Klaus: Was hier fehlt an der Argumentation betrifft den Kern der Demokratie, Garant der bürgerlichen Freiheit zu sein. Denn wenn nach Arbeitslosengeld direkt die Grundsicherung folgt und jedes Arbeitsangebot zur Pflicht wird und diese mit Sanktionen noch zusätzlich zur Disziplinierung Anwendung findet, dann wird die Freiheit als Wahlmöglichkeit zur Farce und auch das sinnstiftende Ziel der Selbstverwirklichung, welche der Mensch in der Arbeit angeblich finden soll.
Die allermeisten Langzeitarbeitslosen haben gebrochene Biographien, sind durch die Schulische systematische Auslese oft unverschuldet, wegen eines disfunktionalen familiären Hintergrundes durchs Leistungsraster gefallen und von den Institutionen als Leistungsschwach abgestempelt worden. Wer solchermaßen in seinem Selbstwertgefühl als Kind und Jugendlicher erniedrigt wurde scheitert um ein vielfaches öfter, da das eigene Selbstvertrauen fehlt. Damit will ich sagen, das der Staat lange schon im Vorfeld sozial versagt hat und sich ein Herr von Verlierern erlaubt die ihm dann als Drohkulisse dienen um den Rest arbeitswillig zu disziplinieren mit der Angst vor dem Abstieg. Wie anders soll man die Klassenpolitik der CDU verstehen die seit Ich denken kann, ich bin 70 Jahre, dieses marode und klassenbewusste Schulsystem verteidigt. Wenn man schon das soziale System als ein Netz versteht, dann muß man es auch in seiner ganzen verknoteten Struktur denken. Ein volles Netz im Sinne einer Vollbeschäftigung war nie gewollt. Dazu gehört auch die fehlende Infrastruktur von Kitas die Mütter systematisch benachteiligt und auch in dieses System „Hängematte“ zwingt in die die Frauen partout nicht hinein wollen.
Klaus Rehberg 12.02.26