Spanien

Teneriffa

Spanien: Verfahren gegen Bischof wegen Hassrede eingestellt

Im Januar dieses Jahres hatte der Bischof von Teneriffa, Bernardo Álvarez, im Fernsehen Homosexualität als Todsünde bezeichnet und mit Handeln unter Alkoholeinfluss verglichen. Aussagen, die schockierten und die Anzeige einer Gewerkschaft nach sich zogen. Die Staatsanwaltschaft nahm die Untersuchungen auf. Am 17. Mai nun gab die Staatsanwaltschaft bekannt, die Anzeige wegen Mangel an Beweisen für eine Straftat einzustellen. Ein fatales Zeichen in einem Land, in dem die Ermordung Samuels, eines jungen Homosexuellen, kaum ein Jahr her ist.

Symbolbild

Spanien: Kirche zögert bei Zusammenarbeit mit Ombudsmann

Die spanische katholische Kirche hat jahrzehntelang sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige aus ihren eigenen Reihen vertuscht. Kinder, Jugendliche und Eltern wurden zum Schweigen gebracht, Priester auf andere Kontinente versetzt. Erst seit kurzem gibt die Kirche einige hundert Fälle zu. Der mit der weiteren Untersuchung betraute Ombudsmann soll kanonische Archive einsehen dürfen, eine Teilnahme an der Untersuchung schließen die Bischöfe jedoch aus.

Atheistischer durch die Pandemie

Obwohl Spanien einst als katholisches Land galt, verliert die spanische katholische Kirche seit Jahrzehnten Gläubige. Geschuldet nicht nur der Tatsache, dass jüngere Menschen seltener eines religiösen Glaubens bedürfen, sondern auch der Missbrauchs- und Finanzskandale der Kirche.

Palacio de las Cortes, Sitz des Abgeordnetenhauses

Spanien: Ombudsmann soll kirchlichen Missbrauch untersuchen

Lange hatte die spanische katholische Kirche sexuelle Übergriffe auf Minderjährige aus ihren eigenen Reihen vertuscht. Erst eine große Medienrecherche hatte zahlreiche Fälle aufgedeckt. Nachdem es bereits andere Länder vorgemacht haben, soll nun auch in Spanien eine unabhängige Stelle Untersuchungen durchführen. Nachdem zunächst eine Wahrheitskommission im Raum stand, wird sich das Parlament nun wohl doch für eine Prüfung durch den Ombudsmann entscheiden.

Spanien: Wie das Verbot, Schwangere vor Abtreibungskliniken zu belästigen, umgangen werden soll

Vor spanischen Abtreibungskliniken erleben ungewollt Schwangere immer wieder furchtbare Szenen. Fremde Männer bedrängen sie, zeigen ihnen Fotos und erzählen Horrorgeschichten. Dies soll bald ein Ende haben, indem für solche Formen von Belästigung sogar Gefängnisstrafen drohen. Nicht einverstanden sind rechte Parteien und eine christliche Anwaltsvereinigung, die Tipps gibt, wie Aktivist*innen auch in Zukunft vor Kliniken "beten und informieren" können.

Spanien: Katalonien rehabilitiert vermeintliche Hexen

Am 26. Januar 2022 hat das katalanische Parlament mit großer Mehrheit einem Antrag zugestimmt, der als Hexen getötete Frauen rehabilitieren soll. Das Magazin Sapiens hatte mit seiner "Sie waren keine Hexen, sie waren Frauen"-Kampagne den Ausschlag gegeben, dieses Kapitel katalanischer Geschichte zu beleuchten. Die Hexenjagden sollen als die misogynen Verfolgungen bezeichnet werden, die sie waren, die Namen der Betroffenen Frauen sollen gesammelt und teilweise Straßen nach ihnen benannt werden. Auch auf den Stundenplan soll das Thema gebracht werden.

Palacio de las Cortes, Sitz des Abgeordnetenhauses

Spanien: Parlament plant Untersuchungskommission zu kirchlichem Missbrauch

Das spanische Parlament hat – trotz der Gegenstimmen rechter Parteien – den Weg für eine unabhängige Kommission zur Untersuchung sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der katholischen Kirche frei gemacht. Ob es eine parlamentarische Untersuchungskommission oder eine Expertenkommission sein wird, wird höchstwahrscheinlich am 15. Februar entschieden. Damit folgt Spanien anderen Ländern wie Australien und Portugal. Nun ist es an Deutschland, rasch nachzuziehen.

Kirchengeständnis: Tausend Immobilien gehören uns nicht

Jahrelang konnte die katholische Kirche in Spanien auf einfachem Wege Immobilien auf ihren Namen eintragen. Etwa 100.000 sollen es nach einer Untersuchung sein. Immobilien, für die die Kirche keine Grundbesitzsteuern zahlte und bei denen teilweise Personen Besitzansprüche anmeldeten. Erstmals erklärt die Kirche nun, dass ihr knapp 1.000 Immobilien nicht gehören. Die Regierung fordert die Rückgabe und untersucht weitere fast 80 Fälle.

Spanien: Valencianische Bischöfe erhöhen ihre Einnahmen

Vor Kurzem wurden die Einnahmen der katholischen Bischöfe in der ostspanischen autonomen Region Valencia veröffentlicht. Die Einnahmen stiegen auf einen Wert von 109,5 Millionen Euro. Zusammengesetzt sind sie unter anderem aus den Geldern die in die Kollekten fließen, über Erbschaften eintreffen oder aus Steuergeldern verteilt werden. Ein nicht unerheblicher Anteil stammt jedoch auch aus Vermietungen von Objekten, für welche die Kirche keine Steuern abführt.