Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

Artikel der Autorin

Polizei überfällt Hochzeit wegen vermuteter Homosexualität

Homosexualität ist in Nigeria verboten, Personen aus der LGBTQIA+-Gemeinschaft werden diskriminiert und sind von Verfolgung bedroht. Das bekam Ende August auch eine Hochzeitsgesellschaft zu spüren. Die Polizei stürmte ihre Feier in einem Hotel in Ekpan und nahm unzählige Personen fest. 67 von ihnen drohen nun bis zu 14 Jahre Haft. In den Medien und auf Internetplattformen werden die Verdächtigen unverpixelt gezeigt. Besonders der zuständige Polizeisprecher brüstet sich im Netz mit seinem Einsatz.

Beichtstuhl

Anglikanischer Bischofsrat gegen das Melden von Missbrauch

Als Konsequenz von Vertuschung und Schweigen in Bezug auf sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige durch Kirchenangestellte und Prominente soll die Meldung solcher Verbrechen bald zur Pflicht werden. Ein Verstoß gegen diese Berichtspflicht wird dann zur strafbaren Handlung. Da die Verpflichtung auch durch gebeichteten Missbrauch ausgelöst würde, wandte sich ein anglikanischer Bischofsrat nun an die Regierung, um eine Ausnahme für die Beichte zu erwirken. Als Grund wird, unter anderem, die Sorge um beichtende Missbrauchsüberlebende angegeben.

die "Kleine Meerjungfrau", das Wahrzeichen von Kopenhagen

Erklärung zu Demokratie und humanistischen Werten

In der dänischen Hauptstadt fand im August der Humanistische Weltkongress statt. In zahlreichen Veranstaltungen arbeiteten humanistische Menschen aus aller Welt Grundlagen und Strategien für eine demokratischere Welt aus, setzten sich mit den Gefahren für die Demokratie auseinander und gaben schließlich eine gemeinsame Deklaration heraus.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht

Der 22. August ist der "Internationale Tages des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung". UN-Generalsekretär Antonio Guterres bekräftigte dazu in einer Botschaft, dass die Religions- und Weltanschauungsfreiheit unveräußerliche Rechte seien. Zudem rief er Regierungen auf, Hass und Gewalthandlungen aufgrund von Glaube oder Weltanschauung zu bekämpfen.

Mob brennt Viertel in Faisalabad wegen Herabwürdigung des Korans nieder

Nachdem am 16. August zwei christliche Brüder im zum Distrikt Faisalabad gehörenden Jaranwala der Blasphemie beschuldigt worden waren, wurden muslimische Gläubige zu einem Mob aufgestachelt. Dieser Mob beschädigte acht Kirchen und diverse Wohnhäuser in Kirchennähe. Das Brüderpaar sowie knapp 150 Personen aus dem Mob wurden festgenommen. Bewaffnete Truppen wurden eingesetzt, um christliche Gebäude zu sichern. Menschenrechtsorganisationen fordern den Schutz religiöser Minderheiten.

Symbolbild

Uganda: Selbsternannter Pastor erhält lebenslängliche Haftstrafe für Kinderopfer

Im Mai 2021 trat in Uganda das Gesetz zur Prävention und zum Verbot von Menschenopfern in Kraft. Es sollte die vorhandenen Gesetze zu Entführung und Mord ergänzen und durch harte Strafen bis hin zum Tode abschrecken. Der vierjährigen Nakisuyi hat das nichts genutzt. Sie wurde vom selbsternannten Pastor Joseph Sserubiri in einem Ritual ermordet. Obwohl Sserubiri nun eine lebenslange Haftstrafe erhielt, zeigt dieser Fall, dass Prävention zum Abbau von Glauben an die Wirkung von Menschenopfern dringend notwendig wäre.

Symbolbild

Katholischer Weltjugendtag in Lissabon: Eine kritische Bilanz

Vom 1. bis 6. August wurde der wegen der Corona-Pandemie verschobene Weltjugendtag in Lissabon nachgeholt. Nach ersten Angaben sollen tatsächlich knapp 1,5 Millionen Menschen teilgenommen haben. Auch sollen die Budgets des 160 Millionen Euro-Events nicht gesprengt worden sein. Die Beiträge des Papstes, der zur Furchtlosigkeit und Verbreitung von Freude aufrief, enttäuschten diejenigen, die auf offene Worte zu Missständen und deren Behebung gehofft hatten. Aus Deutschland waren weniger Menschen als zu vergangenen Weltjugendtagen angereist.

Moseley School, Birmingham, England.

Missionierung in Schulen durch die Church of England

Der Zensus von 2021 hat aufgezeigt, dass sich weniger als die Hälfte der Menschen in England und Wales noch als christlich bezeichnen. Dem Schwund an Gläubigen möchte die Church of England nun mit Nachwuchs aus den Schulen begegnen. Bis 2030 plant sie die Anzahl der aktiv christlichen Kinder und Jugendlichen zu verdoppeln. Dabei sollen nicht nur Konfessionsschulen in die Pläne der Kirche eingebunden werden.