Islamismus

Rezension "Der Architekt des Islamismus"

Biographie des Gründers der "Muslimbruderschaft"

Die bekannte Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer legt mit "Der Architekt des Islamismus. Hasan al-Banna und die Muslimbrüder" eine Studie zur Frühgeschichte des Islamismus vor. Einerseits hat man es bezüglich der Darstellungen mit einer beeindruckenden und lehrreichen Forschungsleistung zu tun, andererseits fehlt es nicht selten an kritischen Einordnungen von Positionen und Strategien.

Flagge Pakistan

Pakistan: Lynchmob mordet wegen vermeintlicher Blasphemie

Anfang Dezember wurde Priyantha Kumara, Export-Manager einer Textilfabrik, von einem wütenden Mob in Sialkot der Blasphemie bezichtigt. Er wurde gejagt, totgeschlagen und sein Körper angezündet. Sein Vergehen war das Entfernen von Parteiwerbung aus Unternehmensräumen, die unter anderem mit religiösen Versen bedruckt gewesen sein soll. Dutzende beteiligten sich am Mord, hunderte an der Verbrennung, viele machten sogar Selfies mit dem brennenden Körper. 131 Verdächtige wurden festgenommen.

Pakistan: Islamistische Partei TLP wieder erlaubt

Pakistan hat das kürzlich erlassene Verbot der radikal islamistischen Partei TLP (Tehrik-e-Labbaik Pakistan) aufgehoben. Nachdem diese im Herbst 2020 ihre Anhänger wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen zu gewaltsamen Protesten aufgerufen hatte, wurde sie von der Regierung zur terroristischen Vereinigung erklärt. In einem Kompromiss hat die Partei nun zugesagt, künftig von Gewaltaufrufen abzusehen, während die Regierung sogar eine ihrer Forderungen dem Parlament vorgelegt hat. Die Aufhebung des Verbots ist ein klares Signal, dass das Land weiterhin an seinem drakonischen Blasphemiegesetz festhält.

Seyran Ateş

Kommentar

Seyran Ateş als "islamophob" verunglimpft

Das queere "Soura Film Festival" zeigte am 22. Oktober die Filmdokumentation "Seyran Ateş: Sex, Revolution and Islam". Eine vorgesehene Podiumsdiskussion über den Film, der die Gründung und Arbeit der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee zeigt, wurde kurzfristig abgesagt mit der Begründung, Seyran Ateş solle kein Podium für ihre "islamophoben" Auffassungen geboten werden.

Jungen und Mädchen lernten zuletzt gemeinsam in Afghanistan

Frauenrechtlerinnen appellieren: Taliban nicht als Regierung anerkennen

"Afghanistan braucht eine säkulare Regierung"

Nach der Machtübernahme der Taliban müssen viele Menschen in Afghanistan um ihr Leben fürchten. Säkulare und Homosexuelle werden mit dem Tod bedroht, Mädchen und Frauen von Schule, Beruf und Universität verbannt, sonst drohen ihnen barbarische Strafen. Sie sind die ersten Opfer der Islamisten, beklagt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Mit einer Burka verschleierte Frau in Afghanistan

Interview mit afghanischer Parlamentsabgeordneter

"Die Welt ist verantwortlich dafür, was in Afghanistan passiert"

Nach fast 20 Jahren Präsenz in Afghanistan haben die meisten NATO- und US-Truppen das Land am Hindukusch verlassen. Die radikalislamistischen Taliban konnten daraufhin beinahe "kampflos" die Macht übernehmen. Ihr Ziel: Die Gründung eines islamischen Gottesstaates. Aus Angst flohen in den Tagen nach der Machtübernahme zehntausende Menschen in Richtung Flughafen – die dramatischen Bilder gingen um die Welt. Doch was ist mit den Menschen, die noch immer in Kabul oder den ländlichen Provinzen ausharren? "Die internationale Gemeinschaft hat uns im Stich gelassen", sagt Farzana Kochai, 29-jährige afghanische Parlamentsabgeordnete, in einem emotionalen FaceTime-Telefonat mit Sven Lilienström, Gründer der Initiative "Gesichter des Friedens".