Ich tue mir auch schwer, z.B. das Konzept "kulturelle Aneignung" und die "Lösungen" des Problems vom rechten Konzept des "Ethnopluralismus" auseinanderzuhalten. Aber vielleicht darf ich bei sowas keine Kategorien wie Logik und Konsistenz als Maßstab anlegen.
Mein Fazit: Diese postmodern verbrämte "Anti-Epistemologie" sollte besser heute als morgen verworfen werden und zwar nicht nur weil es *die Rechten jetzt auch anwenden*, sondern weil der Weg des identitätspolitischen Moralspektakels sich m.E. nach mit den Prinzipien von Aufklärung, Rationalität und damit mit moderner Wissenschaft beißt.

Ich hoffe nur, dass aus dem progressiven Lager irgendjemand auch mal auf den Trichter kommt, und zwar bevor die rechten Agitatoren die Identitätspolitik vollends ausschlachten und z.B.

„Geschichte wird immer vom Sieger geschrieben“ wieder ein valides Argument wird.

Genau das ist es nämlich, wenn "immer von Machtstrukturen her" gedacht werden soll, die angeblich "dekonstruiert" werden sollen.

Armadeo Sarma schrieb im Skeptiker dazu mal treffend:

„Wissenschaft ist kein Wettstreit um zivilisatorischen Stolz, sondern eine universelle Haltung, um Behauptungen anhand der Realität zu überprüfen.“

Durch diese Relativierung wissenschaflicher Erkenntnisse bzw. das Verschieben ins Kulturelle läuft man Gefahr, dass Dinge nicht mehr diskutierbar werden. Wesenskern ist eine geteilte Realität und eine objektive Wahrheit, der wir uns annähern können.

Herr Schnelle hatte das Thema ja hier auch schon mal:
https://hpd.de/artikel/identitaetspolitiken-links-und-rechts-perfekte-sturm-22754

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