hpd Themenwoche Nicht-Glauben

Michael Schmidt-Salomon: "Es ist absurd und gefährlich, an etwas zu glauben, das den Tatsachen widerspricht"

Das Nicht-Glauben hat viele Gesichter. Im Rahmen der hpd Themenwoche Nicht-Glauben zeigen wir einige davon. Hier: Michael Schmidt-Salomon.

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"Moses führte sein Volk nicht aus Ägypten, Jesus stand nicht von den Toten auf, Mohammed ritt nicht auf einem geflügelten Pferd gen Himmel. Religionen sind Fake News aus der Vergangenheit. Je früher wir dies begreifen, umso besser.

Es ist absurd und gefährlich, an etwas zu glauben, das den Tatsachen widerspricht. Daher sollten wir unsere Überzeugungen einem permanenten Fakten-Check unterziehen. Dies gilt natürlich auch für unseren Unglauben. Tatsächlich würde ich jede noch so große und edle Idee ohne Gewissensbisse verraten, wenn es dafür rational einleuchtende Argumente gäbe. Ja, ich würde sogar in die Katholische Kirche eintreten, falls belastbare Belege dafür sprechen würden, dass der katholische Glaube rational, evidenzbasiert und human ist - allerdings bezweifele ich stark, dass es zu einer solchen Situation jemals kommen wird."

Michael Schmidt-Salomon


Dr. Michael Schmidt-Salomon ist Philosoph und Autor sowie Vorstandssprecher und Mitbegründer der Giordano Bruno Stiftung.

Kommentare (9)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 13 Jun 2017 - 15:33

Schön kurz und gut!

Tom Brandenburg (nicht überprüft)

Di. 13 Jun 2017 - 17:24

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Ich antworte mal mit Harry Heine:

"In dunklen Zeiten wurden die Völker
am besten durch die Religion geleitet,
wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder
unser bester Wegweiser ist;
er kennt dann Wege und Stege besser als ein Sehender.

Es ist aber töricht, sobald es Tag ist,
noch immer die alten Blinden
als Wegweiser zu gebrauchen."

Aus: Heinrich Heine, Gedanken und Einfälle, Kapitel 2, II. Religion und Philosophie

Rainer Bolz (nicht überprüft)

Di. 13 Jun 2017 - 17:03

Ich erkannte früh, dass detailliertes wissenschaftliches Wissen regiliöse Überzeugungen haltlos werden lässt.
Die Kenntnis des wahren Alters der Erde und der Beleg durch Fossilien machen es jedem ausgeglichenen Intellekt unmöglich, an die buchstäbliche Wahrheit jedes Bibelteils zu glauben, - in dem Maße. - in dem es Fundamentalisten tun.
Und wenn einige Teile der Bibel offenkundig falsch sind, warum sollte irgendein restlicher Teil davon automatisch akzeptiert werden?

Wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 14 Jun 2017 - 08:07

Das Problem, die Lügen werden mit staatlicher Unterstützung geschützt und finanziell betreut. Kein einziger Richter verurteilt das Christentum, denn alle Richter sind Christen.
Nicht zu glauben ist eine Frechheit und erzürnt jeden verblendeten Christen. Dummheit ist eine Krankheit und unheilbar. Dieses Privileg besitzen die Christen mit ihren Brüdern in den seltsamen Talaren. Mit dem Christentum kam auch die Scheinheiligkeit: Wasser predigen aber Wein saufen! Christentum nein danke!

Martin Weidner (nicht überprüft)

Mi. 14 Jun 2017 - 20:16

Ich freue mich zu lesen, dass eine Offenheit ist für eine Überprüfung der eigenen Position. Dann wird hier sicherlich bald auch die Widerlegung des Materialismus durch Mutschler (Ders, halbierte Wirklichkeit) besprochen - vielleicht kommt er selber zu Wort, ebenso Vogelsangs "Offene Wirklichkeit". Das nur mal so als zwei Beispiele.

Gert Hantke (nicht überprüft)

Do. 15 Jun 2017 - 22:07

Bei aller Sympathie, dem kann ich jetzt nicht so ganz folgen. Selbst wenn es diese belastbaren Belege für den katholischen Glauben (!) gäbe, blieben doch noch immer viele handfeste Argumente gegen diese Kirche(!).

Thomas (nicht überprüft)

Fr. 16 Jun 2017 - 05:31

"ich würde sogar in die Katholische Kirche eintreten, falls belastbare Belege dafür sprechen würden, dass der katholische Glaube rational, evidenzbasiert und human ist"
-
Hmmm, das heißt wohl so viel wie "wenn x nicht q wäre, dann wäre x nicht-q" oder "wenn Zyankali ungiftig, wohlschmeckend und nährstoffreich wäre, würde ich es täglich trinken" - phantastisch (und eine Steilvorlage für jeden Irrationalisten, der das als grundsätzliche Offenheit für jeden noch so abstrusen Schwachsinn mißverstehen will)!

Heinz Hertlein (nicht überprüft)

Di. 27 Jun 2017 - 11:29

Im religiösen Kontext wird primär über sogenannte "große Wahrheiten", "Glaubenswahrheiten", "höhere Wahrheiten", ... und nicht über "Wahrheit" im Sinne von dem, was den Tatsachen entspricht, gesprochen. Und "höhere Wahrheiten" sind etwas, was man gutheißt, nicht zwingend etwas, was man für wahr (für Tatsache) hält.

Diese doppeldeutige Nutzung des Begriffs "Wahrheit" halte ich für ein großes Ärgernis. (Tatsachen/Wahrheit wird etwas vermeintlich Höheres/Ideologisches übergestülpt - und auch das wird als Wahrheit bezeichnet.)

Und Gläubige scheinen zu meinen, dass in dem, was sie gutheißen (in ihren Glaubenswahrheiten) auch "irgendwie" und "ein bisschen" Tatsachen drinstecken.

Solche Überzeugungen sind derart unkonkret und nebelhaft, dass man sie kaum kritisieren kann.

Thomas Heinz (nicht überprüft)

So. 2 Jul 2017 - 16:40

Und Buddha?

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