Udo Endruscheit
Von Udo Endruscheit auf HPD erschienen
Warum diese Semantik historisch falsch, verfassungsrechtlich problematisch und politisch gefährlich ist
Wenn der Sozialstaat "wuchert"
Anlesen ↓
Wenn ein Historiker in einem großen Leitmedium den deutschen Sozialstaat gleich in der Headline als etwas beschreibt, das "weit in die Mitte der Gesellschaft gewuchert" sei, dann ist das mehr als eine rhetorische Zuspitzung. Es ist eine semantische Setzung, die den Sozialstaat aus seiner historischen Entwicklung und seiner verfassungsrechtlichen Verankerung herauslöst – und ihn in die Nähe eines Fremdkörpers rückt, der sich unkontrolliert ausbreitet.Alles lesen →
Serie über die Grundlagen des deutschen Sozialsystems – Teil 5
Warum die Rentenversicherung ohne Staat nie funktionieren sollte
Anlesen ↓
Die gesetzliche Rentenversicherung war nie als rein beitragsfinanziertes System gedacht. Staatliche Zuschüsse sind kein Betriebsunfall, sondern systemimmanent. Wer sie als Problem darstellt, missversteht die Rentenversicherung – und verkennt ihre Rolle als staatliche Infrastruktur für eine universelle Lebensphase.Alles lesen →
Ein stiller Abschied von einer Politik der Gründe
Politik im Exoskelett
Anlesen ↓
Es gibt Entwicklungen, die nicht mit einem Knall beginnen, sondern mit einem Satz. Ein Satz, der beiläufig klingt, fast technokratisch, und doch mehr über den Zustand der politischen Kultur verrät als jede Regierungserklärung. Ein solcher Satz lautet: Man wolle die Vorschläge der GKV‑Finanzierungskommission eins zu eins umsetzen.Alles lesen →
Essay
Die Reformrhetorik und die Krise der politischen Öffentlichkeit
Anlesen ↓
Die politische Kommunikation in Deutschland ist seit Jahren von einem Begriff geprägt, der seine ursprüngliche Bedeutung weitgehend verloren hat: "Reformen". Kaum ein Interview, kaum eine Regierungserklärung, kaum ein Leitartikel kommt ohne ihn aus. Er steht im Raum wie ein ständiges Hintergrundrauschen, das Aktivität suggerieren soll, Modernität, Entschlossenheit. Doch je häufiger er verwendet wird, desto deutlicher wird, dass er kaum noch etwas bezeichnet. Die Bevölkerung erlebt eine Wirklichkeit, die mit dieser Sprache nur noch lose verbunden ist. Und genau in dieser Diskrepanz beginnt ein Problem, das weit über einzelne politische Maßnahmen hinausreicht.Alles lesen →
Serie über die Grundlagen des deutschen Sozialsystems – Teil 4
Eine Versicherung nur dem Namen nach? Die Entkernung der Arbeitslosenversicherung
Anlesen ↓
Die Arbeitslosenversicherung war ursprünglich der Zweig der Sozialversicherung, der dem klassischen Versicherungsprinzip am nächsten stand. Sie sollte ein temporäres Erwerbsrisiko absichern, Übergänge ermöglichen und den sozialen Abstieg verhindern. Heute erfüllt sie diese Funktion nur noch in Fragmenten. Der abrupte Übergang von beitragsfinanzierter Versicherungsleistung zu bedürftigkeitsgeprüfter Fürsorge untergräbt ihre Legitimation – und hat die kulturelle Wahrnehmung des Systems grundlegend verändert.Alles lesen →
Was die aktuelle Politik über ihr Sozialstaatsverständnis verrät
Anlesen ↓
Mit dem "Ersten Reformpapier" der "FinanzKommission Gesundheit" liegt nun ein Katalog von 66 Maßnahmen vor, der das Gesundheitswesen kurzfristig stabilisieren soll. Vieles darin ist sinnvoll, manches überfällig, einiges durchaus pragmatisch umsetzbar – anderes fragwürdig. Und doch wäre es ein Fehler, sich in einer kleinteiligen Bewertung einzelner Vorschläge zu verlieren. Denn das eigentlich Entscheidende an diesem Papier ist nicht die Liste der Maßnahmen, sondern das Verständnis von Sozialstaat, das sich darin ausdrückt.Alles lesen →
Kommentar
Ehegattensplitting: Wenn politische Kommunikation die Realität verlässt
Anlesen ↓
Die Debatte um das Ehegattensplitting zeigt exemplarisch, wie weit sich politische Kommunikation von sozialgeschichtlicher Realität entfernen kann. Während Kabinettsmitglieder von "Fehlanreizen" sprechen und Medien unkritisch folgen, gerät aus dem Blick, warum das Splitting überhaupt eingeführt wurde – und für wen es bis heute wirkt. Ein Kopfschüttelartikel über polithistorische Amnesie, ökonomische Verkürzungen und eine Politik, die ihre eigenen Wähler missversteht.Alles lesen →
Kommentar
Wenn die Frage nicht beantwortet wird – ein Beispiel politischer Themenverschiebung
Anlesen ↓
In der jüngsten Regierungsbefragung des Bundestags wurde der Kanzler um eine Stellungnahme zur aktuellen Debatte über Gewalt gegen Frauen gebeten, die durch den Fall von Collien Fernandes ausgelöst wurde. Die Frage war klar umrissen: Es ging um ein strukturelles, gesellschaftlich tief verankertes Problem, das seit Jahrzehnten bekannt ist und dessen Ursachen in patriarchalen Machtverhältnissen liegen – nicht in tagespolitischen Ereignissen. Die Antwort des Angefragten jedoch folgte einem anderen Muster.Alles lesen →
Warum die Infragestellung systemisch problematisch ist
Die beitragsfreie Familienversicherung: Ein Kernbestand des Sozialstaats
Anlesen ↓
Die aufflammende Diskussion über eine mögliche Einschränkung der beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist mehr als bemerkenswert. Denn hier geht es nicht um eine technische Anpassung. Wer an dieser Stelle "reformieren" möchte, greift nicht in eine Detailregelung ein, sondern in das Solidarprinzip selbst, das die GKV seit ihrer Entstehung trägt.Alles lesen →
Serie über die Grundlagen des deutschen Sozialsystems – Teil 3
Knappheit, Steuerung und die falschen Auswege
Anlesen ↓
Die folgenden Überlegungen zielen ausdrücklich nicht auf eine Detailkritik einzelner Steuerungsinstrumente, Vergütungsmodelle oder Zuständigkeiten. Solche Debatten mögen fachlich notwendig sein, sie verdecken jedoch oft den Blick auf das Grundproblem. Es geht hier nicht um die Frage, wie einzelne Stellschrauben besser justiert werden könnten, sondern darum, welche Funktionslogik die GKV inzwischen prägt – und welche Folgen daraus entstehen.Alles lesen →
- 1 von 8
- ältere Artikel →
