Gesundheit

Dr. Matthias Thöns

Problem Übertherapie am Lebensende

"Sterbende haben keinen Rechtsschutz"

Schätzungen zufolge fallen rund die Hälfte aller Gesamtgesundheitsausgaben im letzten Lebensjahr an. Dr. Matthias Thöns vermutet eine der Hauptursachen für die Explosion der Gesundheitskosten am Lebensende in den finanziellen Interessen einer Interessensgruppe, die er "Sterbeverlängerungskartell" nennt. Warum sich diese Allianz in erster Linie nicht mehr um ihre Patienten, sondern um Gewinnmaximierung kümmert, erklärte der Palliativmediziner am Dienstagabend in Berlin.

US-Bundesstaaten planen Gesetzesinitiativen zur Kostenübernahme von Verhütungsmitteln

Selbstbestimmung von Millionen US-Amerikanerinnen bedroht

Einige demokratisch regierte US-Bundesstaaten bereiten sich in besonderer Art und Weise auf die Amtsübernahme von Donald Trump vor. Sie wollen die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln durch die Krankenversicherungen in die Bundesgesetzgebung aufnehmen. Trump hatte wiederholt angekündigt, die von Barack Obama durchgeführte Gesundheitsreform ("Obamacare") so schnell wie möglich abzuschaffen.

Im Operationssaal

Schlampige Hygiene im Krankenhaus führt zu mehr Toten als im Straßenverkehr

Gefährliche Keime

Mehr als jedes vierte Krankenhaus in Deutschland erfüllt die Hygienevorschriften nicht. Das ergeben Recherchen von CORRECTIV und dem ARD-Magazin "Plusminus". Eine neue Datenbank zeigt nun erstmals, welche Kliniken betroffen sind. Das Berliner Gesundheitsministerium schiebt die Verantwortung auf die Bundesländer und die einzelnen Kliniken ab. Vorstand der BKK-Krankenkasse kritisiert "gravierende Defizite".

Schweiz

Zahl der Freitodbegleitungen rückläufig

Die 1998 gegründete schweizerische Selbstbestimmungsorganisation "DIGNITAS – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben" verzeichnet am Ende des Jahres 2016 9% Mitglieder mehr als Ende 2015; die Zahl der Länder, in welchen deren Mitglieder wohnhaft sind, hat sich innerhalb der Jahresfrist von 69 auf 84 erhöht. Zurzeit zählt der Verein 7.764 Mitglieder. Mit einer Zunahme von 473 Mitgliedern in einem Jahr brachte das Jahr 2016 das bisher stärkste Wachstum des Vereins.

Beschneidungskampagne - vor dem Bundeskanzleramt

Namhafte Botschafter für genitale Selbstbestimmung

Pünktlich zum 12.12.2016., an dem sich die Verabschiedung des §§1631d BGB (sogenanntes Beschneidungsgesetz) zum vierten Mal jährt, gibt der Verein intaktiv e.V. seine ersten drei Botschafter bekannt. Ab sofort werben die Psychoanalytikerin und TV-Moderatorin Angelika Bergmann-Kallwass, der Rechtswissenschaftler Prof. Rolf-Dietrich Herzberg und die Verhaltenstherapeutin und Comic-Zeichnerin Dr. Nadja Hermann für den gemeinnützigen Verein und seinen Einsatz für das Kinder- und Menschenrecht auf genitale Unversehrtheit bzw. Selbstbestimmung.

vor dem Beschneidungsfest

Facharbeitskreis Betroffener im MOGiS e.V.

Fachtagung erlaubt keine kritische Ansichten zur Beschneidung

Zur Jahrestagung der "Sektion Feministische Theorie und Geschlechterforschung" der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie in Kooperation mit der "Sektion Kritische Migrations- und Rassismusforschung" am 19. und 20. Januar 2017 lud man zur Einreichung von Abstracts zu Themen wie "Migration, Männlichkeit und Sexualität" ein. Doch weder in der Ausschreibung noch im persönlichen Mailverkehr war in Erfahrung zu bringen, in welcher Form Themen für die Tagung eingebracht werden sollten - wie sonst eigentlich allgemein üblich bei solchen Veranstaltungen. So ist der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. davon ausgegangen, dass es sich um eine Art Themenvorschlag handeln sollte, den sie deshalb auch einreichten.

"Marsch für das Leben"

Fundamentalistisches Rollback

Keine Abtreibungen mehr im Kreis Schaumburg

Am Dienstag wurde bekannt, dass es im niedersächsischen Landkreis Schaumburg zukünftig keiner Frau mehr möglich sein wird, eine Abtreibung vorzunehmen zu lassen. Der Betreiber eines neuen Klinikums, der Agaplesion-Konzern, beruft sich dabei als gemeinnützige Aktiengesellschaft auf sein christliches Leitbild.

Forschung an nicht einwilligungsfähigen Demenzkranken

Hüppe fürchtet Dammbruch in der Demenzforschung

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe befürchtet nach der jüngsten Arzneimittelreform einen Dammbruch zulasten demenzkranker Menschen. Hüppe wertete den Beschluss des Bundestages für eine Ausweitung klinischer Arzneimittelstudien an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen, also etwa Demenzkranken, als Tabubruch. Der Wochenzeitung "Das Parlament" sagte der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, nach der 2004 beschlossenen fremdnützigen Forschung an Kindern sei dies nun der nächste Schritt, und es würden sicher weitere folgen.

Gesetz zu Demenzstudien

Kampf um uneigennützige verwirrte Senioren

Sang- und klanglos wollten Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Forschungsministerin Johanna Wanka sogenannte gruppen- bzw. rein fremdnützige Forschung an Demenzkranken zukünftig erlauben. Unter der Bedingung, dass die Betroffenen in einer vorsorglichen Verfügung zugestimmt haben. Jahre vorher, ohne wissen, welche Eingriffe dann überhaupt damit verbunden sein werden. Doch die Initiatoren und Befürworter der Neuregelung sind massiv in die Defensive geraten. Die für Juli geplante Abstimmung wurde auf den Herbst verschoben. Es müssen bohrende Fragen beantwortet werden.