Berlin, Alexanderplatz

Vegan!

Coffee Bike
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Schließt Schweinehochhaus!
Das Deutsche Tierschutzbüro fordert: Schließt Schweinehochhaus!
Jan Pfeiffer im Gespräch
Jan Pfeiffer im Gespräch
Land der Tiere
Land der Tiere
Animal Equality
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Patrick Schonfeld
Patrick Schonfeld
Aus dem Blickwinkel der Tiere
Aus dem Blickwinkel der Tiere
Patrik Baboumian und Colin Goldner
Patrik Baboumian und Colin Goldner vom Great Ape Project
Great Ape Project
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Lebenslänglich hinter Gittern
Lebenslänglich hinter Gittern
Hof Butenland
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Schweinemast im Hochhaus
Schweinemast im Hochhaus
Vorträge im Minutentakt
Vorträge im Minutentakt
bianco di puro - Geräte für die Vegane Küche
bianco di puro - Geräte für die Vegane Küche
Albert Schweizer Stiftung
Albert Schweizer Stiftung
Kälbchen retten
Milchproduktion abschaffen - Kälbchen retten

An drei von 365 Tagen war in diesem wie in den acht davor liegenden Jahren alles ganz anders: Die "Vegane Lebensweise" mit ihrem Sommerfest füllte den Alexanderplatz. Die üblicherweise angebotenen fleischlichen Bratwurstsorten aller Art von Curry bis Thüringer oder Wiener bzw. Frankfurter waren zu Hause geblieben.

Was die Veganer verbindet lässt sich einfach sagen: Der schöne Satz, lasst die Tiere einfach mal in Ruhe, langt dafür nicht. Patrick Schönfeld, Veganer aus Dresden, fasst seine Sicht zusammen:

Vegan, das heißt:
Produkte ohne Tierleichen.
Kein Tier darf geschädigt werden.
Klima schädigende Gase vermeiden.
Tiere haben Rechte.
Tiere bedürfen des Schutzes.
Es geht um pflanzliche Ernährung.

Die Aussteller des Sommerfestes hatten z. T. weite Wege. Sie sind weiterhin zu erreichen. Der Link führt über die Homepage des Veranstalters im 2. Schritt direkt auf die Homepage der jeweiligen Aussteller. Das ist eine perfekte Idee, deren Prämissen nachzulesen, Newsletter zu bestellen, im Kontakt zu bleiben.

Das Ausstellerverzeichnis selbst teilt sich in den Bereich der Gastronomie mit 26 Foodstores. Der Handel mit 32 Ausstellern präsentiert Produkte. Das Wirtschaften ist bei beiden mit dem veganen Lebensbereich verwoben. Anders sieht es mit den "Ausstellern im Bereich der Information" aus. 36 an der Zahl, größtenteils NGOs und Stiftungen und zwei Parteien. Ein zu erwirtschaftendes Einkommen gibt es hier wohl nur im geringen Maße, währenddem die Ausgaben-Lawine zu rollen beginnt, bevor die gewünschten Fakten zur Aufklärung, z. B. über den Umgang mit Tieren auf den Tisch oder über die Sender ausgestrahlt werden können. Auch die Themen sind breit; sie beginnen mit A wie beispielsweise für "Abrichtung" oder "Ape" und reichen bis Z wie "Zirkus" oder "Zoologischer Garten".

Diese Gruppe der Aussteller stehen nicht im Erwerbs-Wettbewerb aber sie haben ihre Gegner, das sind Missstände, die sie aufheben wollen. Über jeden liesse sich berichten. Hier beispielsweise die Stiftung Deutsches Tierschutzbüro e.V., 2013 gegründet, die sagt: "Wir geben Tiere eine Stimme". Die Stiftung hat den Wege eingeschlagen, dem sie sich verantwortlich fühlt und das passt nicht jedem. Sie bekam den Gegenwind der Betriebe zu spüren.

Die Liste ihrer Aktionen ist auf der Homepage dokumentiert. Ist eine Aktion beendet. bleibt der Vorgang beim Tierschutzbüro weiter einzusehen. Nur ein Wort sechs Buchstaben und einem Ausrufezeichen wird dazu geschrieben. Es heißt "ERFOLG!"

Auf dem "Veganen Sommerfest 2016" forderte das Tierschutzbüro "Schließt das Schweinehochhaus!", gemeint ist damit ein Betrieb in Maasdorf bei Halle, Bundesland Sachsen-Anhalt. "Man" hatte erst nur davon gehört. Ein Rechercheteam fand den Betrieb. Das war der Beginn, dort die Qual der Tiere zu dokumentieren. Ein derartiger Umgang mit Tieren war zuvor nicht bekannt gewesen und wird als einmalig beschrieben.

Ein Auszug aus der Homepage: "Auf 6 Etagen werden rund 500 Hybrid-Sauen für die Vermehrungszucht gehalten, zehntausende von Ferkeln werden so geboren. Die Tiere werden zwischen den Etagen mit einem Fahrstuhl hin und her transportiert. Die unter industriellen Bedingungen produzierten Ferkel werden an Züchter und Mäster in ganz Deutschland verkauft."

Mit neuen Unterschriften soll weiterer Nachdruck zur Schließung erzeugt werden. "ERFOLG!" soll zu lesen sein, so wünschen es sich die Tierschützer und das je eher je lieber. Informationen, auch gangbare Wege diskutiert das Team des Deutschen Tierschutzbüro auf dem Alexanderplatz. Ein Promotioncar mit dem Bild als Blickfang zeigt das "Schweinehochhaus" mit zwei Ferkel und deren erste Schritte, auf der grünen Wiese anzukommen.

Das waren die Fakten. Nun zurück zum veganen Sommerfest 2016. Ein Veranstaltungszelt war eingerichtet. Im engen Zeittakt und fast fliegenden Wechsel über die drei Tage verteilt, wurden Themen vorgestellt.

Für die Stiftung Deutsches Tierschutzbüro e. V. stand auch Jan Pfeiffer dort dem Publikum gegenüber. Von der Crew begrüßt und vorgestellt wurde er mit: "Jan Pfeiffer wird über das Tierleid berichten". Das hat er wahrgenommen.

Jan Pfeiffer ist es gewohnt zu sprechen, beispielsweise bei Gerichts-Prozessen in den vergangenen Jahren trug er immer wieder die Standpunkt von Tierschützern und Tierrechtlern vor. Er belegte die Situationen der Tiere in den Mastbetrieben mit Fotografien, die schier fassungslos machen. Auch wenn klar ist, die Bilddokumente sind nicht auf Einladung des Betreibers entstanden. Eine neue Qualität der Beweisführung war eingetreten, wenn gleich Betreiber auch diese Dokumente umzudrehen verstehen und von sich auf andere schieben möchten. Dazu der Kommentar von Jan Pfeiffer: "Ich habe noch keinen Prozess verloren."

Aber, ... hier im Zelt auf dem Alexanderplatz hält er das Mikrofon in der Hand und beginnt ganz einfach: Menschen zu belehren, sei nicht sein Ziel. Es läge ihm näher, die Menschen zum Nachdenken darüber anzuregen, was sie essen.

Pfeiffer führt fort, die Betreiber von Masttierbetrieben wollen die Aufklärer "mürbe zu machen", sie können Prozesse führen und hinauszögern und wissen sich von klugen Anwälten zu vertreten. Das Geld dafür ist da. Auch Wiesenhof ist kein romantischer deutscher Fachwerkbauernhof, sondern ein Massenbetrieb, der weit mehr als 100.000 Hühner am Tag schlachten lässt. Hierzu nun keine Worte mehr sondern Bilder. Sie stehen öffentlich im Netz.

Und noch einmal zurück ins Vortragszelt. Dort ist Humor und Spaß vertreten. "Der Artgenosse" und der "Graslutscher" diskutieren Vegan und Vegetarisch.

Das "Vegane Sommerfest Berlin 2016" ist zu Ende. Die Jahreszählung beginnt mit dem ersten Tag von 362. Dann ist der Wechsel auf pflanzliche Lebensweise wieder angesagt Und solange und so, als sei nichts gewesen, haben die Wurstsorten aller Arten von Curry bis Thüringer, Wiener, Frankfurter mit ihren Händlern den Alexanderplatz wieder eingenommen.

Hinweis: Morgen (25.08.2016) wird im ARD-Magazin "Kontraste" (21:45 Uhr) über das "Schweinehochhaus" berichtet.

Kommentare (6)

Berlina (nicht überprüft)

Mi. 24 Aug 2016 - 13:32

"...Menschen zu belehren, sei nicht sein Ziel. Es läge ihm näher, die Menschen zum Nachdenken darüber anzuregen..." Na ein Glück. Bis zu der Stelle las es sich sehr "dogmatisch".

Mark (nicht überprüft)

Mi. 24 Aug 2016 - 16:03

Was diese Veganer da verlangen ist weltfremd, es klingt nach den Wunschdenken von Menschen, die nie mit Armut oder Hunger konfrontiert waren.

Robinius (nicht überprüft)

Do. 1 Sep 2016 - 20:03

Antwort auf von Mark (nicht überprüft)

Weltfremd ist, wenn man nicht weiß, wie sehr der Fleischkonsum der westlichen Welt zum Hunger in der dritten Welt beiträgt, den Regenwald bedroht und das Klima schädigt.
Niemand muss Veganer werden, doch weniger Fleisch- und Milchkonsum würde immens helfen.

pavlovic (nicht überprüft)

Do. 25 Aug 2016 - 10:28

Ich halte eine Förderung der Geburtenkontrolle beim Menschen für eine geeignetere Maßnahme Tierleid zu mindern - sowohl für Zucht- als auch für Wildtiere. Man sollte sich auch keiner Illusion hingeben dass es bei selbstauferlegten Ernährungstabus bleiben wird: Ziel dieser Bewegung ist es mit dem Strafrecht Fleischkonsum zu ächten und zu verbieten. Die radikalsten Forderungen und Einstellungen werden willkommen geheißen - nicht anders als bei religiösen Fanatikern. Opfer einer solchen Politik werden nicht die Industrieländer sein, sondern, internationaler Machtbalance entsprechend Länder die sich gegen eine Einflußnahme von Außen kaum erwehren können. So ist es z.B. beim Verbot von Cannabis weltweit der Fall. Selbst Länder die Cannabis traditionell konsumieren wie bei uns den Alkohol mußten sich internationaler Ächtung beugen(!) Die vegane Bewegung weiß sich auch einig mit biblischen Träumereien: „Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR“. (Jesaja) Nicht zuletzt hat diese Bewegung ihre Unschuld verloren und hat auch schon politische Morde auf dem Gewissen.

struppi (nicht überprüft)

So. 28 Aug 2016 - 14:09

Geht das nur mir so?
Ich stolpere etwas über den ersten Satz

"Was die Veganer verbindet lässt sich einfach sagen: Der schöne Satz, lasst die Tiere einfach mal in Ruhe, langt dafür nicht."

Es läßt sich etwas einfach sagen, aber nicht mit dem "schönen Satz"?
Warum wird er dann benutzt?

Evelin Frerk (nicht überprüft)

Do. 1 Sep 2016 - 12:21

Antwort auf von struppi (nicht überprüft)

"Lasst die Tiere einfach mal in Ruhe" war in Berlin plakatiert. Das hätte ich in dem Artikel schreiben sollen. Vielen Dank für den Hinweis. Ich war betriebsblind.

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