Ein Feminismus für die Ideale der Aufklärung

"Das Mädchen von der Enghelab-Straße"
Diese tapfere iranische Frau befestigte ihren Schleier als Protest gegen den obligatorischen Hijab an einem Stock, den sie dann wie eine Fahne schwenkte. Sie und die Gruppe junger Menschen, die sie unterstützten, wurden danach von Sicherheitskräften verhaftet.

Die Autorinnen Naïla Chikhi und Gita Neumann vertreten einen universalen Feminismus, der auf den Idealen der Aufklärung beruht, die immer auch religionskritisch war. Sie wenden sich gegen den "Neofeminismus", wie er etwa aktuell von frauenpolitischen Sprecherinnen der Grünen vertreten wird. Denn diese hätten humanistische Werte ebenso verraten wie die internationale Solidarität, indem sie den frauenverachtenden "politischen Islam" verharmlosen.

Welcher Feminismus "der richtige" ist, wird aktuell heiß diskutiert. Eingeklemmt zwischen weiblicher Selbstbestimmung, kultureller Vielfalt und Grenzen der Toleranz entwickeln sich unterschiedliche Feminismen. Eine um sich greifende Bewegung ist die des sogenannten "Neofeminismus", der im Namen einer allumfassenden Toleranz Elemente des radikalen Islams verteidigt. Gegen ihn wenden wir uns. Es darf nicht länger unterstellt werden, dass Kritik an gesellschaftlichen Minderheiten immer mit AfD und Rechtspopulismus gleichzusetzen wäre. Dies geschieht jedoch in einer ausufernden Antidiskriminierungsbewegung, in der Neofeministinnen mit federführend sind.

Die frauenpolitischen Sprecherinnen von Bündnis 90/Die Grünen Gesine Agena und Ulle Schauws gehören zu dieser neuen Bewegung. Sie legten vor einiger Zeit im Tagesspiegel ihr Verständnis dar, wie "ein moderner, zeitgenössischer Feminismus" auszusehen hätte, der sich gegen eine "härtere Gangart gegen den Islam" wenden solle. Darin sprechen sie sich für einen unbeschränkten "Feminismus für alle" aus. Dieser bedeute immer und überall, "dass Frauen Frauen stärken". Dazu gehöre selbstverständlich auch, sich im Fall von bedrohten Musliminnen "solidarisch an die Seite dieser Frauen zu stellen". Doch welche Musliminnen waren da eigentlich gemeint? Für Schauws und Agena sind das hierzulande diejenigen, die "immer öfter sogar tätlich angegriffen werden, indem ihnen zum Beispiel das Kopftuch heruntergerissen wird." Es ist ihnen nicht eingefallen, auch diejenigen unmissverständlich in ihr Solidaritätsbekenntnis aufzunehmen, die durch Manipulation und Zwang verhüllt werden.

Ein multikultureller Feminismus wie hier der Grünenpolitikerinnen, der auch von Vielen im linken Spektrum geteilt wird, bedarf zu seiner Identitätsstabilisierung ein überkommenes, sehr einseitig festgelegtes Feindbild: rassistische, islamophobe, radikal-nationalistische Kräfte. So lehnen es Agena und Schauws als "hochgefährlich" ab, mit dem Islam in eine Konfrontation zu gehen, wie "sie von einigen Feministinnen eingefordert wird", da dies nur "den Rechten in die Hände spielen" würde. Das führt aus unserer Perspektive die Errungenschaften unseres aufgeklärten humanistischen Menschenbildes ad absurdum und untergräbt die Forderung universaler Frauenrechte.

Wo bleibt in Deutschland und der Welt die Empörung gegen Kopftuchzwang?

Wie kommt es, dass sich aufgeklärte Musliminnen von zeitgenössischen Feministinnen vorhalten lassen müssen, sie seien keine "richtigen" Musliminnen, weil sie sich gegen die Verschleierung und für den Säkularismus einsetzen? Wie kann es sein, dass Menschenrechte, Werte der Aufklärung und Gleichberechtigung zwar gesetzlich verankert sind, aber im Namen der Toleranz wieder über Instrumente des Patriarchats diskutiert wird, gegen die Musliminnen seit mehr als 20 Jahren in der muslimischen Welt kämpfen?

In Algerien etwa kann sich keine unverschleierte Frau allein auf der Straße bewegen, ohne sicher damit rechnen zu müssen, sexuell belästigt oder angegriffen zu werden. Diese geschlechtsspezifische Gewalt wird meist damit begründet, dass eine "gute Muslimin" nichts in der Öffentlichkeit zu suchen hat. Heute sieht man fast ausschließlich verschleierte Frauen und Mädchen. Manchmal werden die Mütter selbst zu Wächterinnen des Patriarchats und zwingen ihre Töchter, sich adäquat zu verhalten. Selbst die Vollverschleierung wird immer öfter getragen. Ein Rückfall, der viele algerische Laizistinnen, die seit Jahrzehnten unter Gefahr für Leib und Leben für eine freiheitliche Gesellschaft kämpfen, zutiefst erschüttert. Auch hier im Westen werden mittlerweile bereits kleine Mädchen mit dem "Tuch der Scham" markiert.

Wie kommt es, dass die Aufklärung von der Linken in den letzten Jahren derart verraten wurde – und zwar nicht nur hierzulande, wo sie nun durch den politischen Islam ebenso bedroht wird wie durch die darauf reagierende AfD? Wie war es nur möglich, dass Linke und Feministinnen emanzipatorische Bewegungen, die sich zum Beispiel im Iran und in Algerien auf "die universalen Werte der Aufklärung" berufen, so schmählich im Stich gelassen haben? Wieso bleibt das Mantra der Neofeministinnen, man sei doch auch gegen einen Kopftuchzwang, ein leicht durchschaubares, rein defensives Lippenbekenntnis? Wo bleibt ihr Aufschrei der Empörung gegen die bestialische Schwerstbestrafung einer iranischen Menschenrechtsanwältin, die Frauen gerichtlich verteidigt hatte, welche ihrerseits lediglich gegen Verhüllungsvorschriften protestiert hatten?

Ausgrenzung der Schutzbedürftigsten durch naive Verklärung

Das Verbot des Tragens religiöser Symbole, also auch des Kopftuchs, wird vom Berliner Neutralitätsgesetz in bestimmten Bereichen des öffentlichen Dienstes vorgeschrieben. Das ist aus unserer Sicht auch wichtig, da Lehrerinnen als Vorbilder dieses Symbol der religiös motivierten Abgrenzung in den muslimischen Communities nicht verbreiten sollten. Ansonsten verhindern sie nachhaltig, dass muslimische Mädchen und junge Frauen in der Mehrheitsgesellschaft ankommen und ein selbstbestimmtes Leben ohne religiöse und traditionelle Tabus führen.

Unbeachtet bleibt auch der die Kinderrechte verletzende Druck auf noch nicht geschlechtsreife Mädchen, damit sich diese frühzeitig an einen unverzichtbaren Hidjab "gewöhnen". In Wahrheit und der Logik folgend ist eine naiv verklärende, allumfassende Toleranz im Sinne eines kulturellen Relativismus repressiv. Denn diejenigen, die sie betreiben, grenzen gerade die Schutzbedürftigsten aus.

Kulturrelativistische Toleranz als Bedrohung der Freiheitswerte

Nicht wenige unserer muslimischen Mitbürgerinnen leben in frauendiskriminierenden Parallelgesellschaften, die ihre universellen Rechte massiv einschränken. Die europäische Aufklärung war schon immer damit verbunden, nicht nur die Autonomie der Individuen vor herrschenden religiösen und staatlichen Übergriffen zu schützen, sondern auch Denkverbote aufzubrechen und Tendenzen, die Errungenschaften der Emanzipation bedrohen, sorgfältig zu analysieren. Bei letzterem versagt der Neofeminismus.

Nachdem Vielfältigkeit und Diversität in unserer Gesellschaft sträflich vernachlässigt wurden, droht jetzt eine Dominanz des subjektiven Faktors und eine überbordende Antidiskriminierung. Denn religiöse, politisch-ideologische oder kulturelle Praktiken von Minderheiten werden nicht mehr nur gewürdigt oder toleriert, sondern mittels Tabu, Opferstatus und Unantastbarkeit gegenüber jeglicher Kritik immunisiert.

Selbstverständlich darf niemand einer Frau das Kopftuch verwehren. Inzwischen diskutieren wir aber darüber, ob das Verbot der Vollverschleierung an einer deutschen Universität eine Diskriminierung darstellt. Eine zum Islam konvertierte Studentin klagt deshalb gerade vor dem Bundesverfassungsgericht. Sie und die ihr Anliegen unterstützende Föderale Islamische Union wollen extreme geschlechtsspezifische Bekleidungsvorschriften in der Mitte unserer Gesellschaft als Normalität verankern.

Wenn ein "Feminismus für alle" im Namen der Antidiskriminierung propagiert wird, wie dies Agena und Schauws tun, werden real existierende Bedrohungen ignoriert oder verharmlost. Berechtigtes Hinweisen auf Gefährdungen darf nicht den Rechtspopulist*innen überlassen bleiben. Wir sprechen uns für einen universalen Feminismus aus, der es ermöglicht, sich mit all denjenigen zu solidarisieren, die von Gleichberechtigung, Säkularität als Trennung von Staat und Religion sowie von freiheitlicher Demokratie träumen.

Kommentare (17)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 12:03

"So lehnen es Agena und Schauws als "hochgefährlich" ab, mit dem Islam in eine Konfrontation zu gehen" - von den beiden Grünen erwarte ich da sonst auch nix. "Kulturrelativistische Toleranz" von der üblen Sorte.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 13:03

Ist die Diskriminierung einer Diskriminierung eine Diskriminierung?

Es ist aus meiner Sicht nicht nur möglich, sondern geboten, gegen Diskriminierung vorzugehen. Diskriminierende Systeme, wie praktisch alle politischen oder religiös-kulturellen -Ismen sind zu überwinden. Denn Diskriminierung kann nur durch Beseitigung der Diskriminierung aus der gesellschaftlichen Mitte verschwinden.

Dieses Beseitigen ist jedoch keine Diskriminierung, sondern ein Befreien. Wer indes die Diskriminierung toleriert, der macht sich mit ihr gemein. Und wenn die Diskriminierung sogar gegen das Grundgesetz verstößt (Geschlechterapartheit ./. Art. 3 GG), dann macht sich der tolerierende Unterstützer sogar strafbar.

Würden wir anstelle des frauendiskriminierenden Kopftuches (bzw. der islamischen Kleider- und Verhaltensordnung ausschließlich für Frauen) z. B. den Ehrenmord setzen, dann wird das Problem vielleicht klarer. Ich gehe davon aus, dass niemand aus den Kreisen des Neofeminismus Mord gutheißt, selbst wenn er - und hier kommt die Maus - aus traditionellen Gründen innerhalb der islamischen Community geschieht. Nichts kann hierzulande die Tötung eines (oft weiblichen) Familienmitglieds rechtfertigen, auch kein patriarchalischer Ehrenkodex, keine Sura des Korans - gar nichts!

Warum also tun wir uns mit der ideologisch (nicht quantitativ) gleichartigen Bekleidungs- und Verhaltensordnung für muslimisch konditionierte Frauen und Mädchen so schwer? Es geht eben nicht nur um "ein Stück Stoff", sondern um die Ideologie, die dahintersteckt. Frauen seien minderwertig, seien (vor allem) Eigentum des Mannes, bzw. Verhandlungsmasse des männlichen Oberhauptes einer Familie, und fungierten (nach dem Vorbild des Propheten) als Sexsklavinnen. Siehe auch das 10. Gebot (nach lutherischer und römisch-katholischer Reihenfolge) - eines der Gebote, die nach christlicher Auffassung die Grundlage der Menschenrechte darstellen sollen.

Frauen müssen sich verhüllen, verstecken, dürfen sich nicht alleine nach draußen wagen, nichts alleine entscheiden. Bestenfalls die Kochrezepte darf sie auswählen - und natürlich dann kochen, dem Göttergatten servieren, ihm zu Diensten sein. Diese "Erlaubnis" zur Hausarbeit wird von vielen muslimisch konditionieren Frauen als "Gleichberechtigung" bezeichnet: Sie regiert im Haus - dem Mann gehört der Rest der Welt.

Noch lange nach den miefigen 50er-Jahren litten auch im christlichen Deutschland Frauen unter ihren Paschas. Nur zögerlich setzte die Regierung Adenauer die in Art. 3 GG von Elisabeth Selbert (von der SPD! Man glaubt es kaum, die Partei war mal so) vorgegebene Norm um, änderte lange nach dem festgesetzten Termin die Gesetze im BGB. Welche Frau, die den Neofeminismus vertritt, möchte in die 50er-Jahre zurück? Welche will diese Vorzüge eines gesellschaftlichen Wandels kritisieren oder abschaffen? Aber den Musliminnen wollen sie dies verwehren?

Erkennen sie nicht die Nöte der Frauen, die aus ihren Parallelgesellschaften kaum entrinnen können? Die oft genug kaum Deutsch können, die keine sozialen Kontakte außerhalb ihrer Community pflegen dürfen, die bei Streitigkeiten nur zum Friedensrichter dürfen? Sieht man denn nicht den Topf, in den diese Frauen gesteckt werden, und den Deckel, der bleischwer auf ihnen lastet?

Warum heben wir ihn nicht gemeinsam an. Es würden Frauen herauskommen, ihrer patriarchalischen Fesseln entledigt, die wertvolle Teile der Gesellschaft werden können. Selbst wenn viele das aufgrund ihrer Sozialisierung noch nicht einsehen können. Aber es soll auch (bis heute) die eine oder andere Frau deutscher Abstammung geben, die die Vorzüge der echten Emanzipation nicht sehen wollen. Aber das ist dann eine private Entscheidung...

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 14:17

Super ARTIKEL! Volle ZUSTIMMUNG!

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 14:25

Und die Dummheit derer, die die Gefahren gegen die Gleichberechtigung nicht erkennen und deswegen den Islam mit all seinen Unterdrückungs-Mechanismen in Deutschland etablieren,
werden unsere und die Träume der Frauen, welche sich davon befreien wollen, platzen lassen. Unsere Politiker sind eine Schande für alle Demokratieanhänger, da diese den Weg in
einen realen Säkularen Staat verhindern anstatt zu fördern.

Manfred Gilberg (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 15:51

Das Kopftuch ist diskriminierend auf zweierlei Weise:
Es diskriminiert zum Einen die Trägerin/nen
Es diskriminiert zum Anderen uns Männer, hier in der Demokratie - nämlich zu "gefährlichen, übergriffigen Sexisten".

Ich verstehe die Kopftuchträgerinnen nicht.
Wahrscheinlich wissen sie überhaupt nicht wo sie sich befinden. Sie haben sich auf den langen Weg aus islamischen Staaten hierher gemacht. Warum lassen wir jetzt im Einzelnen mal außen vor.
Hier in Europa herrscht - mehr oder weniger gut - der demokratische Rechtsstaat. Der es nicht zulässt, archaische Lebensformen hier zu praktizieren. Es gelten die Menschenrechte und das Grundgesetz. Damit sind ALLE Frauen hier gleichgestellt. Das diskriminierende Kopftuchtragen ist hier unmöglich. Wenn Frauen hier dazu gezwungen werden, so ist gegen die "Zwingenden" zwingend vorzugehen. Die angetäuschte Freiwilligkeit lasse ich mir nicht aufschwätzen. Wenn die Zwingenden ihren Zwang nicht aufzugeben in der Lage sind, so sollte der wehrhafte Rechtsstaat (Art. 20, Abs. 4 GG) sich wehren und zwingend Abschiebebestrebungen in Gang setzen. Gestuft, siehe Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG).
Im Iran befeien sich Frauen immer wieder vom Kopftuch, und das öffentlich. Das geht nicht immer gut aus für sie - aber sie tun es trotzdem.

Dieses Europa hat lange genug gegen religiöse Übergriffigkeit der Kirchen in den Staat gekämpft. Dabei ist viel Blut vergossen worden.
Seit 200 Jahren haben wir die Säkularisation hinter uns. Seit hundert Jahren besteht der demokratische Auftrag die Altlasten an die Kirchen einzustellen. Erfolgreiche Kirchenpolitik hat das bisher verhindert. Jetzt sollen wir uns in archaische Verhältnisse zurückführen lassen?
Am Ende nur weil wir ihnen Öl, viel Öl abgekauft haben? Für Geld, viel Geld, und sie jetzt das (unser) Geld haben uns zu "Kaufen"? Wo soll das hinführen.
Wo ist der (General-)Staatsanwalt, der endlich die Einhaltung der Menschenrechte und des Grundgesetzes einfordert? Und das nicht nur auf diesem Spielfeld.

Zitat Schauspieler Werner Enke in dem "Kult"-film "Zur Sache Schätzchen": "Es wird böse enden!"

Meine Hoffnung geht immer mehr dahin.

Manfred Gilberg

Dr. Bruno Osuch (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 16:46

Endlich eine klare aufklärerische Stellungnahme von zwei wichtigen Frauen - wie wohltuend!

A.S. (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 16:51

Die Deutschen übertreiben mit allem, sogar mit Toleranz...

Dass die Linken die Aufklärung an den Islam verraten haben, behaupte ich schon seit einigen Jahren. Sehr erfreulich, dass der hpd jetzt einen Artikel mit gleichem Tenor bringt. Die Frage ist, warum haben die Linken die Aufklärung verraten? Ich hätte mehrere Hypothesen anzubieten, über die zu diskutieren wäre.

1. Die Linken haben einen Hass auf die westliche Welt, nachdem diese den Kommunismus besiegt hat. Alles, was der westlichen Welt schadet, wird von den Linken unterstützt. Ordinäre Rache also.

2. Die in Deutschland lebenden Muslime sind Spielball gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, die mit dem Islam ursprünglich gar nichts zu tun haben. Es geht um die Verteidigung der Kirchen gegen den zunehmenden Unglauben. Drei Varianten unter Berücksichtigung der Zurückhaltung der katholischen Kirche in der Sache:
2a. Die evangelische Kirche sucht Verbündete gegen die Katholiken und fördert deswegen den Islam.
2b. Die evangelische Kirche sucht Verbündete gegen die Säkularen und fördert deswegen den Islam.
2c. 2a+2b zusammen.
Da erfahrungsgemäß die Linken auf alles ansprechen, was nach Rassismus klingt, hat die evangelische Kirche die Linken vor ihren Karren gespannt, indem die Losung "Islamkritik ist Rassismus" ausgegeben wurde.

3. Es kann natürlich auch sein, dass die Muslime selber auf den Gedanken kamen, Islamkritik als Rassismus zu deklarieren um sich so die Unterstüzung der Linken zu sichern.

4. Noch eine Verschwörungstheorie: Das internationale Finanzkapital versucht eine neue Unterdrückungs- und Ausbeutungsmaschine im Herzen Europas zu installieren, nachdem das Christentum dieser Aufgabe immer weniger gerecht wird. Die negative Haltung des Christentums zu persönlichem Reichtum geht den Superreichen dieser Welt sicherlich auf den Nerv.

Ob eine dieser Hypothesen der Wahrheit nahe kommt, wird die Zukunft zeigen.

Was ist heute zu tun?

Meine Lösung: Den Linken (und nicht nur denen) ist folgende Frage zu stellen:
Welchen Nutzen haben die Herrschaftseliten davon, wenn das dumme Volk an Gott, Paradies nach dem Tod (alternativ schmoren in der Hölle) glaubt?

Na?

Ist jetzt klar, warum die Herrschaftseliten so großen Aufwand treiben, das dumme Volk gläubig zu halten? Und wir Religionsunterricht in der Schule haben? Und Atheisten verfolgt werden?

Kay Krause (nicht überprüft)

Mi. 27 Mär 2019 - 16:58

Zu recht wird hier von den Autorinnen die Frage gestellt: wo bleibt der Aufschrei......?
Da fühle ich mich natürlich auch getroffen, weil ich bisher wohl noch nicht laut genug öffentlich aufgeschrien habe? Aber ich möchte den Autorinnen sagen: Es gibt schon eine starke Bewegung gegen die Entrechtung muslimischer Frauen! Aber wenn ich nur den hpd täglich lese und dazu noch ein paarRadio-und TV-Nachrichten inhaliere, dann gibt es jeden Tag soooo viele Gründe, laut aufzuschreienund sich um Änderung zu bemühen! Und bei der ganzen erforderlichen Schreierei geht das eine oder andere Thema auch mal unter, oder es ist am nächsten Tag schon wieder vergessen, weil es neue Schrei-Gründe gibt.

gita neumann (nicht überprüft)

Do. 28 Mär 2019 - 11:25

Antwort auf von Kay Krause (nicht überprüft)

Völlig einverstanden!! Uns geht es hier um den Vergleich mit der lautstarken Empörung derjenigen Neofeministinnen, die uns Rassismus und Diskriminierung an den Kopf werfen, wenn wir uns nicht bedingungslos z. B. für das Kopftuchtragen im öffentlichen Dienst einsetzen.
Gita Neumann

Assunta Tammelleo (nicht überprüft)

Do. 28 Mär 2019 - 12:03

Sehr interessanter Artikel alles in allem. Auch interessant: Frauen - Feministinnen alter, neuer oder gar keiner Schule - scheinen den hpd nicht zu lesen. Schade irgendwie, aber eine Tatsache, die die säkulare Szene kennzeichnet wie keine andere, und das leider schon seit Ewigkeiten. Auch darüber lohnt es sich, bei Gelegenheiten nachzudenken.

Emma L (nicht überprüft)

Do. 28 Mär 2019 - 21:19

Volle Zustimmung, aber die beiden Autorinnen sind ja nicht ganz allein mit dieser Auffassung. So hat Terre des femmes vor einiger Zeit einen Aufruf gegen den Kopftuchzwang für Mädchen gestartet unf fordert ein entsprechendes Verbot. Es gibt also mögliche Bündnispartner. Bitte nehmt euch wenigstens gegenseitig zur Kenntnis!

Wolfgang Stoeth (nicht überprüft)

Mo. 1 Apr 2019 - 07:13

Unglaublich, dass man darüber noch im 21.Jahrhundert diskutieren muß.
Wo bleibt der Aufstand der Frauen??

Mad Scientist (nicht überprüft)

Mo. 1 Apr 2019 - 10:44

Jetzt mal um die Ecke gedacht: Wie kann eine Muslima die Vollverschleierung einklagen, um an einer deutschen Uni zu studieren, wenn sie ohne männliche Begleitung gar nicht auf die Straße darf? Wozu studiert sie überhaupt, welcher männliche Familienangehörige begleitet sie den ganzen Tag? Wer prüft, ob sie es ist, die zu Klausuren oder anderen Prüfungen erscheint? Ich finde, wir sollten einfach die Scharia anwenden und ihr die Uni verbieten. Frauen sollen heiraten und Kinder kriegen und nicht studieren. Davon bekommen sie nur Flöhe in den Kopf. Sind die überhaupt ohne männliche Begleitung geschäftsfähig?

Ich distanziere mich auch sofort vom oben Geschriebenen, aber solche Gedanken drängen sich halt auf...

Diese Frauen leben doch gar nicht nach der Scharia. Kopftuch oder gar Niqab sind reine Provokationen. Ich habe diese "Studentinnen" schon erlebt, wie sie Vorträge in der Uni stören. Es geht um Randale und um "unsere" Reaktion, damit sie sich als Opfer aufspielen können...

Rainer (nicht überprüft)

Di. 2 Apr 2019 - 05:11

"Feminismus" einerseits, die "Ideale der Aufklärung" andererseits schließen sich m.E. gegenseitig aus. Es scheint mir ein (gewolltes?) Missverständnis, den Feminismus "links" oder "emanzipatorisch" zu verorten.

Die Außenwirkung zumindest bleibt reaktionär und stets hochdogmatisch. Es geht beim Feminismus nicht um Rechte für Frauen, sondern um gesellschaftliche Herabsetzung von Männern. Und das verwundert insofern nicht, dass die Trägerinnen des Feminismus sich selbst vorwiegend im lesbischen Lebensraum verorten. Sie verstehen damit Männer als Konkurrenzinstanzen im denkbaren sexuellen Zugriffsbereich.

Was nun speziell die "Grünen" betrifft: Die sind bekanntlich für alles offen, also auch für das, was sich gegenseitig ausschließt. In Deutschland zielen sie, ähnlich der SPD, vor allem auf migrantische Wähler. Wenn diese nun besonders orthodoxe Auslegungen des Islam vertreten, ist es dann bei Feministinnen nicht weit her mit "internationaler Frauensolidarität".

Wer graue Realitäten will, braucht vielleicht besonders bunte Fahnen?

Ist das schlechte Satire oder ernstgemeinter Schwachsinn? Wäre schade, wenn die Kommentare so enden, der gute Beitrag der beiden Autorinnen verdient eine Diskussion auf hohem Niveau.

Gita Neumann

Die Autorin studierte Sozialwissenschaft, Philosophie und Psychologie an der Universität Bochum und der FU Berlin. Als Referentin des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) in Berlin und Medizinethikerin (AEM Göttingen) ist sie häufig zu Themen wie Humanes Sterben / Patientenverfügung in Presse, Funk und Fernsehen präsent. Sie hat für den HVD Stellungnahmen auf Anfrage des Gesundheitsausschusses des Dt. Bundestages zum Hospiz- und Palliativgesetz sowie des Bundesverfassungsgerichtes zum  § 217 StGB verfasst.

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Naïla Chikhi

Die Autorin ist Kulturwissenschaftlerin. Als unabhängige Referentin zu den Themen Integration und Frauenpolitik engagiert sie sich in verschiedenen Gremien und leitet Fortbildungen und Seminare für PädagogInnen sowie Gesprächskreise für junge weibliche Geflüchtete und Migrantinnen. Sie war Workshopleiterin bei MIND-Prevention, der Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention.

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