Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Rezension

Eine komprimierte Geschichte al-Qaidas

Der Islamwissenschaftler Behnam T. Said liefert in "Geschichte al-Qaidas. Bin Laden, der 11. September und die tausend Fronten des Terrors heute" eine komprimierte historische Beschreibung der terroristischen Organisation bis in die Gegenwart hinein und bezogen auf unterschiedliche Länder. Der Autor erweist sich als guter Kenner der Materie, gliedert den Stoff auch klar und strukturiert, hätte aber hier und auch noch etwas mehr analytische Einschätzungen in den Text integrieren können.

Nicht ganz gelungene Gesamtdarstellung

Einsamer-Wolf-Rechtsterrorismus

Der Politikwissenschaftler Florian Hartleb liefert in seinem Buch "Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter" eine Darstellung und Deutung zum Lone-Wolf-Terrorismus im Rechtsextremismus. Einerseits liefert er eine Fülle von relevanten Beispielen, Deutungen, Typologien, andererseits merkt man dem Text trotz formaler Gliederung eine gewisse Eile, mitunter fehlende Stringenz und Struktur an.

Plädoyer für einen anderen Umgang mit den Tieren

Der französische Schriftsteller und Wissenschaftler Frédéric Lenoir kritisiert in seinem Buch "Offener Brief an die Tiere und alle, die sie lieben" die Doppelmoral der Menschen gegenüber den Tieren und die Grausamkeiten entsprechender Praktiken. Dies geschieht mit leichter Hand, wobei der Autor für die Kenner der Materie wenig Neues bringt, gleichwohl zur Einführung ins Thema ein gutes Werk vorlegt.

Moskau

Eine nicht ganz so gut gelungene Warnung

Bedrohung der Freiheit durch Russland?

Der bekannte Historiker Timothy Snyder warnt in seinem Buch "Der Weg in die Unfreiheit. Russland – Europa – Amerika" vor dem Einfluss Putins bei der Destabilisierung westlicher Demokratien. Zwar kann der Autor dafür eine Fülle von Belegen präsentieren, indessen verstrickt er sich in geschichtsphilosophischen Spekulationen, verabsolutiert den Einfluss Putins und Russlands und ignoriert selbstgemachte Defizite westlicher Demokratien.

Über Verschwörungstheorien – es geht auch origineller und reflektierter …

Angela Merkel ist Hitlers Tochter

Die Journalisten Christian Alt und Christian Schiffer nehmen in ihrem Buch "Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien" die Leser mit auf eine Reise durch gegenwärtige Konspirationsvorstellungen. Dabei sind die Autoren mitunter mehr an der lockeren Schreibe denn der theoretischen Reflexion interessiert, wodurch das Buch an Originalität und Struktur vermissen lässt.

Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne

Globaler Antisemitismus

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn legt mit seinem Buch "Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne" eine Erörterung zur Judenfeindschaft als Teil einer Ambivalenz der Moderne vor. Insofern geht es ihm mehr um eine geschichtsphilosophische Erörterung, weniger um einen empirischen Vergleich – gleichwohl liefert der Autor eine Fülle von diskussionswürdigen Interpretationen, auch und gerade bezogen auf den israelfeindlichen Antisemitismus.

Aktuelle Studie erschienen

Warum werden Frauen Dschihadistinnen?

Die beiden jordanischen Islamismus-Experten Hassan Abu Hanieh und Mohammad Abu Rumman legen mit "Dschihadistinnen. Faszination Märtyrertod" eine Studie mit Fallbeispielen zum Thema vor. Auch wenn es sich nicht um eine repräsentative Arbeit handelt und ein rundes, einfaches Ergebnis ausbleibt, werden anhand von konkreten Personen viele individuelle Entwicklungswege anschaulich aufgezeigt und untersucht.

Ausschnitt aus dem Buchcover

Rezension

NSU-Serienmorde – Das Scheitern der Sicherheitsbehörden

Der Journalist Tanjev Schultz geht in seinem umfangreichen Buch "NSU. Der Terror von rechts und das Versagen des Staates" dem Scheitern der Sicherheitsbehörden bei den gemeinten Morden der Neonazis nach. Es handelt sich um eine ausführliche Beschreibung, der es an einer systematischen Analyse mangelt, gleichwohl vermeidet der Autor wilde Spekulationen und Verschwörungsvorstellungen.