Gutachten

"Hängemattenbischof" in Paderborn

Die "Wagenburgmentalität der katholischen Kirche"

Es war deutlich schlimmer als bislang gedacht: Im Erzbistum Paderborn sind in den Jahren 1941 bis 2002 viel mehr Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht worden als bisher bekannt. Das ist das Ergebnis einer von der Universität Paderborn vorgestellten Studie. Es gebe 210 Hinweise auf Beschuldigte, die in dem analysierten Zeitraum 489 Kinder und Jugendliche missbraucht haben sollen.

Aktenberge

"Wir brauchen nach 15 Jahren keine Bitte um Verzeihung mehr"

Ein stetiges Verharmlosen und Wegschauen – das attestiert die Unabhängige Aufarbeitungskommission Augsburg dem Bistum in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie zum Umgang mit sexueller Gewalt an Minderjährigen durch Kirchenleute. Bischof Bertram Meier zeigte sich von den Ergebnissen "entsetzt", die Kommission empfiehlt Präventionsarbeit und Betroffenenfürsorge. Doch all diese Maßnahmen bleiben Makulatur, solange die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals allein in den Händen der Kirche liegt, sagt David Farago von der Giordano-Bruno-Stiftung. Er fordert, dass staatliche Ermittler die Sache übernehmen.

Die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs.

Kein Freispruch für die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs

Gegen Kirsten Fehrs, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gibt es bereits seit längerer Zeit Vorwürfe, sie habe bei der Aufklärung in einem Missbrauchsfall nicht korrekt gehandelt. Nun wird sie durch das Gutachten einer Rechtsanwaltskanzlei entlastet. Doch welchen Wert hat dieses Gutachten und was sind die Hintergründe des Falles?

Der "Hängemattenbischof" in Freiburg

Entschädigung statt frommer Worte!

Die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) demonstriert mit zwei Kunstinstallationen heute in Hannover gemeinsam mit der Betroffeneninitiative Hildesheim gegen die Verschleppungstaktik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Protestaktion findet anlässlich der für 12:30 Uhr angekündigten Veröffentlichung der großen Studie zu sexualisierter Gewalt in EKD und Diakonie statt.

Das Freiburger Münster

Das dröhnende Schweigen des Robert Zollitsch

Mit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche kam die Empörung. Die Empörung der Verantwortlichen, dass sich Stimmen von außerhalb einmischten und Aufklärung forderten. Später gab man sich oft kleinlaut, verbreitete Lippenbekenntnisse. Doch die Aufarbeitung erfolgte schleppend, spätere Untersuchungen wiesen dabei schwere Versäumnisse nach. Einer, der sich in dieser Hinsicht besonders hervorgetan hat, ist Robert Zollitsch, früherer Freiburger Erzbischof und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Ein jetzt veröffentlichter Bericht weist ihm umfangreiche Verfehlungen bei der Aufarbeitung der Fälle nach –  eine Stellungnahme lehnt er ab.

Mainzer Dom

Gutachten über Missbrauch im Bistum Mainz: Über 400 Betroffene

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sprach von "erschreckenden Ergebnissen" des jetzt veröffentlichten Gutachtens über sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Kirchenleute im Bistum Mainz. Sie erinnern an das, was kürzlich auch aus Essen bekannt wurde. Das Papier geht von mindestens 401 Betroffenen und 181 Beschuldigten aus, darunter 65 Prozent Kleriker.

Die Schimpansen Bally und Limbo

Qualhaltung von Schimpansen im Zoo Krefeld

In der Silvesternacht 2019/20 kam es zu einer Brandkatastrophe im Krefelder Zoo, bei der mehr als fünfzig im sogenannten "Tropenhaus" eingesperrte Tiere, darunter acht Menschenaffen, auf grauenhafte Weise zu Tode kamen: sie verbrannten bei lebendigem Leibe. Es war die schlimmste Katastrophe in einem deutschen Zoo seit dem Zweiten Weltkrieg.

Worin ein Seelsorger die Ursachen des kirchlichen Missbrauchsskandals sieht

Seelsorger Thomas Hanstein will seine kritische Bestandsaufnahme, wie er in seinem Vorwort schreibt, "nicht als Schwarzmalerei verstanden" wissen. Vielmehr geht es ihm um Anregungen zu grundlegenden Veränderungen. Sein Buch will "milieuspezifische Hintergründe von Missbrauch und Übergriffigkeit in der katholischen Kirche deutlich machen und zur Systemanalyse und Systemkorrektur der Amtskirche anregen". Der Diakon nahm eine Auszeit vom kirchlichen Dienst.