Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Weltanschauungsdiktaturen im Vergleich

(hpd) Die beiden Politikwissenschaftler Uwe Backes und Steffen Kailitz legen mit dem von ihnen herausgegebenen Sammelband eine wissenschaftliche Bilanz zu Weltanschauungsdiktaturen vor. Darin zeigt sich, dass angesichts des Kontextes von Ideologie und Repression eine in der bisherigen Forschung auszumachende Fixierung der Diktaturforschung auf die Repression die Analyseperspektive zu stark einschränkt.

Geheimsache NSU

(hpd) Die Autoren des von dem Journalisten Andreas Förster herausgegebenen Sammelbandes “Geheimsache NSU. Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur” wollen offene Fragen bei der Aufklärung der Neonazi-Verbrechen thematisieren. Dabei können sie eine Fülle von Ungereimtheiten und Widersprüchen benennen, neigen aber allzu sehr zu Spekulationen und Verschwörungsvorstellungen.

Denunziation in der USA

(hpd) Der Historiker Olaf Stieglitz will in seinem Buch “Undercover. Die Kultur der Denunziation in den USA” anhand von Fallstudien die Präsenz wie Tabuisierung der Denunziation untersuchen. So beachtenswert die einzelnen Beispiele auch in der Detailanalyse sind, so bedauerlich ist das Fehlen eines allgemeinen Untersuchungsergebnisses.

Al Gores Betrachtungen zu Problemen der Zukunft

(hpd) Der ehemalige US-Vizepräsident und spätere Friedensnobelpreisträger Al Gore behandelt in seinem neuen Buch “Die Zukunft. Sechs Kräfte, die unsere Welt verändern” neuere globale Entwicklungen im Sinne einer Gefährdung. Dabei ist er aber weniger Analytiker und mehr Beschreiber und setzt außerdem trotz Kritik an den politischen Gegebenheiten in den USA auf die internationale Führungsmacht seines Landes.

Die Muslimbruderschaft – Wandel zur Demokratie?

(hpd) Christian Wolff untersucht in seiner Studie "Die ägyptische Muslimbruderschaft. Von der Utopie zur Realpolitik" die politische Entwicklung der "Mutterorganisation" des Islamismus. Ob der von ihm konstatierte Wandel hin zur Demokratie auch im Sinne eines demokratischen Verfassungsstaates überzeugend erfolgte, darf mit guten Gründen bezweifelt werden.

Was glauben Atheisten?

(hpd) Franz M. Wuketits, österreichischer Philosoph mit Schwerpunkt Biowissenschaften, legt mit seinem Buch “Was Atheisten glauben” eine Abhandlung zur Frage der Moralbegründung von Atheisten und Gläubigen vor. Gut verständlich und sachlich vorgetragen liefert der Autor eine überzeugende Begründung dafür, dass Moral nicht notwendigerweise auf religiöse Legitimation angewiesen, sondern ganz im Gegenteil eine säkulare Begründung viel lebensnäher ist.

Salafismus – erster deutschsprachiger Sammelband

(hpd) Die beiden Islamwissenschaftler Hazim Fouad und Behnam T. Said legen mit ihrem Sammelband “Salafismus. Auf der Suche nach dem wahren Islam” den ersten deutschsprachigen Sammelband zum Thema mit Beiträgen auf dem aktuellen Stand der Forschung vor. Das beachtenswerte und gelungene Werk liefert empirische Fallstudien und theoretische Reflexionen zum Thema “Salafismus”, ohne nur auf die sicherheitspolitische Dimension fixiert zu sein.

Hamas und Muslimbruderschaft im Vergleich

(hpd) Jan Künzl nimmt in seiner Studie “Islamisten – Terroristen oder Reformer? Die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas” einen Vergleich der im Untertitel genannten Organisationen vor. Dabei werden viele Unterschiede angesichts der unterschiedlichen historisch-politischen Rahmenbedingungen deutlich, wobei der Autor bei der Analyse aber noch etwas systematischer hätte vorgehen können.