Nach internationalem Protest

Raif Badawi: Hoffnung auf Begnadigung

Raif Badawi
Raif Badawi

BERLIN. (hpd) Der saudi-arabische Blogger Raif Badawi wurde wegen "Beleidigung des Islams" zu 1.000 Stockhieben, zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Nun scheint es Hoffnung auf eine Begnadigung zu geben.

Raif Badawi ist zu einem Symbol der Meinungsfreiheit geworden. Im Juni 2012 wurde er aufgrund von regime- und religionskritischen Äußerungen festgenommen und zu einer brutalen Strafe verurteilt. Im Januar 2015 erhielt er auf dem Vorplatz der Al-Dschafali-Moschee in der Hafenstadt Dschidda die ersten 50 von 1.000 auferlegten Peitschenhieben.

Nachdem weitere körperliche Bestrafungen bislang aus medizinischen Gründen ausgesetzt werden mussten, hatte das höchste saudische Gericht das Urteil gegen Badawi noch vor Kurzem unwiderruflich bestätigt. Allein eine Begnadigung durch den saudi-arabischen König und Premierminister Salman ibn Abd al-Aziz kann ihn vor weiterer Folter bewahren.

Laut aktuellen Meldungen besteht nun Hoffnung auf eine Begnadigung. Nach Aussage des Schweizer Staatssekretärs Yves Rossier gegenüber der Westschweizer Zeitung "La Liberte" wurde das Urteil gegen Badawi suspendiert. Als Grund wurde der internationale Druck genannt.

Kommentare (2)

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Sa. 28 Nov 2015 - 19:08

Das wäre ein gutes Zeichen.

"Als Grund wurde der internationale Druck genannt."

Wenn Druck Menschlichkeit erzeugt, dann drückt! ALLE!

Sim (nicht überprüft)

So. 29 Nov 2015 - 02:08

Dann drücke ich hiermit offiziell mit. Lasst den armen Kerl endlich frei damit er zu seiner Frau und seinen Kindern zurück kann. Diese durch nichts aber auch rein gar nichts gerechtfertigten drakonischen Strafen die man Raif Badawi aufeerlegt hat sind eine Schande. Kritik ist kein Verbrechen. Sie ist die Grundlage rationalen Handelns und eines friedlichen Miteinander.

Free Raif Badawi!

Und wenn Saudi-Arabien schon einen guten Tag erwischt, dann sollen sie doch bitte gleich alle Menschen die sie aus den nichtigsten Gründen die grässlichsten Strafen angedeihen lassen wollen, freilassen.

Florian Chefai

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