Missbrauch

Zensursula II: Wie die EU-Kommission vorgeblichen Kinderschutz gegen Kinder- und Menschenrechte ausspielt

Gemäß einer eilig durchgebrachten EU-Verordnung soll künftig unsere komplette elektronische Kommunikation nach Hinweisen auf Pädophilie durchforstet werden. Zu einem solchen Privatsphäre-Angriff Orwell'schen Ausmaßes meint die EU-Kommission, ein gutes Recht zu haben – schließlich geht es (vermeintlich) um Kinderschutz. Das ist nicht nur grob unverhältnismäßig, sondern erreicht tatsächlich das Gegenteil, wie auch Betroffenenverbände betonen. Die berüchtigte Zensursula-Debatte ist wieder da.

Lautes Schweigen

Die katholische Kirche und ihre Missbrauchs-Verbrechen: ein monströses Aufklärungsversagen. Verschleierung, Vertuschung – und die Verachtung staatlicher Verfolgungsbehörden. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Kirche, nicht das Leid der Opfer. Darin hat sich bis heute wenig geändert. Der Rechtsstaat macht einen Kniefall.

Buskampagne 2019 am Dom zu Köln

Wenn Juristen historische Wahrheiten überprüfen

Seit Anfang des Jahres tobt ein Kampf um die Veröffentlichung einer Studie, die vom Kölner Erzbischof bei einer sicherlich nicht kirchenfernen Anwaltskanzlei in München in Auftrag gegeben wurde. Wie nunmehr LTO meldet, ist die Studie endgültig zurückgezogen. Da hat man nicht etwa den Bock zum Gärtner gemacht, sondern – um in christlichen Metaphern zu bleiben – gleich den Wolf zum Hirten.

Christliche Mission "Kwasizabantu" in einer Megachurch

Religiös motivierte Misshandlungen in Südafrika

In einer evangelikalen Missionsgemeinschaft in Südafrika kam es Betroffenen zufolge erneut zu mehreren Fällen von Missbrauch sowie zu weiteren Menschenrechtsverletzungen. Die Polizei vor Ort ermittelt gegen den deutschstämmigen Erlo Stegen, der die sektenähnliche Gruppierung samt einem wirtschaftlichen Millionenunternehmen aufgebaut hat.

Johannes-Wilhelm Rörig

Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung übt Kritik an Beschlüssen der Bischofskonferenz

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen äußerte sich der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs kritisch in Bezug auf das neue System für Anerkennungsleistungen für erfahrene sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche. Auf der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hatte diese beschlossen, Einmalzahlungen von maximal 50.000 Euro an Betroffene zu leisten.  

Unanständige Glückwünsche

Eine Glückwunschanzeige für den Erziehungswissenschaftler Hartmut von Hentig zu seinem 95. Geburtstag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ist unpassend und befremdlich, sagt der Passauer Strafrechtsprofessor Dr. Holm Putzke. Das ursprünglich dazu vom katholischen Online-Magazin "kath.net" erbetene Interview fiel der Zensur der Redaktion anheim, weil ihr ein markanter Begriff in den Antworten missfiel. Der hpd ist eingesprungen.

Kathedrale von Canterbury

Ein Scheck für die Opfer und alles ist gut?

Es ist ein vernichtendes Zeugnis für die Church of England: Statt an der Aufklärung des Missbrauchsskandals mitzuwirken, biete sie im Gegenteil den Tätern aus ihren Reihen Schutz, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Bericht der unabhängigen Einrichtung "Inquiry into Child Sexual Abuse" (IICSA).

Matthias Katsch im Gespräch mit Stefan Ackermann

Die Kirche ist bislang nicht bereit, über Entschädigung zu sprechen

Matthias Katsch hat vergangene Woche zusammen mit anderen Betroffenen und Betroffenenvertretern des sexuellen Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda kritisch begleitet. Der hpd hat mit ihm über sein Fazit des dort beschlossenen Systems für Anerkennungszahlungen und seinen Austausch mit Bischof Ackermann am "eckigen Tisch" gesprochen.

Sägen an der "Langen Bank des Missbrauchsskandals"

Bischof Bätzing: "Ein 'nur' kann ich hier wirklich nicht sehen"

Das von Bischof Ackermann angekündigte "für alle zufriedenstellende Ergebnis" entpuppte sich bei der Abschlusspressekonferenz der Bischofskonferenz dann doch wieder als das Übliche: Das Nötigste, Unvermeidliche, verkündet wie immer im Brustton moralischer Überlegenheit. Das zog einige kritische Journalistenfragen nach sich und die enttäuschte Reaktion der Betroffenen ließ nicht lange auf sich warten.