Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Rezension

Der "Islamische Staat" und die Staatenbildung

BONN. (hpd) Die Terrorismusexpertin Loretta Napoleoni beschreibt in ihrem Buch "Die Rückkehr des Kalifats. Der Islamische Staat und die Neuordnung des Nahen Ostens" die Terror-Miliz als Akteur zur Bildung eines homogenen islamistischen Staates. Dabei arbeitet die Autorin auch durch vergleichende Betrachtungen eine Fülle an bislang noch nicht genügend beachteten Besonderheiten heraus, wobei nicht jede Einschätzung in den meinungsstarken, aber reflexionswürdigen Ausführungen genauer belegt ist.

Aus dem Blick einer liberalen Muslima

Dschihadistische Wege

BONN. (hpd) Die Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin Lamya Kaddor geht in ihrem Buch "Zum Töten bereit. Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen" mit persönlichen Berichten und Kommentaren auf das Buchthema ein. Es handelt sich um kein wissenschaftliches Werk, gleichwohl stellt die Autorin die richtigen Fragen und kommentiert aus der Perspektive einer liberalen Muslima auch mit Kritik in Richtung der muslimischen Community.

Rezension

Die AfD als "neokonservatives Hegemonieprojekt"

(hpd) Der Bildungswissenschaftler Sebastian Friedrich legt mit "Der Aufstieg der AfD. Neokonservative Mobilmachung in Deutschland" eine Darstellung und Deutung der Entwicklung der neuen Partei vor. Einerseits erhält man eine Fülle von interessanten Informationen mit kritischer Orientierung, andererseits irritiert die ökonomiezentrierte Gesamteinschätzung als Folge von besonderen Klasseninteressen.

Eine verunglückte Kapitalismuskritik

Banken als Zombies?

(hpd) In dem Gesprächsband "Revolution oder Evolution. Das Ende des Kapitalismus?" diskutieren die beiden bekannten Kapitalismuskritiker David Graeber und Tomás Sedlácek über die Entwicklung des ökonomischen Systems. Zwar werden ab und an beachtenswerte Reflexionen vorgetragen, insgesamt erschöpft sich der Band aber in diffusen Monologen.

Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi

Die Ignoranz von rechtspopulistischen Entwicklungen und die Instrumentalisierung eines ermordeten Flüchtlings

Über die Doppelmoral in der politischen Linken

BONN. (hpd) Die "Macht vor Moral"-Einstellung lässt sich auch in der politischen Linken ausmachen. Als aktuelle Bespiele dafür stehen die Ignoranz von rechtspopulistischen Entwicklungen bei der linken Regierungsbildung in Griechenland und der Umgang mit der Erinnerung an einen ermordeten Flüchtling in Dresden. Doppelmoral und Heuchelei begleiten die Beschwörung von "Antifaschismus" und "Antirassismus" in einer sich emanzipatorisch gebenden Szene.

Die Geschichte des Westens in den letzten 25 Jahren

BONN. (hpd) Der Historiker Heinrich August Winkler legt mit “Geschichte des Westens. Die Zeit der Gegenwart” den vierten und letzten Band seines gleichnamigen Projektes vor. Auch die Darstellung der Ereignisse der letzten 25 Jahre beeindruckt durch die enorme Kompetenz des Autors, man hätte sich aber mehr Ausführungen zum Spannungsverhältnis von westlicher Politik und westlichen Wertvorstellungen gewünscht.