Im Zusammenhang mit dem Anschlag rückte auch der jahrelange Konflikt von Taleb A. mit säkularen Organisationen in den Fokus. Wie Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland, berichtete, war der spätere Attentäter dort kein Unbekannter. Die Organisation engagiert sich aus religionskritischer Position für liberale Muslime, die Opfer von Islamismus werden. Damit wurde sie zum Feindbild für Taleb A., der zunehmend extremistische, anti-islamische Positionen vertrat. In der Folge verleumdete und terrorisierte er einzelne Akteure der Organisation im Netz.
Eine Aktivistin der Säkularen Flüchtlingshilfe hatte bereits Monate vor dem Attentat Strafanzeige gegen den Mann erstattet und die Behörden vor konkreten Anschlagsplänen gewarnt. Das Landeskriminalamt stufte den psychisch auffälligen Extremisten jedoch fälschlich als ungefährlich ein – eine fatale Fehlbewertung, die am 20. Dezember 2024 zu einer der schwersten Amoktaten der jüngeren deutschen Geschichte führte.






