Rezension

Bibel kritisch lesen ja, aber doch mit merkwürdigen Begleitumständen

Ein Gott der Liebe?

BONN. (hpd) Der Publizist Jörn Seinsch liefert in seinem Buch "Ein Gott der Liebe? Wie Theologen die Bibel verfälschen" mehrere Kapitel, die sich kritisch auf Teile und Themen des Alten und Neuen Testaments beziehen. So wichtig der Hinweis auch auf "schlimme Stellen" in den "Heiligen Schriften" ist, so gibt es zu dem Buch doch merkwürdige Begleitumstände und Deutungen.

"Monkiss" - Harry Rowohlts und Rudi Hurzlmeiers letzte gemeinsame Satire

Auf den Mensch gekommen

BERLIN. (hpd) Nun ist Rudi Hurzlmeiers und Harry Rowohlts humoristische Co-Produktion ungewollt zu einem Vermächtnis geworden. Als der Literat todkrank wurde, musste der Cartoonist den letzten humoristischen Bildband der beiden teilweise auch lyrisch mitbestücken. "Monkiss" konfrontiert den Leser und Betrachter nicht nur mit unseren äffischen Gewohnheiten.

Eine kritische Biographie zu Papst Franziskus

Der Herr der Sprüche

STEISSLINGEN. (hpd) Seit über 40 Jahren kenne ich Hubertus Mynarek und halte ihn aufgrund seiner imponierenden Biographien über Wojtyla und Ratzinger für den Papst der Papst-Biographien. Wer sich umfassend informieren möchte, ist auf Mynareks Bücher verwiesen; es findet sich nichts Besseres. Das halte ich, selbst Autor von mehreren Büchern über die beiden letzten Päpste, neidlos fest.

Ein Taxonom plaudert über "Die Kunst der Benennung"

Die Kamelhalsfliege, die Verflixte

BERLIN. (hpd) Was sind eigentlich Arten? Warum werden heute so viel mehr entdeckt als früher? Nützt das dem Artenschutz? Mit diesen Fragen, nicht nur mit Artnamen, beschäftigt sich Michael Ohl in seinem Buch "Die Kunst der Benennung". Er ist Insektenforscher, Taxonom, also Spezialist für Artenbestimmung am Naturkundemuseum in Berlin, und Evolutionsbiologe an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Eine Studie aus Italien

Kapitulation des liberalen Staates vor dem Faschismus

BONN. (hpd) Die italienische Historikerin Giulia Albanese legt mit "Mussolinis Marsch auf Rom. Die Kapitulation des liberalen Staates vor dem Faschismus" eine quellengestützte Darstellung zum Aufstieg des Faschismus und dem Scheitern der Republik vor. Die stark beschreibend angelegte Arbeit macht den Kontext von Schwäche der Demokratie und Stärke der Diktatur deutlich, man hätte sich aber noch mehr Ausführungen zu den Motiven der liberalen Elite und der Rolle der Repräsentanten der Wirtschaft gewünscht.

Erste deutschsprachige Darstellung zur islamistischen Gruppe

"Boko Haram"

BONN. (hpd) Der Journalist Mike Smith berichtet in seinem Buch "Boko Haram. Der Vormarsch des Terror-Kalifats" über die Entstehung und Entwicklung der islamistischen Gruppe in Nigeria. Damit liegt eine erste deutschsprachige Monographie zum Thema vor, welche die Entwicklungen in den Kontext der Geschichte und Gegenwart eines afrikanischen Landes einordnet, hier und da aber auch eine stärkere analytische Ausrichtung nötig gehabt hätte.

Rezension

Politik ohne Gott

BERLIN. (hpd) Das schmale Bändchen lag schon geraume Zeit in der Redaktion, dabei - so stellte sich heraus - ist es überaus lesenswert. Auch wenn es dem fachlich Interessierten nicht viel Neues bieten mag, versammelt es deutschsprachige Autoren und Fachleute, die sich teilweise schon seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigen.

Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Band 23

BONN. (hpd) Das "Jahrbuch für Antisemitismusforschung" liegt in seiner 23. Ausgabe mit Beiträgen zum Antisemitismus im Europa der Gegenwart und zu antisemitischen Emotionen im 19. Jahrhundert vor. Insbesondere die Beiträge zum aktuellen Antisemitismus enthalten eine Fülle von Daten und Einschätzungen auch im Sinne einer länderübergreifenden vergleichenden Betrachtung.

Eine nicht ganz gelungene Studie

Die Tyrannenliebe der Intellektuellen

BONN. (hpd) Mark Lilla, Professor für Geistswissenschaften an der Columiba University, will in seinem Buch "Der hemmungslose Geist. Die Tyannophilie der Intellektuellen" den Opportunismus von Denkern gegenüber Diktaturen anhand von Fallbeispielen aus dem 20. Jahrhundert erörtern. Da die einzelnen Beiträge zu Benjamin, Derrida, Foucault, Heidegger und Schmitt eher essayistisch gehalten sind, liegt mit dem nicht ganz so gelungenen Buch nur eine fragmentarische Erörterung zum Thema vor.

Über den Völkermord an den Armeniern

Der "Tod in der Wüste"

BERLIN. (hpd) Rolf Hosfeld schildert in seinem Buch "Tod in der Wüste" den von den Türken an den Armeniern verübten Völkermord und die internationalen Reaktionen darauf. Dies führte zu ersten Diskussionen über das Recht, zum Schutze der Menschenrechte in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten einzugreifen, und über die Notwendigkeit, ein System des internationalen Rechtes zu schaffen.