Rezension

Die etwas absonderlichen Geschichtsdeutungen des Philosophen Edgar Dahl

Im Irrgarten der Zeitgeschichte

Der Philosoph Edgar Dahl legt mit "Warum sie Hitler folgten. Die andere Hälfte der Wahrheit" eine Deutung der Geschichte des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkriegs vor. Dabei meint er u.a. die Hauptkriegsschuld nicht bei Hitler, sondern bei Roosevelt sehen zu können und bewegt sich auch ansonsten im Irrgarten der Zeitgeschichte.

Kompendium der "Human-Animal Studies" - eine deutsche Einführung

Mord statt Schlachtung?

Jetzt sind sie angekommen. Die Human-Animal Studies beginnen, sich im deutschsprachigen Raum zu etablieren. An der Universität Kassel wurde unlängst ein Lehrstuhl geschaffen. Die Universität Wien ermöglicht einen Masterstudiengang. Im englischsprachigen Raum entstanden sie in den 90ern. Die erste deutschsprachige Einführung von Gabriele Kompatscher, Reingard Spannring und Karin Schachinger liest sich immer noch wie ein Manifest.

Eine Analyse von Florian Hartleb:

"Trumpetisieren" als populistischer Politikstil

Der Politikwissenschaftler Florian Hartleb legt mit "Die Stunde der Populisten. Wie sich unsere Politik trumpetisiert und was wir dagegen tun können" eine Darstellung zum aktuellen Populismus-Phänomen vor. Auch wenn es sich nicht um das Buch zum Thema handelt, liefert es auch im analytischen Sinne eine Fülle von Anregungen zur Analyse, mitunter etwas abschweifend vom eigentlichen Thema.

Hans Alberts Auseinandersetzung mit den Religionen

Der Philosoph Hans Albert, der bekannteste deutsche Repräsentant des Kritischen Rationalismus, legt mit "Zur Analyse und Kritik der Religionen" einen schmalen Band zum Thema vor. Gekonnt kritisiert er darin die Annahmen von Theologen eben aus der Perspektive des Kritischen Rationalismus, wobei dies etwas fragmentarisch und unsystematisch geschieht.

Zur Gesellschaftstheorie von Rosa Luxemburg

Anfang 2014 erschien der 6. Band der "Gesammelten Werke" von Rosa Luxemburg. Die darin enthaltenen Texte über Religion, den Diskussionen besonders zur "Staat-Kirche-Trennung", wie sie um 1900 im sozialdemokratischen Umfeld der Freidenker in Deutschland geführt wurden und bis heute fortwirken, wurden in einer Rezension im hpd vorgestellt. Der nun im März 2017 erschienene, abschließende Band 7 (1233 S., 2 Teilbände) ist ebenfalls von den Historikern Annelies Laschitza und Eckhard Müller ediert. Er wird im Folgenden von Horst Groschopp vorgestellt.

Bestandsaufnahme der Welt nach 9/11

Das schwierige Verhältnis von struktureller Gewalt und Terrorismus

Ein kleiner Band widmet sich der Beantwortung der großen Fragen des Terrors. Dass der (Angst-)Begriff "Terror" im Titel ohne eine weitere Attribution verwendet wird, ist signifikant, denn es geht den Autoren um die Zusammenhänge von "Staatstyrannei", dem Terror der "strukturellen Gewalt" und dem (islamistischen) Terror. Die Beiträge beleuchten, womit der Terror zusammenhängt und wohin die Bekämpfung des Terrors die Weltgesellschaft geführt hat; sie lassen sich so auch als prägnante Bestandsaufnahme lesen.

Claude Simon Novelle "Das Pferd" jetzt auf Deutsch

Im Nebel des Todes

Im Auge eines sterbenden Pferds spiegelt sich die Welt. Eine Welt aus Schlamm und Nacht, Erschöpfung, Verrohung und Qual. Inmitten des Zweiten Weltkrieges. Davon handelt Claude Simons nun erstmals ins Deutsche übersetzte Novelle "Das Pferd", in der ein Tier stirbt und der Glaube. Die Geschichte beruht auf wahren Kriegserfahrungen.

Ergebnisse einer Studie

Warum gehen europäische Muslime zum "Islamischen Staat"

Die Soziologin Karin Priester fragt in ihrer Studie "Warum Europäer in den Heiligen Krieg ziehen. Der Dschihadismus als rechtsradikale Jugendbewegung", warum der "Islamische Staat" Muslime aus europäischen Ländern anzieht. Sie arbeitet dabei differenziert und kenntnisreich Gründe und Typen heraus, die Gleichsetzung Dschihadismus und Faschismus überzeugt aufgrund der ideologischen Unterschiede dann aber doch nicht so richtig.