Rezension

Wer durch das Raster der Leistungsgesellschaft fällt, findet sich hier wieder.

Leistungsprinzip vs. Solidarität

Michael J. Sandels allzu einfache Deutung

Der US-amerikanische Moralphilosoph Michael J. Sandel erklärt sich in seinem Buch "Vom Ende des Gemeinwohls" den Niedergang des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch die Dominanz des Leistungsprinzips. Auch wenn er berechtigt diverse Fehlentwicklungen anspricht, macht er es sich mit dieser Fixierung auf einen Ursachenfaktor zu einfach.

Lale Akgün

Rezension

Lale Akgüns Plädoyer für einen aufgeklärten Islam

Die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün plädiert in ihrem Buch "Platz da! Hier kommen die aufgeklärten Muslime. Schluss mit der Vorherrschaft des konservativen Islams in Deutschland" für einen aufgeklärten Islam. Auch wenn man diese Grundausrichtung nicht teilt, finden sich in dem Buch viele kritische Informationen eben zu den Islamverbänden und deren orthodoxem Religionsverständnis, welches zu gesellschaftlichen Problemen führt.

Der Alchemist – Gemälde von David Teniers dem Jüngeren

Rezension

Sternstunden der Wissenschaft

Dem Physiker, Unternehmer und Buchautor Lars Jaeger ist es ein wichtiges Anliegen, die Bedeutung von Wissenschaft und technologischer Entwicklung, aber auch von Philosophie und Geschichte, einem breiten Publikum nahe zu bringen, wissenschaftliches Denken in seinen Aus- und Wechselwirkungen zu erläutern und die Möglichkeiten, aber auch Gefahren neuester Technologien aufzuzeigen. Sein neuestes Buch bietet historisch und thematisch weitumfassende, tiefgründige Lektüre auf populärwissenschaftlich hohem Niveau.

Rezension

Manifest für die Tiere

Die französische Philosophin Corine Pelluchon plädiert in ihrem "Manifest für die Tiere" dafür, dass menschliche Gerechtigkeitsvorstellungen auch auf Tiere ausgeweitet werden können, bestünde bei ihnen doch durchaus eine "bedingte Handlungsfähigkeit". Auch wenn das Manifest dann doch vielleicht kein Manifest ist, enthält es beachtenswerte Reflexionen und auch Veränderungsvorschläge.

Von Archimedes bis Stephen Hawking

Bücher, die die Welt veränderten

"Bücher, die die Welt veränderten" präsentiert eine Jahrtausendreise durch die Naturwissenschaften; anhand 150 herausragender Werke veranschaulicht Brian Clegg die Entwicklung der Wissenschaft vom Altertum bis zur Neuzeit und bietet gleichzeitig eine umfassende Geschichte der naturwissenschaftlichen Literatur und ihrer Autoren.

Rezension

Selbstverbrennung – ist das zu schroff?

Das hier besprochene Buch ist bereits vor fünf Jahren erschienen, hat aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Der Autor, Hans Joachim Schellnhuber, ist ausgewiesener Experte in Sachen Klima-(folgen)-Forschung, ist er doch der Gründungsdirektor des angesehenen Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Hans Trutnau gibt einen durchaus nicht unkritischen Überblick zu einem lesenswerten Werk.

Hamed Abdel-Samad

Der neue Abdel-Samad: Kommentare über Identitätsprobleme in Deutschland

Ein Warnruf

Der studierte Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad legt mit "Aus Liebe zu Deutschland. Ein Warnruf" sein neues Buch vor, worin er vor den Gefahren angesichts von ungelösten Identitätsproblemen warnt. Der Autor hat sich indessen vom Thema her ein wenig zu viel vorgenommen, reißt er doch viele drängende Fragen berechtigterweise an, ohne aber diese dann ausführlicher und differenzierter zu erörtern.

Rezension

Die bunten Elefanten und das große Buch

Ein autoritätskritisches Bilderbuch für Klein und Groß legen Ziska und Ruben August Fischer mit "Die bunten Elefanten und das große Buch" vor. Kindgerecht wird vermittelt, warum es sinnvoller ist, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, als Propheten und ihren Büchern zu folgen.

Rezension

Kampfsport und Rechtsextremismus

Robert Claus veranschaulicht in seinem etwas unpassend betitelten Buch "Ihr Kampf. Wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert", dass Kampfsport für Rechtsextremisten immer attraktiver wird und man auch länderübergreifend zusammenarbeitet. Das Buch macht dies in eher journalistisch gehaltenen Berichten anhand von vielen Beispielen deutlich und plädiert berechtigt für mehr Aufmerksamkeit für solche Kontexte.

Eine gelbe Milbe durch ein Elektronenmikroskop

Rezension

Wissenschaft ist wunderschön

Erfolgreiche populärwissenschaftliche Autoren beleuchten die Faszination wissenschaftlichen Fortschritts, indem sie neben wissenschaftlicher Betrachtungsweise auch die Perspektiven interessierter Laien einnehmen und mit vereinfachtem Fachvokabular Spannungsbögen erzeugen. Der junge promovierte Quantenphysiker und Wissenschaftspublizist Florian Aigner verfügt über diese Fähigkeit; im vorliegenden Buch vermittelt er – tiefgründig und humorvoll – wissenschaftliche Erkenntnisse und die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens.