Satire

"Satire heißt nicht einfach nur Draufhauen"

Dass Jacques Tilly irgendwann der spiritus rector der Wagenbaukolonne des Düsseldorfer Karnevals wurde, war ein Glücksfall. Für Düsseldorf, weil fortan der "Zoch" der spannendste in Deutschland war und weltweite Aufmerksamkeit erfuhr. Für Jacques Tilly, weil er in die für einen politischen Künstler außergewöhnliche Lage kam, dass jedes Jahr Zehntausende von Menschen zur "Vernissage" seiner Arbeiten eilten und Millionen am Fernseher zumindest von einzelnen Kunstwerken erfuhren. 

Wahlplakat

"Mach keinen Scheiß mit deinem Kreuz!"

Dass sich Religionsgemeinschaften bisweilen etwas dünnhäutig präsentieren, wenn es um die Zweckentfremdung ihrer Maskottchen geht, ist ein wiederkehrendes Motiv der letzten paar tausend Jahre menschlicher Kulturgeschichte. In dieser Tradition sieht sich auch die Diözese Würzburg, der es gar nicht zu schmecken scheint, dass ihr Lieblingssandalenträger, ein historisch umstrittener jüdischer Wanderprediger namens Jeschua, nun Wahlwerbung abseits der CDU/CSU-Fraktion betreibt. Denn in Bayern ist bald Landtagswahl, und dort macht der Sohn Gottes nun auch für die Partei "Die PARTEI" mobil.

Oliver Maria Schmitt

"Man sollte sich nicht unmündiger machen als man eh schon ist"

Oliver Maria Schmitt war Chef des legendären Satiremagazins "Titanic" und ist Autor nicht minder legendärer Reisereportagen ("Ich bin dann mal Ertugrul", Rowohlt). Im Interview spricht er über die intime Beziehung von Glaube und Satire, fühlt sich von der Zumutung "religiöser Gefühle" verletzt - und schlägt einen unwiderstehlichen Dachschmuck für das Berliner Stadtschloss vor.

Leitkultur noch mal neu

Die Aufregung ist groß: Innenminister de Maizière hat im Leitkulturorgan "Bild"-Zeitung laut nachgedacht. Manches klingt altbacken. Vieles bescheuert. Wir sind überzeugt: Er hat es aber gut gemeint! Daher haben wir seine zehn Punkte auf den Stand des aufgeklärten 21. Jahrhunderts gebracht. Bitte schön, nichts zu danken, man hilft doch einander.

Der fade Beigeschmack von "Je suis Charlie"

Vor zwei Jahren verübten die Kouachi-Brüder einen Anschlag auf die Redaktion des renommierten französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo". Dabei wurden einige der wichtigsten Köpfe hinter dem Magazin ermordet. Seither ist der redaktionelle Zusammenhalt, für den das Magazin einst bekannt war, unter die Räder des wirtschaftlichen Erfolgs geraten.