orthodoxe Kirche

Bischof: Eine Frau kann nur vergewaltigt werden, wenn sie es will

Bei einem Fernseh-Interview hatte Bischof Chrysostomos von Dodoni die Position der orthodoxen Kirche zum Verbot von Abtreibung bekräftigt. Für seine weiteren Ausführungen, dass es auch bei einer Schwangerschaft als Konsequenz einer Vergewaltigung keine Ausnahme geben solle, erntete er jedoch Kritik, sowohl aus der Politik als auch von seiner Kirche. Chrysostomos hatte erklärt, dass eine Frau nur vergewaltigt werden könne, wenn sie es denn wolle, und die Entstehung einer Schwangerschaft ihrer Mithilfe bedürfe.

Die Rolle der Religion im russischen "Kulturkrieg"

Die russisch-orthodoxe Kirche versuchte sich in den vergangenen Jahren als internationale Einflussgeberin für moralkonservative Werte zu positionieren, wie die Religionssoziologin Kristina Stoeckl in ihrer Forschungsarbeit zeigt. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine distanzierten sich vorerst auch viele religiös inspirierte Rechtsgruppierungen von Moskau. Noch ist offen, ob sie sich tatsächlich auch langfristig abwenden.

Symbolbild

Russland will den Heiligen Krieg

Heute vor sechs Monaten begann Putin seinen Krieg gegen die Ukraine. Neue Propaganda-Handbücher des Kreml verschieben nun das Narrativ von einem Nazi-Befreiungskampf, den die russische Armee angeblich in der Ukraine führt, hin zu einem Krieg gegen Atheisten und Ungläubige.

Kyrill I., Patriarch von Moskau

Kyrill verliert Ukrainisch-Orthodoxe Kirche und holt sich dafür die Diözesen der Krim

Der russische Patriarch steht fest an der Seite seines kriegstreibenden Präsidenten, auch weil er damit eigene Machtinteressen verfolgt. Doch dies führte zu mehr Spaltung als zur Vereinheitlichung in seiner Kirche. Kyrill hält dennoch unbeirrt an seinem Kurs fest und erweitert seine Einflusssphäre um ein annektiertes Gebiet, während der wohl nicht ausreichend kriegsbegeisterte Außenamtschef seinen Posten räumen musste.

Wladimir Putin und Patriarch Kyrill

Unheilige russische Allianz

Schon häufig in der Geschichte bildete die Allianz aus Thron und Altar eine sichere Herrschaftsgrundlage. Von dieser altbewährten Taktik macht auch der russische Präsident Wladimir Putin Gebrauch. Er ­selbst soll zwar Atheist sein, doch nach außen gibt er sich als frommes Kirchenmitglied. Er verhalf der russisch-orthodoxen Kirche zu erneuter Bedeutung in der Gesellschaft, dafür erweist sie sich als treue Unterstützerin seiner Politik, auch im aktuellen Ukraine-Krieg.

Höhlenkloster von Kiew

Amtsenthebung von Patriarch Kyrill gefordert

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. unterstützt Wladimir Putins Aggressionskrieg gegen die Ukraine. Deshalb fordern nun ukrainische Priester einen Kirchenprozess gegen das Oberhaupt der Kirche, zu der auch sie gehören. Andere, nicht-russische orthodoxe Gemeinden trennen sich ebenfalls vom Moskauer Partriarchat.

Wladimir Putin und der russische Partriarch Kirill

Allianz von Kirche und Staat in Russland fördert Akzeptanz von Putins Krieg

Der Soziologe Detlef Pollack sagt, die Identifikation mit Orthodoxie und Nationalstolz in Russland sei in den vergangenen Jahrzehnten rasant gestiegen. Die Kopplung von Kirche und Staat begünstige die Unterstützung für Putin. Patriarch und Präsident seien geeint im Geschichtsbild und in der Ablehnung westlicher Werte, ein "hochgefährliches Gefühl der Demütigung einer einstigen Großmacht".

Griechenland: Priester verweigern Geimpften Kommunion

Wenn Aberglaube auf Aberglaube trifft, entsteht meistens etwas Gefährliches. So auch in Kirchengemeinden auf der griechischen Insel Kreta Anfang des Monats. Dort haben einige Geistliche, die zusätzlich auch Impfgegner:innen sind, den geimpften Gläubigen die Kommunion verweigert. Die dadurch entstandenen Anreize, sich keiner solidarischen und lebensrettenden Schutzimpfung zu unterziehen, sorgten für heftige Kontroversen. Vonseiten der Kirche sind wissenschaftsfeindliche Vorstöße im Kontext der Corona-Pandemie in Griechenland keine Einzelfälle.