Max-Planck-Gesellschaft

Artikel der Autorin

Kohlmeise

In städtischer Umgebung haben die Vögel weniger und kleinere Junge als auf dem Land

Auf dem Land sind Kohlmeisen fitter

Kohlmeisen sind Landeier: In der Stadt beginnen sie zwar früher zu brüten, die Gelege sind aber kleiner und die Jungtiere wiegen beim Ausfliegen weniger als ihre Artgenossen auf dem Land. Das haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgefunden. An Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht oder Lärm liegt es allerdings nicht, dass sich die Vögel auf dem Land leichter tun, obwohl die Wissenschaftler bei diesen Umweltfaktoren Unterschiede zwischen Stadt und Landhabitaten gemessen haben.

Fregattvogel

Vögel schlafen im Flug in ähnlichen Mustern wie an Land

Der Traum im Fliegen

Erstmals ist es gelungen zu erforschen, dass und wie Vögel im Flug schlafen können. Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Niels Rattenborg vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen hat durch Messungen der Gehirnaktivität bei Fregattvögeln herausgefunden, dass diese beim Fliegen mit beiden Gehirnhälften gleichzeitig oder nur mit einer Hälfte schlafen. 

Orang-Utan-Dame im Berliner Zoo

Orang-Utan könnte Schlüssel liefern, wie sich die menschliche Sprache entwickelt hat

Flexible Kontrolle über erlernte Lautäußerungen bei Orang-Utans

LEIPZIG. (mpg) Bisher gingen Experten davon aus, dass unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, keine neuen Laute lernen können und dass Sprache folglich ihren Ursprung nicht bei ihnen hatte. In einem Imitiationsspiel gelang es dem Orang-Utan Rocky jedoch, Tonhöhe und Tonfall von vokalähnlichen Rufen einer Forscherin nachzuahmen. Die Entdeckung zeigt, dass Orang-Utans die Fähigkeit haben, ihre Stimme zu kontrollieren. Dem internationalen Forscherteam gehörte auch Alexander Mielke vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an, geleitet wurde es von Forschern der Durham University in Großbritannien.

Wann sind mehrere Ärzte besser als einer?

Kollektive Intelligenz und ihre Voraussetzungen

BERLIN. (mpg) Methoden der kollektiven Intelligenz können zu erheblich genaueren medizinischen Diagnosen führen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung hat neue Erkenntnisse gewonnen, wie sich ärztliche Entscheidungen durch das Einholen mehrerer unabhängiger Meinungen verbessern lassen könnten. Dabei fanden die Forscher auch heraus, dass für die Qualität der Diagnose die Zusammensetzung der Ärztegruppe entscheidend ist.

Der fossile Fußabdruck ist von dem einen modernen Menschen kaum zu unterscheiden.

1,5 Millionen Jahre alte Fußabdrücke geben Einblicke in das Leben von Frühmenschen

Homo erectus ging wie wir

LEIPZIG. (mpg) Fossile Knochen und Steinwerkzeuge verraten uns viel über die menschliche Evolution. Doch wie sich unsere Vorfahren zum Beispiel fortbewegten oder miteinander interagierten lässt sich daraus kaum ableiten. Forscher fanden mithilfe neuester Analysemethoden heraus, dass die Gangart vom Homo erectus der des modernen Menschen stark ähnelt. Darüber hinaus belegen die Forscher anhand der Fußabdrücke ein Sozialverhalten, das mit dem moderner Menschen vergleichbar ist.

Sexualschwellungen weiblicher Bonobos sind unzuverlässige Anzeiger ihrer Fruchtbarkeit

Weibliche Bonobos senden Männchen gemischte Signale

LEIPZIG. (mpg) Bei vielen Primatenarten stimulieren visuelle Signale der Weibchen das Paarungsverhalten der Männer. So geben die auffällig gefärbten Schwellungen im Ano-Genitalbereich vieler Arten Hinweise auf die Empfängnisbereitschaft der Weibchen. In einer Studie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Primatenforscherin Pamela Heidi Douglas und Kollegen erstmals die Beziehung zwischen Sexualhormonen und Sexualschwellungen freilebender Bonobos untersucht.

Nach Veränderung kehren Nervenzellen in ursprünglichen Zustand zurück

Stabile Wahrnehmung im erwachsenen Gehirn

BERLIN. (mpg) Das erwachsene Gehirn hat gelernt, wie es aus den Informationen der Sinnesorgane ein Bild der Umwelt berechnet. Verändern sich die Eingangssignale jedoch, kann sich auch das erwachsene Gehirn anpassen – und kehrt, im Idealfall, zu seinem ursprünglichen Aktivitätsmuster zurück, wenn die Störung behoben ist. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried konnten nun in Mäusen zeigen, dass diese Eigenschaft auf der Fähigkeit einzelner Nervenzellen beruht.

Kosmischer Todestanz

Forscher beobachten ein Signal von zwei schwarzen Löchern

Gravitationswellen, die Zweite

HANNOVER. (mpg) Den Wissenschaftlern an den beiden amerikanischen LIGO-Detektoren sind erneut Gravitationswellen ins Netz gegangen. Das Signal war bereits am 26. Dezember 2015 aufgezeichnet worden. Es stammt von einem Paar verschmelzender schwarzer Löcher, die mit rund 14 und 8 Sonnenmassen kleiner sind als die am 14. September vergangenen Jahres entdeckten. Auch dieses Mal haben Forscher am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam und Hannover sowie der Leibniz Universität Hannover entscheidend zu dem Fund beigetragen.

Relief in der Grabkammer des Nefermaat

Naturbelassene Landschaften gibt es schon lange nicht mehr

Seit Jahrtausenden beeinflusst der Mensch das Ökosystem

JENA. (mpg) Vom Menschen unberührte Landschaften gibt es nirgendwo mehr auf der Erde, und zwar – von wenigen Ausnahmen abgesehen – schon seit Tausenden von Jahren nicht mehr. Das unterstreicht eine aktuelle in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Studie unter der Leitung von Nicole Boivin, Direktorin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und Wissenschaftlerin an der Universität Oxford. 

Syrische Flüchtlinge im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari

Migrationsforscher richten Appell an die Forschergemeinschaft und die Politik

"Wir wissen viel zu wenig über Migration"

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" fasst Frans Willekens, Migrationsexperte am Max-Planck-Institut für demografische Forschung, gemeinsam mit drei weiteren Migrationsexperten den aktuellen Stand des Wissens um die weltweiten Migrationsströme zusammen. Die Wissenschaftler liefern ein eher ernüchterndes Bild.