Gesundheit

Ärzte lassen Frau mit Fehlgeburt aus "Gewissensgründen" an Blutvergiftung sterbe

Katholischer Fundamentalismus in Italien

Für Empörung sorgt der Tod der 32jährigen Valentina Milluzzo am 16. Oktober 2016. Sie war im fünften Monat schwanger und wegen einer Fehlgeburt seit zwei Wochen im Krankenhaus in ihrer Heimat Sizilien gelegen. Dort verstarb sie an einer Blutvergiftung vor den Augen der Ärzte, die untätig blieben. "Aus Gewissensgründen" verweigerten sie der Frau die medizinisch notwendige Beendigung der Schwangerschaft weil beim Fötus noch ein Herzschlag wahrnehmbar war – obwohl der Fötus keinerlei Überlebenschance mehr hatte. "Meine Tochter schrie vor Schmerzen und der Arzt sagte, er könne nichts tun", sagt Valentinas Vater im Interview.

"Marsch für das Leben"

Fundamentalistisches Rollback

Keine Abtreibungen mehr im Kreis Schaumburg

Am Dienstag wurde bekannt, dass es im niedersächsischen Landkreis Schaumburg zukünftig keiner Frau mehr möglich sein wird, eine Abtreibung vorzunehmen zu lassen. Der Betreiber eines neuen Klinikums, der Agaplesion-Konzern, beruft sich dabei als gemeinnützige Aktiengesellschaft auf sein christliches Leitbild.

Forschung an nicht einwilligungsfähigen Demenzkranken

Hüppe fürchtet Dammbruch in der Demenzforschung

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe befürchtet nach der jüngsten Arzneimittelreform einen Dammbruch zulasten demenzkranker Menschen. Hüppe wertete den Beschluss des Bundestages für eine Ausweitung klinischer Arzneimittelstudien an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen, also etwa Demenzkranken, als Tabubruch. Der Wochenzeitung "Das Parlament" sagte der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, nach der 2004 beschlossenen fremdnützigen Forschung an Kindern sei dies nun der nächste Schritt, und es würden sicher weitere folgen.

Schimpansengruppe im Zoo Leipzig

Zusammen mit Freunden sind Schimpansen weniger gestresst

Wenn Menschen und andere in sozialen Gemeinschaften lebende Tiere Stress ausgesetzt sind, werden sie oft krank und sterben früher. Die Unterstützung von Freunden und Verwandten kann die negativen Auswirkungen von Stress eindämmen. Doch wie dieser Prozess funktioniert, ist unklar. Ein Team unter der Leitung von Roman Wittig, Catherine Crockford und Tobias Deschner vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat untersucht, wie frei lebende Schimpansen in An- oder Abwesenheit eines Freundes mit stressigen und nicht stressigen Situationen zurechtkommen.

Gesetz zu Demenzstudien

Kampf um uneigennützige verwirrte Senioren

Sang- und klanglos wollten Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Forschungsministerin Johanna Wanka sogenannte gruppen- bzw. rein fremdnützige Forschung an Demenzkranken zukünftig erlauben. Unter der Bedingung, dass die Betroffenen in einer vorsorglichen Verfügung zugestimmt haben. Jahre vorher, ohne wissen, welche Eingriffe dann überhaupt damit verbunden sein werden. Doch die Initiatoren und Befürworter der Neuregelung sind massiv in die Defensive geraten. Die für Juli geplante Abstimmung wurde auf den Herbst verschoben. Es müssen bohrende Fragen beantwortet werden.

Kundgebung und Solidaritätsmarsch zum Welttag der Seelischen Gesundheit in München

"Dir werd' ich helfen!"

Obwohl das Wetter am 10. Oktober 2016 durchaus den fröhlichsten Menschen in negative Laune versetzen könnte, ist die Stimmung um 16.30 Uhr auf dem Karlsplatz in der Münchner Innenstadt alles andere als bedrückend. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nnen verschiedener Münchner Organisationen, von psychischer Krankheit Betroffene sowie deren Angehörige haben sich mit Transparenten ausgerüstet und vor der kleinen Bühne versammelt. Den "Welttag der Seelischen Gesundheit" gibt es seit 1992 – in München wird er in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge als Aktionstag ausgerichtet.

Mehr als zwei Millionen Europäer infizieren sich jährlich im Krankenhaus

Verlorene Lebenszeit

Jedes Jahr infizieren sich rund 2,6 Millionen Europäer im Krankenhaus. Rund 90.000 sterben. Das haben Forscher um Alessandro Cassini von der Europäischen Infektionsschutzbehörde ECDC in einer weit angelegten Studie herausgefunden.

Stefan Mundlos forscht an seltenen Knochenerkrankungen, die durch veränderte Gene ausgelöst werden.

Der Humangenetiker Stefan Mundlos warnt vor Eingriffen in die menschliche Keimbahn

"Keine Genehmigung für solche Versuche"

BERLIN. (mpg) Das neue Verfahren "Genschere CRISPR/Cas" eröffnet in der Medizin zahlreiche Möglichkeiten, die Chancen und Risiken bergen. Für die Gentherapie von schweren Krankheiten wie Aids werden Hoffnungen in die neue Methode gesetzt. Wissenschaftler können ein krankhaft verändertes Gen in Körperzellen einfach ausschneiden, und es durch ein gesundes ersetzen. In China und Großbritannien gehen Wissenschaftler indes einen Schritt weiter: Im Labor treiben sie Versuche mit menschlichen, embryonalen Stammzellen voran.

Wie menschlich sind die neuen Renteneintrittsforderungen?

Vom Büro in den Sarg

BERLIN. (hpd) In den letzten Wochen überbieten sich vor allem Politiker der Union mit neuen Forderungen über das Renteneintrittsalter. Besonders die "Junge Union" machte Druck, aber auch die arbeitgeberfreundliche Flügel in der CDU und CSU raten dazu, die Lebensaltersrente schon bald erst mit regulär 70 Jahren antreten zu können. Desweiteren soll künftig eine regelmäßige Anhebung dieser Grenze erfolgen, wird bereits mit konkreten Gesetzesvorhaben gehandelt.

Mit HI-Viren (gelb) infizierte T-Zelle (blau) des Immunsystems.

Wissenschaftler analysieren die Dynamik, mit der sich HI-Viren verändern

Evolution im Zeitraffer

TÜBINGEN. (mpg) HIV wandelt sich rasant und bildet nach einer Infektion unzählige Virus-Varianten. Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Richard Neher vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen haben in Kooperation mit Arbeitsgruppen aus Stockholm die Evolution von HI-Viren in mehreren Patienten über einige Jahre analysiert. Diese Berechnungen erlauben nicht nur Rückschlüsse auf die Evolution von Organismen, sondern könnten auch bei der Impfstoffentwicklung hilfreich sein.