Katholische Kirche

Mitglieder des "Aktionsbündnisses Betroffeneninitiativen" und Aktivistenvor dem Kölner Dom

Verwaltungsgericht muss nun entscheiden

Stadt Stuttgart drängt Demo von Missbrauchsbetroffenen ins Abseits

Mit der international berühmt gewordenen Großplastik "Der Hängemattenbischof" will das "Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen sexueller Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche" gemeinsam mit der Giordano-Bruno-Stiftung in Stuttgart während des Katholikentags demonstrieren. Obwohl die Demonstration vor vier Wochen ordnungsgemäß angemeldet wurde, will die Versammlungsbehörde den Protest ins Abseits drängen. Dagegen hat das Protestbündnis gestern Abend Klage beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht.

Amtsgericht Köln

Verunglimpfung von Homosexuellen – Volksverhetzung durch zwei Priester

Am 20.05.2022 wurde am Amtsgericht Köln das Strafverfahren gegen zwei Priester wegen Volksverhetzung gegen Zahlungen in Höhe von 3.150 und 4.000 Euro eingestellt (§ 153a StPO). Der polnische Priester Dariusz Oko hatte in einem Beitrag in der Fachzeitschrift "Theologisches" Homosexuelle unter anderem als "Parasiten" bezeichnet und mit einem "Krebsgeschwür" verglichen. Die Anklage richtete sich auch gegen den Chefredakteur der Zeitschrift, den Theologen Johannes Stöhr.

Symbolbild

Missbrauchsskandal

Spanien: Kirche zögert bei Zusammenarbeit mit Ombudsmann

Die spanische katholische Kirche hat jahrzehntelang sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige aus ihren eigenen Reihen vertuscht. Kinder, Jugendliche und Eltern wurden zum Schweigen gebracht, Priester auf andere Kontinente versetzt. Erst seit kurzem gibt die Kirche einige hundert Fälle zu. Der mit der weiteren Untersuchung betraute Ombudsmann soll kanonische Archive einsehen dürfen, eine Teilnahme an der Untersuchung schließen die Bischöfe jedoch aus.

Spaniens Kirche verliert weiter Gläubige, besonders junge Menschen wenden sich ab

Atheistischer durch die Pandemie

Obwohl Spanien einst als katholisches Land galt, verliert die spanische katholische Kirche seit Jahrzehnten Gläubige. Geschuldet nicht nur der Tatsache, dass jüngere Menschen seltener eines religiösen Glaubens bedürfen, sondern auch der Missbrauchs- und Finanzskandale der Kirche.

Kommentar

Woelkis wolkige Wahrheiten

Kardinal Rainer Maria Woelki hat die ihm vom Papst verordnete geistliche Auszeit scheinbar nicht genutzt, um sich in seiner Amtsführung auf biblische, ethische Grundaussagen zurückzubesinnen. Anders ist sein Umgang mit der Berichterstattung über die Spielschulden des Priesters aus seinem Erzbistum nicht zu erklären. Die Kölner Diözese soll insgesamt 1,15 Millionen Euro zum Teil aus einem bischöflichen Sondervermögen zur Tilgung bereitgestellt haben, aus dem auch Missbrauchsopfer entschädigt werden.

Atheisten Österreich: "Unser bester Mann in Köln"

Atheisten verleihen Kardinal Woelki Ehrenurkunde

Die Kölner KatholikInnen verzweifeln zunehmend an ihrem Kardinal Rainer Maria Woelki und seinem Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Ein massiver Anstieg an Kirchenaustritten ist die Folge - und das weit über die Grenzen Kölns hinaus. Die Atheisten Österreich würdigen Woelki deshalb nun mit einer Ehrenurkunde aufgrund seiner Leistungen für den Atheismus.

USA: Ex-Bischof Hubbard gibt jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauch zu

Um Skandale zu vermeiden und das Ansehen seiner Diözese zu schützen, soll Ex-Bischof Howard Hubbard jahrzehntelang den sexuellen Missbrauch katholischer Amtsinhaber an Minderjährigen vertuscht haben. Erst in diesem Monat wurde eine knapp 700-seitige Aussage bekannt, die Hubbard im vergangenen Jahr tätigte. Über Jahrzehnte soll er dutzende Verbrechen von elf Priestern gedeckt haben. Missbrauchsvorwürfe gegen sich selbst weist er zurück.

Sylvia Wagner

Die katholische Kirche und ihre dubiosen Zahlen – Betroffene sexueller Gewalt sorgen für Transparenz

Die katholische Kirche halte das Verfahren für Anerkennungsleistungen für die Opfer sexueller Gewalt intransparent, kritisieren Betroffene. Also kümmern sie sich nun selbst um Transparenz: Sie rufen Menschen, die schon Zahlungen von der Kirche erhalten haben, dazu auf, die Summen offenzulegen. Der Verein ehemaliger Heimkinder hostet das Formular auf seiner Webseite. Betroffene können dort anonym angeben, wie viel Geld sie für die erlittene sexualisierte Gewalt erhalten haben.

Palacio de las Cortes, Sitz des Abgeordnetenhauses

Wahrheitskommission ist vom Tisch

Spanien: Ombudsmann soll kirchlichen Missbrauch untersuchen

Lange hatte die spanische katholische Kirche sexuelle Übergriffe auf Minderjährige aus ihren eigenen Reihen vertuscht. Erst eine große Medienrecherche hatte zahlreiche Fälle aufgedeckt. Nachdem es bereits andere Länder vorgemacht haben, soll nun auch in Spanien eine unabhängige Stelle Untersuchungen durchführen. Nachdem zunächst eine Wahrheitskommission im Raum stand, wird sich das Parlament nun wohl doch für eine Prüfung durch den Ombudsmann entscheiden.