Thomas Strobl verleumdet Ungläubige

Meisen bei Menschberger

Thomas Strobl (CDU)
Thomas Strobl (CDU) bei "Maybritt Illner" am 08.09.2016

Was die diversen Schwatzbuden im abendlichen Fernsehen betrifft ist man ja Kummer gewohnt. Bei der gestrigen Talkrunde – nein, nicht bei Maischberger – bei Maybrit Illner zu dem Thema "Wer folgt noch Angela Merkel?" hatte sich eine zugegeben eher wenig illustre Runde versammelt. Dennoch hoffte man, die Zeit bis zum Umschalten zu Dieter Nuhr mit einer zumindest halbwegs erhellenden Debatte überbrücken zu können. Nun soll an dieser Stelle keine Kritik an besagter Sendung erfolgen, denn sie war es vielleicht gar nicht wert, viele Worte über sie zu verlieren.

Vielleicht? Nun, um das redlich beurteilen zu können, hätte man natürlich die ganze Diskussion anschauen müssen. Aber in der Tat war das Niveau nicht dazu angetan, so gefesselt zu werden, dass man nicht "nuhr" die Fernbedienung zu betätigen vergessen könnte. Ja, ich habe nur einen Teil gesehen, und insofern verbiete sich ein Gesamturteil meinerseits.

Jedoch sollte eines nicht unerwähnt bleiben: Dass sich Thomas Strobl (CDU) – im Kabinett Kretschmann ist er baden-württembergischer Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident – erdreistet, die übliche Leier der christlich-abendländischen Werte zu drehen, überrascht zwar nicht wirklich, wenn gleich es auch immer wieder verärgert, wenn zum einen humanistische Werte trivial vereinnahmt, und zum anderen dann aber auch wie dort erkennbar missbraucht werden, um den (rechten) Parteiflügel unter das "C" der Partei zu pressen, nach dem Motto: Hilfsbereitschaft (gegenüber Flüchtlingen) mag ja schlecht ankommen, aber redet nicht darüber; wir sind ja eine christliche Partei, deswegen mussten wir so handeln. Und mit dieser Auslegung könnt ihr euch gegenüber den Richtung AfD abdriftenden Wählern (oder gar Parteimitgliedern) artikulieren.

"AfD ist atheistisch"

Richtig übel aber wurde es, als Strobl nach seiner x-ten Wiederholung der christlichen als die per definitionem einzig guten Werte den anwesenden AfD-Politiker Matthias Manthei (AfD-Landesparteivorsitzender Mecklenburg-Vorpommern) und die flüchtlingsfeindliche Haltung dessen Partei pauschal als atheistisch bezeichnete, bzw. in Strobel’schen Tonfall als atheistisch "beschimpfte".

Die Konnotation der "Szene" war natürlich eindeutig abwertend gemeint und unumwunden auch so zu verstehen, aber in einer Weise, die die Grenze des Erträglichen bei weitem überschritt. Das eine sind die durch und durch Guten, weil Christen, das andere sind die unsäglich Schlechten, also die Atheisten. Und so hat er zwei Fliegen mit einer Klappe zu erledigen geglaubt: die AfD ist schlecht (wer würde ihm da bei aller Einfalt der simplen Kategorie widersprechen wollen) und damit atheistisch, und Atheisten hat er dann sogleich in die unmittelbare Nähe zur "Gedankenwelt" der AfD gerückt. (Vermutlich verfolgt er auch hier das Ziel, zu verhindern, dass sich noch mehr christlich verortete Wähler der AfD (weil angeblich "atheistisch") zuwenden; Petry, von Storch und andere werden einfach ausgeblendet.)

"Gute Werte" (hier Hilfsbereitschaft) gleich christlich, das Gegenteil davon muss dann also atheistisch sein. In dieser dreisten Simplifikation hat man vor allem so manchen reaktionären religiösen Würdenträger in Erinnerung (Marke Dyba, Mixa, Meisner und Co.), andere tarnen diese Denkweise etwas "geschickter" und versuchen die an sich gleiche Haltung durch pseudo-differenzierte Schwurbelei zu kaschieren.

Nun also Schäubles Schwiegersohn Strobl ("Der Grieche hat jetzt lang genug genervt!"); er ist bekannt für simplifizierende Direktheit und hat sich wieder einmal dergestalt offenbart.

"Und ich bin doch gläubig!"

Noch irritierender und eigentlich skandallöser war allerdings, dass sich niemand der Anwesenden zu dieser Diffamierung zu äußern wusste, weder Manuela Schwesig, SPD, noch Gabor Steingart (Handelsblatt) noch Albrecht von Lucke (Politikwissenschaftler). Auch Maybrit Illner lies dies unhinterfragt so stehen. Sollte aber im umgekehrten Fall jemand eine Religion so plattitüdenhaft pauschal negativ konnotieren, würden die Zurückweisungen mutmaßlich auf dem Fuße folgen.

Allein der in dieser Weise angegriffenen AfD-Politiker (zuvor in der CDU!) mochte sich dazu äußern. Aber anstatt das Kompliment dankend anzunehmen bezichtigte er sich in demütiger und offen-ehrlicher Weise, selbst durchaus gläubig zu sein. Da sage noch jemand, Politiker seien nicht ehrlich!

Welche eine Ironie. Seine weitere Einlassung könnte man zunächst sogar so stehen lassen, da er sagte, dass Religion aber nicht politisches Handeln bestimmen dürfe. Allerdings hat auch er damit wiederum Hilfsbereitschaft und Empathie als ausschließlich religiös motiviert denunziert. Oder reklamierte er gar Rationalität für sich? Und ist dann in seinem Sinne Hilfsbereit­schaft und empathisches Handeln als bar jeglicher Rationalität anzusehen? Und inwieweit treffen diese Kategorien auf das gegenwärtige politische Handeln überhaupt zu?

Nein, da wurde nichts weiter hinterfragt. Religion ist gut, Unglaube schlecht. So einfach ist die Welt. Und natürlich gilt auch der bekanntermaßen sich "daraus ableitende" Umkehr­schluss: weil etwas "gut" ist, muss es mit Religion zu tun haben, und wird etwas als "schlecht" angesehen, ist es "folglich" atheistisch. Oder konkret in diesem Fall: die AfD ist atheistisch, weil sie gegen Flüchtlinge hetzt. Beweis für diese These: Weil ja ein Herz für Flüchtlinge zu haben (nur) christlich sei, ist also das Gegenteil davon gleich atheistisch. Diese brillante logische Schlussfolgerung, die sich aus Strobls Äußerungen heraus­destillieren ließ, macht ihn verdächtig, den nächsten Nobelpreis für Philosophie zu bekommen. Was, den gibt es gar nicht? Na, dann bleibt zumindest das "Goldene Brett".

Das bei weitem größte Ärgernis, welches mir persönlich bei dieser Sendung widerfuhr, war aber, da ich redlicherweise abgewartet hatte, ob nicht doch noch jemand den Strobel’schen Ausfällen entgegenzutreten gedenkt, dass ich das rechtzeitige Umschalten (dann doch) für eine kleine Weile vergessen hatte und so ein gutes Stück des Satiregipfels nicht mitbekommen (mit erklommen) habe. Allerdings entschädigte Dieter Nuhr dann sogleich und wie gerufen mit seinem Statement, dass nämlich die Rechten und Braunen mit ihren dumpfbackenen Attitüden der wichtigen und unbedingt notwendigen Religionskritik einen Bärendienst erweisen würden. Wie wahr! Immerhin der echte Satiregipfel…!

Ob Maybrit Illner, Sandra Maischberger oder Frank Plasberg, ob Anne mal wieder will oder gar Markus eine Lanz(e) für tiefergelegte Mittelmäßigkeit bricht, Religionskritik verliert sich bei diesen Formaten – wenn sie überhaupt thematisiert wird – i.d.R. in Äußerlichkeiten; substantielle Auseinandersetzung meidet man dann doch lieber.

Stattdessen können sich nicht selten so manche Schaumschläger wichtig tun, oder "Simplifikateure" wie Strobl ihre flachen Statements raushauen, so dass man von dieser Weise angesteckt in ähnlicher Manier seufzt: "Mensch, der hat wohl ne Meise!"

Und so pflege ich eine vergleichsweise misslungene Talkrunde zu nennen (einerlei, wer moderiert): "Meisen bei Menschberger". Eventuelle Ähnlichkeiten mit bestehenden Formaten sind rein zufällig.

Kommentare (12)

Meinungsfreihe… (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 11:48

Ich frage mich, ob das Strafgesetzbuch auch Atheisten/Verräter/Ungläubige in Schutz nimmt oder ob nur Gläubige und Rechtgeleitete diesen Schutz genießen dürfen.

Strafgesetzbuch § 130 Volksverhetzung:
(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, [...]

annen nerede (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 13:23

Antwort auf von Meinungsfreihe… (nicht überprüft)

GBS: Werden Sie Anzeige erstatten? Oder was machen Sie eigentlich mit den ganzen Stiftungsmillionen? Wenn Sie nur von den Zinsen Aktionen bezahlen, wird dat nix.Da muss auch mal ein großer Betrag aufgewendet werden. Ziel: Solidarisierung der humanistischen Atheisten in Deutschland, damit sie sich nicht so klein und unbedeutend vorkommen....

Atheist Steinbrenner (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 17:00

Antwort auf von Meinungsfreihe… (nicht überprüft)

"die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören" heisst doch dass die beledigte oder verächtlich gemachte Gruppe gemeinhin als äußert gewaltbereit gelten muss, damit durch die Beledigung und Verächtlichmachung der öffentliche Friede plausibel gestört werden kann.

Das heisst nach meiner Lesart implizit, dass wann immer jemand als Betroffener Anzeige wegen eines Paragraphen, dessen Tatbestand die Geeignetheit der Störung der öffentlichen Ordnung ist, erstattet, er sich selbst als gewaltbereit outet. Insofern Gewaltbereitschaft üblicherweise negativ konnotiert wird, sollte man meinen dass Anzeigen wegen §130 oder §166 StGB wegen des negativen Lichtes das die Anzeige auf den Anzeigenden wirft eigentlich nicht vorkommen dürften.

Vielmehr bin ich der Meinung dass implizit eingeräumten Gewaltbereitschaft die anzeigenden präventiv überwacht werden müssten.

Wolfgang (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 12:15

Man darf nicht vergessen, es war wieder eine Fernsehshow! Genauso wie eine Kirchenshow, es wird viel geredet, Verstand ist nicht gefragt. Diese Vertreter von Politik oder Kirche sind Kameras gewohnt, sie können damit genauso umgehen, wie mit Toilettenpapier.
Entscheidend ist, was hinten herauskommt. Helmut Kohl
Und was kommt hinten heraus???

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 12:41

Obwohl H. Strobel evangelisch ist, liegt er damit ganz und gar auf einer Linie mit dem Bergoglio-Papst - was für ein schöner Beitrag zur christlichen Ökumene - sagte dieser doch erst kürzlich in seiner Homilie zur Heiligsprechung der Mutter Teresa am 4.9.2016:

„Das christliche Leben besteht jedoch nicht bloß darin, im Moment der Not Hilfe zu leisten. Wenn es so wäre, handelte es sich gewiss schon um eine schöne Gesinnung menschlicher Solidarität, die eine unmittelbare Wohltat auslöst, aber es wäre steril, weil es keine Wurzeln hätte. Der Einsatz, den der Herr verlangt, ist dagegen eine Berufung zur Nächstenliebe, mit der jeder Jünger Christi sein Leben in Jesu Dienst stellt, um jeden Tag in der Liebe zu wachsen.“

Nun könnte man durchaus der Meinung sein, „steril“ sei im Sinne von keimfrei, in diesem Fall von religiösen Keimen, etwas positives; und ist es nicht von edlerer Gesinnung, wenn man ganz ohne Verlangen eines „Herrn“ eine unmittelbare Wohltat auslöst ? Aber nein, es ist ja ohne Wurzeln und somit ist hier „steril“ eher mit „unfruchtbar“ gleich zu setzen und ohne Nachhaltigkeit.

Bergoglio wäre aber nicht der Papst der Fettnäpfchen, wenn er nicht als
Kollateralschaden gleich mal die Hilfeleistungen aller Nichtchristen - und nicht nur der Atheisten - als minderwertig klassifizierte. Wie das wohl bei seinem Freund von der Kairoer Islam-Universität ankommt ? Oder z.B. bei den Mitarbeitern des Roten Halbmond ?

Carsten Meister (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 13:13

Insgesamt teile ich Ihre Einschätzungen.

Allein in Bezug auf Herrn Manthei von der AfD (der ich, Ex-Mitglied, nicht viel abgewinnen kann), widerspreche ich. Zugute gehalten, daß seine Redezeit sowieso schon auf ein Mindestmaß eingedampft war und er sich, zusätzlich zu allen anderen Opponenten, auch einer aggressiven und voreingenommenen "Moderatorin" zu erwehren hatte, mußte er in aller Kürze und Schnelligkeit artikulieren. Vor diesem Hintergrund hat er sich wacker geschlagen, ist mancher expliziten Unterstellung von Fr. Illner in deren Fragestellungen nicht auf den Leim gegangen (z.B. "Ihr Haß gegen Fr. Merkel"). Daß Religion nicht politisches Handeln bestimmen dürfe, interpretiere ich i.V.m. seinem zusätzlichen, expliziten Hinweis auf die Säkularität unseres Staats nicht als pauschale Negierung religiös fundierter Überzeugungen im politischen Denken - die sind letztlich auch gar nicht zu verhindern. Es ging ihm eher um die Ablehnung der von Hrn. Strobel implizierten Überhöhung des christlichen Wertekanons zur deutschen Staatsmaxime. Die Vereinnahmung von Hilfsbereitschaft und Empathie als ausschließlich christlich hat er sicherlich nicht gut geheißen, das konnte ich jedenfalls nicht ableiten. So gesehen, reklamierte er durchaus zu Recht Rationalität in einem Maße für sich, die andere in der Runde sträflich haben missen lassen.

Vielleicht laufen Sie in diesem Teil Ihrer Einschätzung in exakt jene Falle, in der sich auch die Debatten-Teilnehmer von vornherein einrichteten: dem Denken vom Ergebnis her. Die AfD ist Feindbild, einer ihrer Vertreter kann also, auch nicht in Einzelaspekten, niemals Recht haben. Wahre Objektivität und Ausfluß echten Humanismus' ist das dann aber auch nicht.

Karin Resnikschek (nicht überprüft)

Fr. 9 Sep 2016 - 16:02

Homosexuelle, Frauen, Schwarze sind inzwischen längst in der BRD und anderswo gleichgestellt. Nun stürzen sich alle auf die einzigen, die man noch ungestraft diskriminieren kann: auf die Konfessionsfreien, Atheisten und sog. Ungläubigen. Der Vorrang von Religion und damit Religionsunterricht (gilt auch für islamischen in der BRD) und damit für alle Kirchen-/Moscheenmitglieder - das ist mittelalterlich und grundgesetzwidrig. Wie wenig sensibel unsere Gesellschaft da ist, zeigt der Vorrang christlicher Flüchtlinge vor anderen, den die CSU/AfD u.a. jetzt fordern. Nur weil die Kirchen 58% und damit die Mehrheit und einen "höheren Organisationsgrad" haben, dürfen sie nicht gegen das Grundgesetz verstoßen! Die Mehrheit hat nicht immer Recht! Der Rahmen für Gesetze sollte das Grundgesetz sein! Das ist aber heimlich von Kirchenjuristen und allzu kirchenfreundlichen Interpretationen gegen uns Konfessionslose ausgehebelt. Das ist der Grund der Diskriminierung Konfessionsfreier. Weil wir keine "Ersatzkirche" bilden wollen und können, konnten die Kirchen uns schamlos ins gesellschaftliche Aus drängen - und verweisen stets auf ihre 58 Mio. Mitglieder. Selbst Kirchenobere und Papst Benedikt (heute: dpa) beginnen zu merken, das die Säkularisationsentschädigungen übererfüllt und welche ungeheuerlichen Menschenrechtsverstöße sie uns angetan haben! Wir müssen uns um unserer Würde, um unserer Kinder und um des Grundgesetzes willen zu unserer Gleichberechtigung und Gleichstellung bekennen und um sie kämpfen. Die CSU und AfD wollen sogar christlichen Flüchtlingen Vorrang vor andersgläubigen/denkenden geben. Ich bitte den HVD noch deutlicher beim BVerfG und dem EuGH und den Menschenrechtsorganisationen vorstellig zu werden. Die Hetze gegen Konfessionsfreie und nichtkirchliche Humanisten muss sofort aufhören, der Vorrang von Religion oder christlicher Religion muss fallen!. Karin Resnikschek

Schwabe (nicht überprüft)

Di. 13 Sep 2016 - 21:37

Antwort auf von Karin Resnikschek (nicht überprüft)

Sehr guter Beitrag, Frau Resnikschek, dem ich vollinhaltlich nur zustimmen kann!!

Kay Krause (nicht überprüft)

Sa. 10 Sep 2016 - 07:08

Offener Brief an Christ Strobl.
Kaum oder gar nicht geehrter Herr Strobl! Wenn wir individuell (wie Sie es tun) die sogenannten Werte des menschlichen Zusammenlebens von den weltweit hunderten von unterschiedlichen Relionen abhängig machen, dann kommt das dabei heraus, was wir seit jahrtausenden erleben: Religions -kriege. Der mörderische Kampf des "IS" ist momentan einer davon. Sie schüren diesen Kampf mit Ihren dummen Parolen wie "Erhaltung der christlichen Werte", anstatt mit möglicherweise etwas vorhandener Intelligenz (welche man von einem Landes-Innenminister erwarten sollte) die Wogen zu glätten. Ich möchte Ihnen mit meiner Argumentation, mit den "Werten" meiner Lebensführung versuchen, dabei
zu helfen. Der "Wert" meines Lebens (wie auch immer Sie den Begriff selbst definieren mögen) besteht darin, mit meinen Nachbarn ein "sozial verträgliches Leben" zu führen. Und - Sie werden es nicht glauben - ich erwarte Gleiches von meinen Nachbarn. Und wenn wir alle friedlich miteinander leben wollen, dann wird meinen Nachbarn nichts anderes übrig bleiben, als genau das zu erlernen, wenn sie es noch nicht können.
Sie - die Nachbarn, und auch Sie - Herr Strobl, müssen lernen und akzeptieren, dass es Menschen gibt, die anders denken und glauben als Sie. Für Sie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass von allen Sie umgebenden Bürgern Ihr sogenannter christlicher Glaube respektiert wird. Woran liegt es , dass es Ihnen offensichtlich nicht gelingt, Anderdenkende genauso zu akzeptieren, zu respektieren. Was veranlaßt Sie, mich als Atheisten zu beschimpfen? Sie kennen mich und Millionen andere Atheisten in der Bundesrepublik Deutschland doch gar nicht.
Dass Herr Kretschmer ausgerechnet Sie zum Innenminister von Baden Würthemberg gekürt hat, das gibt mir über diesen Herrn doch sehr zu denken! Herr Strobl, ich lade Sie herzlich ein zu einem entsprechenden Thema-Diskurs, gern auch mit Gleichgesinnten von Ihrer und meiner Seite. Auf Frau Menschberger möchte ich dabei allerdings gern verzichten.
Und ich garantiere Ihnen schon heute, dass ich Ihre unqualifizierten Äußerungen bezüglich eines friedlichen nachbarschaftlichen Zusammenlebens von unterschiedlich Denkenden nicht einfach so kommentarlos stehen lassen werde, wie Frau Maischberger es getan hat, nach dem Motto "Oh, Religion, Gott, Glaube, Kirche......bloß nix Falsches sagen, dann lieber gar nix!" Letzte Anmerkung, Herr Strobl: kann es vielleicht sein, dass Sie in der falschen Partei sind, und das Herr Kretschmer das noch gar nicht gemerkt hat?

Schwabe (nicht überprüft)

Mi. 14 Sep 2016 - 22:32

Antwort auf von Kay Krause (nicht überprüft)

Eine kleine Korrektur sei erlaubt: Der Kabinettschef von Herrn Strobel
heisst Winfried Kretschmann!

Kay Krause (nicht überprüft)

Fr. 14 Okt 2016 - 05:22

Antwort auf von Schwabe (nicht überprüft)

Da haben Sie zwar 100% recht, aber - mal ehrlich: wenn Sie sonst keine Probleme haben, dann geht's Ihnen doch relativ gut, oda?

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