Tiere

Realsozialistisches Paradies oder Zoopolis?

Ingo Schulze hat eine in mehr als einer Hinsicht traumhafte Erzählung über den Berliner Tierpark geschrieben. Hier konnte sie stattfinden: Die Versöhnung zwischen Traum und Phantasie einerseits und realer Vergangenheit andererseits. Wir erfahren Überraschendes von menschlichen und tierischen Parallelwelten, die in Wirklichkeit weit entfernt davon sind, sich zu begegnen, nicht jedoch in der Welt der Phantasie.

Doggenhündin "Rida" während der Hundstage

Hundstage

Soeben, wie dem Jahreskalender zu entnehmen ist, haben die sogenannten "Hundstage" begonnen, eine, wie der Volksglaube besagt, "ungute Zeit", in der, paradoxerweise, vielerorts nicht einmal der Kirchgang als zuträglich angesehen wurde.

Blässhuhn (Fulica atra)

"Berlin – Hauptstadt der Habichte"

Nicht nur rund um den Prenzlauer Berg gibt es einen neuen Trend. Vogelbeobachten ist schick geworden. Besonders in der Stadt. Aus gutem Grund. Mitunter ist es leichter, selten gewordene Vögel in der Stadt zu finden als auf dem Land. David Lindo erzählt davon in seinem Buch "#URBAN BIRDING". Er beobachtet Vögel rund um die Welt, in England, seinem Heimatland, darüber hinaus in Europa, aber auch in Addis Abeba oder in Nairobi.

Während Kämpfen mit anderen Gruppen greifen Grüne Meerkatzen-Männchen streitlustige eigene Gruppenmitglieder an.

Deeskalation bei den Makaken

Nicht nur Soziologen und Politologen untersuchen Aggression und Deeskalation. Denn die Blaupausen dafür finden sich bereits im Verhalten der Makaken angelegt. Die Anthropologen Jean Arseneau-Rober, Carel van Schaik und Redouan Bshary der Universität Zürich und Neuenburg erforschen, wie Männchen der Grünen Meerkatzen in Südafrika mit Gewalt junge männliche Gruppenmitglieder an kriegerischen Auseinandersetzungen mit benachbarten Gruppen hindern.

Kaninchenkautz im Zoo Berlin

Eulen, die unter der Erde wohnen

Was in Europa die Füchse und Turmfalken sind, die die Städte besiedeln, sind in Amerika die Coyoten, die durch New Yorks Central Park traben, – und zunehmend die Kaninchenkäuze in Buenos Aires. An diesen Eulenvögeln studieren Bart Kempenaers vom Institut für Verhaltensökologie Seewiesen und Jóse L. Tella mit Martina Carrete von der sevillanischen Estación Biológica de Doñana und Kollegen nun in Argentinien Genommuster und Verhaltensanpassungen.

Kohlmeise (Parus major)

Das Tier, das politische Wesen

Aristoteles hätte gestaunt darüber, wohin der von ihm erfundene Syllogismus führen kann. Wer sprechen kann, ist ein Subjekt, wie die Philosophen sagen, juristisch gesprochen, eine Person. Subjekte oder Personen haben Rechte. Tiere sprechen. Also haben Tiere Rechte. 

Tagpfauenauge

"Das Schillern des Todes"

Schmetterlinge, die viele tausend Kilometer reisen wie die Zugvögel. Schmetterlinge, die ihr Revier verteidigen, sogar gegen andere Arten. Das gibt es und darüber und vieles mehr erfährt man aus Peter Hennings neuestem Buch, "Mein Schmetterlingsjahr". Zum Beispiel, warum Nachtfalter, wie so oft in Versen bedichtet, die Scheinwerfer umschwirren. Prosaischerweise weil sie diese mit dem Mond verwechseln, der ihnen zur räumlichen Orientierung dient.

Mopsfledermaus

Die Schliche der Fledermäuse

Auch Mopsfledermäuse schleichen sich an ihre Beute heran, nicht anders als Löwen oder Hauskatzen. Das müssen sie, denn ihre Beute, eine Nachtfalterart, die Hausmutter, kann hören. Die Fähigkeit hat sie eigens entwickelt, um ihren Fressfeinden zu entkommen. Diesem evolutionären Wettrüsten einer Jäger-Beute-Beziehung ging man im Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen nach.

"Elegie für balancierende Elefanten"

Sechseinhalb Jahre schrieb Mikael Vogel an seinem jüngsten Gedichtband "Dodos auf der Flucht", dessen Protagonisten Tiere sind, die es nicht mehr gibt. Diesen immensen imaginären Raum voller Abwesenheiten entdeckte er über die Paläontologie. Andere der Verschwundenen sind Opfer menschlicher Gier oder Achtlosigkeit.