Forschung

773.000 Jahre alter Unterkiefer

Abstammungslinie nahe dem Ursprung von Homo sapiens entdeckt

Ein internationales Forschungsteam berichtet über die Analyse neuer Homininenfossilien aus der Fundstätte Thomas Quarry I (Casablanca, Marokko). Mithilfe einer hochauflösenden magnetostratigraphischen Analyse lassen sich diese Fossilien sehr genau auf ein Alter von 773.000 ± 4.000 Jahre datieren. In der in "Nature" veröffentlichten Studie werden afrikanische Populationen nahe der Basis der Abstammungslinie beleuchtet, aus der schließlich der Homo sapiens hervorging. Zudem liefert die Studie neue Erkenntnisse über die gemeinsamen Vorfahren von Homo sapiens, Neandertalern und Denisova-Menschen.

Savanne

So gelang dem Menschen der Weg aus Afrika

Heute weiß man, dass alle Nicht-Afrikaner von einer kleinen Gruppe von Menschen abstammen, die sich vor etwa 50.000 Jahren nach Eurasien wagten. Fossile Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass es vor dieser Zeit zahlreiche gescheiterte Ausbreitungsversuche gab, die keine erkennbaren Spuren bei lebenden Menschen hinterlassen haben.

Impfgegner-Demo

Europas Politik im Bann der Verschwörungen

Im Zuge der Coronapandemie wurden Verschwörungserzählungen zum politisch relevanten Phänomen. Forschende der Universität Salzburg untersuchen in einem internationalen Projekt, wie diese Inhalte in den Bereichen Migration, Klimawandel und Corona politisch wirksam werden, welche Strategien populistische Parteien damit verfolgen und wie sich Gegennarrative finden lassen.

Neuer Ansatz für die Erforschung individueller Unterschiede im Sozialverhalten

Warum unterscheiden sich Individuen in ihrem Verhalten anderen gegenüber – sowohl bei Menschen als auch bei Tieren? Wie prägen soziale Erfahrungen diese Unterschiede? Und welche Konsequenzen haben soziale Verhaltensunterschiede für einzelne Individuen und soziale Gemeinschaften? Ein interdisziplinäres Forschungsteam stellt in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour einen neuen Ansatz vor, um die Vielfalt individuellen Sozialverhaltens systematisch zu erforschen.

Überrest einer Supernova

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar

An diesem Donnerstag Abend ist der Astrophysiker Axel Schwope zu Gast im Live-Online-Format "Sternenklar". In seinem Vortrag erklärt er, wie die moderne Astronomie ein Universum jenseits der menschlichen Wahrnehmung offenbart: Explodierende Sterne, rotierende Sternleichen, heißes Gas in der Galaxis und gigantische Galaxienhaufen werden im Röntgenlicht sichtbar.

Demokratie in den Play-offs

Etablierte Demokratien geraten zunehmend unter Druck – und erodieren. Erst langsam, unbemerkt und mit einem Mal rasend schnell. Welche Effekte besonders fatal wirken und wie eine Gesellschaft der Entwicklung begegnen kann, erforscht Ralph Hertwig am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Fakt ist: Passives Zuschauen wird die Erosion nicht aufhalten.

Künstliche Intelligenz fördert Unehrlichkeit

Verhaltenswissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen eher unehrlich handeln, wenn sie sich von den Konsequenzen distanzieren können. Es ist einfacher, Regeln zu beugen oder zu brechen, wenn niemand zusieht – oder wenn jemand anderes die Handlung ausführt. Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung der Universität Duisburg-Essen und der Toulouse School of Economics zeigt, dass diese moralischen Hemmschwellen noch weiter schwinden, wenn Menschen Aufgaben an KI delegieren.

Alkohol und der Aufstieg komplexer Gesellschaften

Seit langem vermuten Forschende, dass Alkohol eine wichtige Rolle bei der Förderung breit angelegter Kooperationen und der Entwicklung komplexer, hierarchischer Gesellschaften gespielt haben könnte – die "Drunk Hypothesis" (Trunkenheitshypothese). Eine Analyse von 186 nicht-industriellen Gesellschaften ergab einen positiven Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein traditionell hergestellter fermentierter Getränke (wie Met, Wein und Bier) und einem höheren Grad an politischer Komplexität. Der Einfluss von Alkohol war jedoch eher gering. Dies deutet darauf hin, dass andere Faktoren, wie beispielsweise die Landwirtschaft, für die Entstehung komplexer Gesellschaften wichtiger waren.