Sogenannte Nahtoderfahrungen werden von einigen Menschen als Beweis für ein Leben nach dem Tod gewertet. Andere betrachten sie als das Ergebnis hirnphysiologischer Prozesse. Nun haben Forscher erstmals Einblicke in die Aktivität eines sterbenden menschlichen Gehirns gewonnen und dabei Hirnwellenmuster entdeckt, die jenen beim Träumen ähneln.
Das menschliche Gehirn brauchte wohl keine erhöhte Zufuhr von Fleisch um zu seiner heutigen Größe heranzuwachsen. Zu diesem Schluss kommt nun eine Studie aus den USA, in der die Forscher um Briana Pobiner vom Smithsonian National Museum of Natural History die Abschliff-Spuren von Jagdwerkzeugen an Fossilfunden der damaligen Jagdbeute untersuchten.
Für unser Zeitempfinden, die sogenannte innere Uhr, interessieren sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vieler Fächer, von Psychologie über Neurowissenschaften bis zur Philosophie. Zwölf von ihnen gewähren am kommenden Wochenende, 1. bis 3. Oktober, auf dem "Symposium Kortizes" einen Einblick in das, was wir heute über Neurowissenschaft und Zeiterleben wissen.
Gibt es einen Dualismus von Leib und Seele, also einen vom Körper unabhängigen Geist? Ist mein Wille frei? Entscheide ich oder etwas in mir? Und wer oder was bin eigentlich "Ich"? Diese Fragen beschäftigen die Philosophie bereits seit Jahrhunderten. Antworten aus Sicht der modernen Hirnforschung gibt John-Dylan Haynes, Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité Berlin, im Interview mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.
In ihrem jüngst erschienen Buch "Fenster ins Gehirn" erläutern John-Dylan Haynes und Matthias Eckoldt, inwieweit es derzeit möglich ist, aus der Hirnaktivität eines Menschen auf dessen Gedanken zu schließen. hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg sprach mit Hirnforscher John-Dylan Haynes über das Gedankenlesen und seine ethischen Grenzen.
Vor einigen Jahren fand die Wissenschaft heraus, dass religiöse Glücksgefühle im gleichen Bereich des menschlichen Hirns verarbeitet werden wie physiologische Lust. Nun haben Forschende den zerebralen Ursprung religiöser und spiritueller Neigungen entdeckt, verborgen in einem Teil unseres Gehirns, der so alt ist, dass selbst Reptilien eine ähnliche Struktur besitzen: dem Periaquäduktalen Grau des Stammhirns.
Religion und Glaube sind auf der emotionalen Seite angesiedelt. Sie sollen starke Gefühle erzeugen, im besten Fall Euphorie. Katalisatoren starker Emotionen sind Rituale. In Asien und Afrika peitschen sich Mitglieder mancher Glaubensgemeinschaften förmlich in eine Ekstase. Ihre extremen Emotionen interpretieren sie als besondere Huldigung Gottes. Oder als tiefe Gotteserfahrung.
Empathie und die Perspektive anderer einnehmen können – durch diese zwei Fähigkeiten sind wir in der Lage nachzuvollziehen, was im Kopf von anderen vor sich geht. Obwohl beide Begriffe ständig im Umlauf sind, ist noch immer unklar, was sie genau beschreiben und was beide Fertigkeiten ausmacht.
Hier das Gehirn, dort der Geist: Die meisten Menschen im Westen glauben, dass hinter Erleben und Empfinden mehr stecken muss als die grauen Masse in unserem Schädel. Dennoch: "Wenn man nicht weiß, wie man seine Kinder erziehen soll oder ob ein Straftäter ins Gefängnis gehört, fragt man einen Hirnforscher." Einen wie Prof. Dr. John-Dylan Haynes , den Eröffnungsredner des diesjährigen Symposiums Kortizes.