Zunächst einmal Danke für Ihre sehr sachliche Erwiderung! Das ist bei diesem Thema (leider) nicht selbstverständlich. Ich gehe auf Ihre Punkte im Einzelnen ein.

1.) Ich habe den Wikipedia-Artikel überflogen. Er weist erkennbar Schlagseite und Schwächen auf. Da ist die Rede von "böswilligen Akteuren" und "scheinbarer Risikoarmut". Damit kann ich wenig anfangen. Ich lade jeden gerne ein, einmal in eigenen Worten zu erklären, was hybride Kriegführung ist, damit der Begriff mehr Kontur gewinnt.
2.) Das kann doch kein Argument sein, auf Beweise und Belege zu verzichten. Sonst sind wir im Mittelalter, wo bezüglich Hexerei genau gleich argumentiert wurde: Ist leider unsichtbar, da müssen wir dem Zeugen glauben, der sagt, die Nachbarin habe seine Kühe verhext.
3.) Sie haben nicht verstanden, worauf ich hinaus wollte, das habe ich offenbar nicht deutlich genug gemacht. Es geht mir nicht darum, ob Attacken offen ausgeführt werden, sondern darum, dass die Ukraine Attacken mit westlicher Hilfe ausführt. Wenn man Zielhilfe zum Beschuss russischer Raffinerien leistet, ist es heuchlerisch, einen (im Übrigen ja bisher immer noch nur angeblichen) hybriden Krieg Russlands gegen deutsche Infrastruktur u.ä. zu beklagen.
4.) Siehe 2.) Wenn man glaubhaft sein möchte, dann muss man irgendwann einmal Beweise vorlegen. Der politische Nutzen, auch Zweifler wie mich zu überzeugen, würde den Preis, der Gegenseite Vorteile (wohl auch nur einmalige und zeitlich begrenzte) zu verschaffen, rechtfertigen, finden Sie nicht?
5.) Ich habe es überlegt: Nein, ich bin kein Teil der hybriden Kriegführung. Ich bin auch kein Opfer von Desinformationskampagnen; ich bin schlicht jemand, der seiner Regierung nicht einfach alles glaubt, was sie behauptet, ohne es zu belegen, und der sich gegen die verbale Eskalation wendet, die in diesem Krieg nur schwarz und weiß sehen möchte. Letzteres, ob Absicht oder nicht, ist eine Standardtechnik der Kriegspropaganda und somit bedeutet somit Agitieren für Krieg.
6.) In Russland werden solche Gespräche wie unseres in unzähligen Telegram-Kanälen geführt. Zugegeben, genau deswegen behindert Russland jetzt Telegram, aber die findigen Russen werden auch dafür einen Ausweg finden. Wir haben nicht mehr 1925, die Vorstellung, in Russland gäbe es eine Zensur stalinistischen Ausmaßes ist komplett überholt. Das ist heutzutage auch schlicht nicht mehr möglich.
7.) Danke für die Warnung :-) Lassen Sie mich umgekehrt auch Sie warnen: Nicht nur Russland verbreitet Desinformation und Verschwörungsmythen, auch unsere eigene Regierung und Politiker, die unserer Verbündeter im Westen und natürlich die Ukraine verbreiten das Gleiche. In diesem Konglomerat aus Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen kann tatsächlich niemand für sich in Anspruch nehmen, der Wahrheit gewiss zu sein. Aber einen Standpunkt kann man trotzdem beziehen, je nachdem, was man für am plausibelsten hält, und immer im Wissen, das man sich natürlich irren könnte.

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