Medizin

Homöopathie – neuerdings "evidenzbasiert"?

Homöopathen freuen sich derzeit über den Umstand, dass das Wort "Homöopathie" in der neuen medizinischen Leitlinie zur komplementären Krebsbehandlung vorkommt. Das geht so weit, dass behauptet wird, nun sei die Evidenz der Homöopathie wissenschaftlich belegt und die Landesärztekammern sollten ihre Beschlüsse revidieren, Homöopathie aus den Weiterbildungsordnungen zu streichen. Das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) schafft Klarheit.

Werden Jungfräulichkeitstests und Hymen-Reparaturen bald verboten?

Auch im 21. Jahrhundert gibt es bei manch einer Eheschließung noch die Frage nach der Jungfräulichkeit der Braut. Kliniken bieten dazu Zertifikate an, die bescheinigen sollen, ob das Hymen der zukünftigen Ehefrau intakt ist. Die Untersuchung ist eine demütigende wie unwissenschaftliche Praxis, die beim falschen Ergebnis zu Gewalt oder Tod der getesteten Person führen kann. In England und Wales könnten Jungfräulichkeitstests, sowie medizinisch nicht notwendige Operationen des Hymens bald verboten werden.

Homöopathische Forschung – eine neue "Vorzeigestudie"?

Dass Homöopathie nach dem Stand der Erkenntnisse mit der in den Naturwissenschaften maximal möglichen Sicherheit eine spezifisch wirkungslose Scheintherapie ist, das ist inzwischen – natürlich mit Ausnahme der homöopathischen Interessensphäre – Konsens. Dass und warum nach wie vor klinische Forschung zur Homöopathie betrieben wird, wirft insofern Fragen auf. Eine aktuelle Studie will nun bewiesen haben, dass ergänzende homöopathische Therapien Überlebenszeit und Lebensqualität von LungenkrebspatientInnen verbessern können. Udo Endruscheit vom Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) hat sie sich genauer angesehen.

Triage: Wer soll zuerst behandelt werden?

Wessen Leben sollen Ärzte retten, wenn nicht mehr allen geholfen werden kann? Welche Kriterien dürfen bei der Auswahl herangezogen werden, welche sind unzulässig? Das Hans-Albert-Institut hat hierzu eine Stellungnahme veröffentlicht, die sich aus ethischer Perspektive mit Triage-Entscheidungen auseinandersetzt. Mögliche Implikationen ergeben sich daraus auch für die laufende Impfstrategie.

Globuli

Verbot für homöopathischen Corona-Impfstoff

Einen Corona-Impfstoff in homöopathischer Version hat eine Apotheke in Koblenz auf den Markt gebracht. Doch das Angebot währte nicht lange: Am Freitag verboten die Behörden den Verkauf. VertreterInnen der wissenschaftlich fundierten Medizin hatten in den Sozialen Medien heftige Kritik am Vertrieb des Produkts geübt. Die Affäre ist bezeichnend für die Praxis vieler Apotheken, pseudowissenschaftliche Scheinmedikamente ohne spezifische Wirkung zu verkaufen.

Gleichberechtigung!

Das Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten hat sich weiterentwickelt. Gut so, denn wir brauchen gegenseitiges Vertrauen und Kooperation. Und das nicht erst, wenn Covid-Impfungen auch in den Praxen anstehen, schreibt Natalie Grams in ihrer neuen Kolumne.

Ärzte rufen zur verantwortungsbewussten Kommunikation in der Corona-Pandemie auf

In einem heute veröffentlichten Appell rufen die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), die internistischen Schwerpunktgesellschaften und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) Ärzte und Wissenschaftler zur verantwortungsbewussten Kommunikation in der Corona-Pandemie auf. Da einige Expertenäußerungen nicht auf Evidenz basierten, werde der falsche Eindruck erweckt, dass es keine einheitliche Auffassung zur Pandemie-Bekämpfung gebe. Das Vertrauen der Bürger in ärztlichen Rat und politische Maßnahmen werde so verringert.