Uganda: Wie eine „Science Week“ wissenschaftliches Denken fördert
An der Kasese Municipal High Humanist School in Uganda stand Ende September nicht das Auswendiglernen von Fakten, sondern die praktische Anwendung wissenschaftlicher Methoden im Mittelpunkt.
Foto: © Kasese Municipal High Humanist School / Robert Musubaho Bwambale
Während der jährlichen „Science Week“ führten die Schüler Experimente durch, erstellten Feldstudien, beschäftigten sich mit Umweltschutz und lernten, wie wissenschaftliches Denken dabei hilft, zwischen belastbaren Erkenntnissen und bloßen Annahmen zu unterscheiden.
Die Aktivitäten reichten von Experimenten zur Diffusion und zum Hookeschen Gesetz über Chemieversuche bis hin zu landwirtschaftlichen Projekten und einer groß angelegten Baumpflanzaktion. Im Biologieunterricht wurden Insekten klassifiziert und Nährstoffe in Lebensmitteln untersucht. Dabei ging es nicht nur um Fachwissen, sondern auch um eine zentrale Kompetenz wissenschaftlichen Denkens: das Beobachten, Bewerten von Belegen und Ziehen von Schlussfolgerungen.
Foto: © Kasese Municipal High Humanist School / Robert Musubaho Bwambale
Die Schule legt besonderen Wert darauf, Wissenschaft nicht als abstraktes Schulfach zu vermitteln. Die Schüler lernen, wie wissenschaftliche Methoden in der Landwirtschaft, im Umweltschutz, im Gesundheitswesen oder bei technischen Fragestellungen angewendet werden können. Die Verbindung von Theorie und Praxis zeigt den Schülern, dass Wissenschaft ein Werkzeug ist, um reale Probleme zu verstehen und zu lösen.
Schulleiter Robert Musubaho Bwambale beschreibt die Zielsetzung wie folgt: „Die ,Science Weeks’ sollen Neugier, Kreativität, Innovationskraft und kritisches Denken fördern. Junge Menschen sollen lernen, Fragen zu stellen, Ideen zu überprüfen und Lösungen auf der Grundlage von Vernunft und Belegen zu entwickeln. Gleichzeitig möchte die Schule Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Berufen wecken.“
Scientific Temper unterstützt die Schule seit mehreren Jahren und misst solchen Initiativen eine besondere Bedeutung bei. Wissenschaftliche Bildung vermittelt nicht nur Wissen. Sie stärkt auch die Fähigkeit, Behauptungen kritisch zu hinterfragen, Informationen zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen. Gerade in einer Zeit, in der Fehlinformationen und ideologisch geprägte Welterklärungen weltweit zunehmen, sind diese Fähigkeiten wichtiger denn je.
Die „Science Week“ 2026 zeigt eindrucksvoll, wie wissenschaftliches Denken und humanistische Werte zusammenwirken können. Wer lernt, Fragen zu stellen, Belege zu prüfen und die eigenen Überzeugungen an der Realität zu messen, erwirbt Kompetenzen, die weit über die Schule hinaus von Nutzen sind. Sie sind die Grundlage für verantwortungsvolle Entscheidungen, gesellschaftlichen Fortschritt und eine offene Zukunft.
Auch 2027 wird Scientific Temper die „Science Weeks“ unterstützen.