Rezension

"Luthers Erbe" – eine Kritik der Geschichte des deutschen Protestantismus

BONN. (hpd) Der Historiker Wolfgang Wippermann legt mit "Luthers Erbe. Eine Kritik des deutschen Protestantismus" ein Buch zum Thema vor, welche sich auf den Kontext von "Kirche und Staat", "Kirche und Krieg", "Kirche und Kapital", "Kirche und Antisemitismus", "Kirche und Antiziganismus" sowie "Kirche und Antifeminismus" bezieht. In gut verständlicher Form macht der Autor an vielen Beispielen die jeweiligen Verfehlungen deutlich, wobei aber nur am Rande nach den Bedingungsfaktoren für das Agieren oder Nicht-Agieren der Kirchen-Anhänger und –Funktionsträger gefragt wird.

Monotheistische Männerbünde in Michel Houellebecqs Roman "Unterwerfung"

Humanismus und Teigtasche

BERLIN. (hpd) Der neue Roman des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq erzählt einige Monate aus dem Leben von Francois, einem atheistischen Literaturwissenschaftler. Für das Buch wurde der Autor stark kritisiert, doch der Rezensent macht deutlich, dass Houellebecq weniger vor einer Islamisierung als vielmehr vor einem Rollback der christlichen Religionen warnt.

Kein Platz für einen Schöpfergott

DEIDESHEIM. (hpd) Ulrich Kutscheras "Evolutionsbiologie" erschien in der 4. vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage zum 10. Todestag des bedeutenden Evolutionsforschers Ernst Mayr. Ihm gelang ein hervorragendes großformatiges Uni-Taschenbuch, das sich nicht nur an Biologiestudenten und alle an unserer biologischen Herkunft Interessierten wendet, sondern auch an Theologen und Gläubige, die noch immer das Wirken eines Schöpfergottes für glaubhaft halten.

Betrachtungen zu Freiheit und Moderne auf dem Prüfstand

BONN. (hpd) Der Philosoph Odfried Höffe legt in seinem Buch "Kritik der Freiheit. Das Grundproblem der Moderne" eine Erörterung von Ambivalenzen im Kontext der Freiheit in unterschiedlichen Themenfeldern vor. Bei allem Interesse für die präsentierten Erörterungen wäre wohlmöglich weniger mehr gewesen, also die nähere Konzentration auf wenige Problempunkte unter Vermeidung von Allgemeinplätzen.

Vom Anfang und Ende aller Dinge

HAMBURG. (hpd) Nach Vorstellung des Hamburger Diplom-Lebensmittelchemikers Burger Voß sollte sein Buch eigentlich "Die Poesie des nüchternen Blicks" heißen, doch der Verlag entschied anders. Tatsächlich liegt etwas Poetisches in der ungestelzten lakonischen, aber auch humorvollen Sprache des Autors.

Jorge Mario Bergoglio

Neulich ... bei Papa Francesco

MÜNSTER. (hpd) Bei meinem jüngsten Besuch im Bahnhofskiosk konnte ich der Versuchung einfach nicht widerstehen. Ich habe sie gekauft: die deutsche Erstausgabe der Zeitschrift "Mein Papst – das Privatleben von Jorge Bergoglio" auf Hochglanzpapier. Warum? Weil ich es endlich verstehen will, dieses Phänomen "Franziskus".

Eine journalistische Darstellung zum IS

Machterweiterung um jeden Preis

BONN. (hpd) Der "Spiegel"-Korrespondent Christoph Reuter legt mit "Die Schwarze Macht. Der 'Islamische Staat' und die Strategien des Terrors" eine anschauliche und thesenreiche Darstellung zur Entwicklung der Terror-Miliz vor. Neben den anschaulichen Beschreibungen über die Entstehung und Entwicklung verdienen insbesondere die Einschätzungen zu Fragen des Gefahrenpotentials und der Strategie besondere Aufmerksamkeit in dem gelungen Buch.

Rezension

Kubitzas Antwort auf die Frage, warum Theologie keine Wissenschaft sein kann

BONN. (hpd) Der promovierte Theologe Heinz-Werner Kubitza nimmt in "Der Dogmenwahn. Scheinprobleme der Theologie. Holzwege einer angemaßten Wissenschaft" eine inhaltliche Kritik an dem wissenschaftlichen Anspruch der Theologie vor. Deutlich zeigt er dabei, dass Theologie streng genommen keine Wissenschaft sein kann, verliert sich hierbei aber thematisch etwas im Laufe der Kapitel zu unterschiedlichen Themen.

Ablehnung der EU von links und rechts als Antimodernismus

BONN. (hpd) Der österreichische Politikwissenschaftler Anton Pelinka geht in seinem Buch "Die unheilige Allianz. Die rechten und die linken Extremisten gegen Europa" auf die gemeinsame Frontstellung der im Untertitel genannten Strömungen gegen die EU ein. Der Autor nimmt dabei keine platte Gleichsetzung vor, sondern weist unter Hinweis auf die ideologischen Unterschiede auf die strukturellen Gemeinsamkeiten dieser Kritik als Ausdruck des Antimodernismus hin.

Eine Studie zur Protestbewegung

Occupy in Deutschland

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Lars Geiges legt mit "Occupy in Deutschland. Die Protestbewegung und ihre Akteure" eine erste breit angelegte Studie zum Thema mit der Konzentration auf die Aktivisten vor. Es handelt sich um eine informative und materialreiche Darstellung mit vielen Selbstzeugnissen, wobei analytische Einschätzungen zu unterschiedlichen Aspekten der Protestbewegung auch nicht fehlen.