Kanada

Parlamentsgebäude von Alberta

Alberta und die Sterbehilfe

Mit Bill 18 plant die kanadische Provinz Alberta eine deutliche Einschränkung des Zugangs zur medizinisch assistierten Sterbehilfe. Der Gesetzentwurf verzichtet auf ein formales Verbot, setzt aber auf zusätzliche Hürden, Informationsbeschränkungen und Verzögerungen. Kritiker warnen vor einer Aushöhlung individueller Autonomie – ein Argument, das auch in der deutschen Diskussion um das Recht auf selbstbestimmtes Sterben eine zentrale Rolle spielt.

Menschenrechtsexpertin über christliche Missionsschulen in Kanada

"Es ist eine ewige Erfahrung, dass jeder Mensch, der Macht in Händen hat, geneigt ist, sie zu missbrauchen", wusste bereits der Philosoph der Aufklärung Charles Baron de Montesquieu. Was Menschen kennzeichnet, gilt für Zusammenschlüsse von Menschen erst recht, besonders wenn sie stark hierarchische Züge aufweisen und dann noch den Einfluss des Übernatürlichen für sich beanspruchen. So verwundert es eigentlich nicht, dass der Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen – mit stets unkontrolliertem Machtgefälle – nach und nach in aufsehenerregenden Skandalen öffentlich wird. Endlich, wie einstige Opfer zurecht empfinden!

Kanada spricht Reisewarnung für Teile der USA aus

Das kanadische Außenministerium warnt die queere Community vor Reisen in Teile der Vereinigten Staaten. Weil ihnen dort das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit oder auf adäquate medizinische Versorgung verwehrt werden könnte, empfiehlt die Regierung eine sorgfältige Wahl des Reiseziels. Aufschluss über die steigende Queerfeindlichkeit in den USA geben Daten der "American Civil Liberties Union" und des "Counting Crowds Consortiums".

Über ein Drittel der Kanadier ist konfessionsfrei

Kanada wird immer säkularer. In einer groß angelegten Volksbefragung 2021 gaben 34,6 Prozent der Personen an, keine religiöse Bindung zu besitzen. Ihr Anteil hat sich damit innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt, damals betrug er noch 16,5 Prozent. Dagegen schrumpft die Quote der Christen stetig zusammen. Nur wenig mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53,3 Prozent) hängt noch einer christlichen Konfession an. 2011 waren es 67,3 Prozent; 2001 sogar 77,1 Prozent.

Nach Papstbesuch noch kein Plan zur Entschädigung von Internatsopfern vorgelegt

Vor gut einem Monat besuchte Papst Franziskus Kanada. Dort entschuldigte er sich für die Verbrechen, die an tausenden indigenen Kindern und Jugendlichen in von der katholischen Kirche geführten Internaten begangen wurden. Für die Betroffenen war die Entschuldigung ein erster Schritt, dem jedoch Taten folgen müssen. Bislang ist nach dem Besuch von einem Fahrplan zur Entschädigung jedoch nichts zu sehen.

Papst Franziskus

Wiedergutmachung für indigene Internatsschüler gefordert

Papst Franziskus muss dafür sorgen, dass indigene Familien in Kanada für das ihren Kindern in Internatsschulen zugefügte Leid entschädigt werden. Dies fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vom Pontifex, der gestern eine sechstägige "Reise der Buße" nach Kanada antrat.

University College, Western University

Lesbische Muslimas beleidigen religiöse Gefühle

Die Western University im kanadischen London feierte den Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie mit einem Post auf Instagram. Auf dem Bild waren auch zwei Muslimas zu sehen, die sich küssen möchten. Das sorgte für Proteste der islamischen Community. Die Universität löschte das Bild – was queeren Mitarbeiter*innen missfiel. Ein Fall aus Kanada, der einen Konflikt offenbart zwischen Toleranz gegenüber Religion und Toleranz an sich.

Symbolbild

Kanada: Indigene Internats-Opfer sollen entschädigt werden

Jahrzehntelang waren indigene Kinder ihren Familien entrissen und in, meist von der katholischen Kirche geführte, Internate gebracht worden. Dort sollten ihre Sprachen und ihre Kultur gegen jene der aus Europa Zugewanderten ausgetauscht werden. Die Kinder erlebten zudem noch körperliche und sexuelle Gewalt. Nicht wenige starben und wurden in unmarkierten Gräbern verscharrt. Nun hat sich die Regierung zu einem Entschädigungspaket von 40 Milliarden kanadischen Dollar entschieden. Eine Entscheidung, die mit gemischten Gefühlen aufgenommen wird.

Darf eine Schulrektorin Iron-Maiden-Fan sein?

Was darf die Rektorin einer öffentlichen Schule in ihrer Freizeit? Wenn sie, wie Sharon Burns, Rektorin der Eden High School im kanadischen Ontario, auf die Metal-Band Iron Maiden steht, Fan-Utensilien und die "Pommesgabel" auf Bildern veröffentlicht und sogar die Zahl 666 verwendet, sollte sie nach dem Willen einiger Eltern versetzt werden.

Kanada: Bundesgerichtshof entscheidet zugunsten der Entschädigung Indigener

Am vergangenen Mittwoch hat der kanadische Bundesgerichtshof entschieden, dass als Kinder in Internaten misshandelte Indigene beziehungsweise deren Familien finanziell zu entschädigen sind. Die Regierung des Landes hatte sich, nicht erst nach Entdeckung hunderter Kindergräber auf ehemaligen Schulgeländen, für die Leiden entschuldigt und ihre Verantwortung eingeräumt, eine finanzielle Entschädigung jedoch ausgeschlossen. Vorgesehen ist vom Gericht die maximal mögliche Zahlung von 40.000 kanadischen Dollar pro Person.