Psychologie

Winnie Plha

Manchmal gibt es auch Rückschläge

In rasanter Geschwindigkeit entwickeln sich derzeit neue Ansätze und Methoden zur Deradikalisierung von Jugendlichen. Das neu gegründete "Interdisziplinäre Wissenschaftliche Kompetenznetzwerk Deradikalisierung" soll vor allem als Schnittstelle eines interdisziplären Austausches zwischen Wissenschaft und Praxis dienen. Gegründet wurde es von der "Denkzeit-Gesellschaft e.V.", mit deren fachlichen Leiterin Winnie Plha der hpd sprach.

Das "Alienation Syndrom"

Am Vatertag gibt es für Trennungskinder ohne Kontakt zum Papa wenig Grund zum Feiern, ebenso wenig wie für die "entsorgten Väter". Faktum ist: Rund 15% aller Scheidungen sind hochstrittig. Laut einer Studie des Deutschen Jugend Instituts 2016 hat ein Drittel der Kinder nach der Trennung der Eltern, keinen Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil. In Österreich verhält es sich ähnlich. In der Regel geht die Beziehung zwischen Vater und Kind verloren.

Die psychischen Bedingungsfaktoren des Islamismus

Der Psychoanalytiker Fethi Benslama legt mit "Der Übermuslim. Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt" eine Deutung zu den Ursachen vor, welche insbesondere auf Ent-Identifizierung- und Re-Identifizierungswahrnehmungen abstellen. Der Essay nimmt die individual-psychologischen Bedingungsfaktoren ins Visier, wirkt aber etwas zu assoziativ und unsystematisch konstruiert.

"Dir werd' ich helfen!"

Obwohl das Wetter am 10. Oktober 2016 durchaus den fröhlichsten Menschen in negative Laune versetzen könnte, ist die Stimmung um 16.30 Uhr auf dem Karlsplatz in der Münchner Innenstadt alles andere als bedrückend. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nnen verschiedener Münchner Organisationen, von psychischer Krankheit Betroffene sowie deren Angehörige haben sich mit Transparenten ausgerüstet und vor der kleinen Bühne versammelt. Den "Welttag der Seelischen Gesundheit" gibt es seit 1992 – in München wird er in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge als Aktionstag ausgerichtet.

Psychisch kranke Spitzensportler

BERLIN. (hpd) Auch Spitzensportler sind anfällig für psychische Störungen. Wie der Sportpsychiater Frank Schneider von der Universitätsklinik in Aachen sagte, sei man früher irrigerweise davon ausgegangen, dass Leistungssportler keine psychischen Probleme hätten. Die verfügbaren internationalen Zahlen zeigten aber, dass psychische Störungen bei Hochleistungssportlern genauso oft vorkämen wie in der Allgemeinbevölkerung. "Die Geschichte von den psychisch stabilen Leistungssportlern ist also Quatsch. Möglicherweise treten manche psychischen Erkrankungen bei Leistungssportlern sogar häufiger auf", sagte der Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Uniklinik RWTH Aachen.

Blumen für die Opfer des Münchener Attentats

Vom "depressiven Formenkreis" zum Massenmord?

BERLIN. (hpd) Häufig hört und liest man nach einem Amoklauf, dass der Täter depressiv war. So jüngst auch nach München. Der Autor Dennis Riehle betreut unter anderem auch eine Selbsthilfegruppe für Depressionen und beschreibt die Pein, die es ihm und anderen Betroffenen bereitet, sich für ihre Erkrankung rechtfertigen zu müssen.

Kollektive Intelligenz und ihre Voraussetzungen

BERLIN. (mpg) Methoden der kollektiven Intelligenz können zu erheblich genaueren medizinischen Diagnosen führen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung hat neue Erkenntnisse gewonnen, wie sich ärztliche Entscheidungen durch das Einholen mehrerer unabhängiger Meinungen verbessern lassen könnten. Dabei fanden die Forscher auch heraus, dass für die Qualität der Diagnose die Zusammensetzung der Ärztegruppe entscheidend ist.

Persönliches Umfeld prägt psychische Verfassung

MÜNCHEN. (mpg) Angststörungen sind die am weitesten verbreitete psychische Erkrankung: Mindestens einer von fünf Erwachsenen ist davon betroffen. In ihrer neuesten Studie haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München gezeigt, dass ein Enzym namens Dnmt3a einen entscheidenden Anteil daran hat, wie die vordere Hirnrinde durch Stress ausgelöste Angst vermittelt. Eine Manipulation dieses Enzyms könnte einen erfolgversprechenden neuen Ansatzpunkt für verbesserte Therapiemöglichkeiten von Angststörungen bieten.

Lageso (Berlin)

Die langen Schatten des Krieges

BERLIN. (hpd/press) Seit einigen Jahren findet ein Thema Interesse in Deutschland, das siebzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf eine neue Art und sehr viel persönlicher diesen aufarbeitet. Während bereits Ende der Neunziger Jahren die Kriegskinder zu Wort gekommen sind, über die lange Schweigen herrschte – aus Verdrängung schmerzvoller Erlebnisse oder schuldhaften Verhaltens – erkennt die Öffentlichkeit nun die Übertragung der Traumata der Kriegskinder auf ihre Kinder, die Kriegsenkel, an.