Genaueres Lesen ist öfter hilfreich! Ich sprach nicht davon, der "Verfassungsblog" (VB) sei irrelevant; ich sprach davon, mir den Artikel der Autorin nicht reingezogen zu haben; der VB gehört im Übrigen - btw - seit Langem zum Bestand meiner Lesezeichen. Sie haben ein größeres Stück des Artikels en bloc zitiert, das ohne Weiteres kommentierungsfähig ist.
Aber im Übrigen: der VB ist eben genau das: ein Blog und seinem Selbstverständnis nach "... a space for legal and political controversy and debate. Opinions published on this website are not necessarily shared by the Verfassungsblog editors, publisher and partners." Wenn für Sie die Einlassung der Autorin triftig ist, ist Ihnen das unbenommen. Aber Ihr pauschaler Verweis auf DIE Juristen des VB (da Sie schon gegendert haben, kann ich mir hier diese sprachliche Zumutung ersparen), scheint mir etwas dürftig. Recht und seine Wissenschaft liefern zuhauf Ergebnisse der Art "fünf Juristen und sieben Meinungen". Das ist nicht per se zu beklagen; mehr gibt die conditio humana in diesem Feld vermutlich nicht her. Aber bei Ihren Entgegnungen hier im Forum zu suggerieren, DIE Juristen des VB würden im Zweifel den Kritikern ad oculos demonstrieren, wie falsch sie liegen, hat dann doch etwas vom Geschmäckle (nur) eines versuchten Autoritätsargumentes. ---- Die Vita der Autorin - da war ich dann doch neugierig geworden - zeigt einmal mehr eine Intellektuelle, die offenbar meint, sich schützend vor eine vermeintliche Opfergruppe stellen zu sollen. Forschen und publizieren (auch) unter "politischem" Vorzeichen - was ja im konkreten Menschen je nach Betätigungsfeld nicht immer leicht zu trennen ist -, ist selbstverständlich im Meinungskampf ihr gutes Recht - aber das ist dann halt auch nur ihre Sicht der Dinge und nicht DIE allgemeinverbindliche "juristische" Wahrheit.