Umfrage

Gewalt im Namen der Götter?

Religiös-fundamentalistische Einstellungen werden häufig als ein wichtiger Erklärungsfaktor für extremistische Gewalt betrachtet. Empirische Belege sind aber rar. Um die Rolle gewaltlegitimierender Schriftverse zu untersuchen, haben die WZB-Forscher Ruud Koopmans und Eylem Kanol ein Umfrageexperiment unter gut 8.000 christlichen, muslimischen und jüdischen Befragten in sieben Ländern durchgeführt.

USA: Kirchenmitgliedschaften erstmals unter 50 Prozent

Im Jahr 2020 ist die Anzahl der Menschen, die einer religiösen Gemeinschaft angehören, in den USA zum ersten Mal unter 50 Prozent gefallen. Gläubige verlor vor allem die katholische Kirche. Den größten Zuwachs erhielt die Gruppe derer, die sich keiner Religion zugehörig fühlt. Diese umfasst atheistische, agnostische, spirituelle Personen und solche, die einen Glauben ohne eine Kirche ausleben. Vor allem das Alter scheint Einfluss darauf zu haben, ob Personen sich einer Glaubensgemeinschaft anschließen oder nicht.

Der Zeitgeist ruft

Die Moralvorstellungen der US-Amerikaner:innen sind so liberal wie nie. Zu diesem Ergebnis kommt eine seit 2001 jährlich durchgeführte Umfrage der Analytikfirma Gallup. Auch die jährlich durchgeführte Befragung "American Worldview Inventory" der Arizona Christian University zeigt, dass besonders jüngere Menschen sich immer weniger mit biblischen Moralvorstellungen  identifizieren. Die stärkste Polarisierung lässt sich bei den Themen Abtreibung und Transgeschlechtlichkeit beobachten.

USA: Mehrheit der Atheisten und Agnostiker gegen die Todesstrafe

Es war ein bedeutender Schritt in Richtung Menschenrechte, als US-Justizminister Merrick Garland am Freitag das Moratorium für die Todesstrafe auf Bundesebene verkündete. Eine Mehrheit der US-Amerikaner befürwortet die Todesstrafe. Allerdings zeigte sich in einer aktuellen Umfrage, dass Atheist*innen und Agnostiker*innen sich mehrheitlich dagegen aussprechen.

Wer glaubt an Homöopathie und Elektrosmog?

Immer weniger Menschen in Deutschland setzen auf Homöopathie und sogenannte Alternativmedizin. Gerade mal ein gutes Drittel (35 Prozent) glaubt, dass die moderne Medizin um alternative Heilverfahren erweitert werden muss, um den Patienten wirklich zu helfen. Noch geringer ist der Zuspruch zu Globuli & Co.: Nur 33 Prozent halten Homöopathie für mindestens ebenso wirksam wie konventionelle Medizin. Andere Behauptungen ohne wissenschaftliche Fundierung finden mehr Zuspruch in der Bevölkerung.

Keyvisual zur Erhebung „Von Verteidigern und Entdeckern“

Erstmals empirischer Nachweis für identitätspolitische Spaltung

Eine internationale Bevölkerungsumfrage des Exzellenzclusters "Religion und Politik" der Universität Münster weist erstmals die Spaltung europäischer Gesellschaften in zwei verfestigte Lager von nennenswerter Größe nach. In Deutschland vertritt ein Drittel derart entgegengesetzte Positionen. Es handelt sich um die bisher umfassendste Umfrage zu Identitätskonflikten in Europa.

Symbolbild

Umfrage zeigt Sorge vor radikalem Islam

Eine Mehrheit (66 Prozent) der Bevölkerung macht "Rechtsextreme" für die steigende antisemitische Gewalt verantwortlich – gleichzeitig aber halten 53 Prozent auch "radikale Islamisten" für die Ursache. Das zeigt eine gemeinsame Studie der Alice Schwarzer Stiftung, der Giordano-Bruno-Stiftung und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Dafür wurden vom Institut für Demoskopie Allensbach repräsentativ rund 1.000 Personen zu ihren Einstellungen zum Islam und Islamismus befragt.