Rezension

Glauben ohne Christentum

(hpd) Ein Komponist, Altmeister seiner Kunst, legt ein religionskritisches Buch vor. Er begründet nicht nur, warum das Christentum ausgedient hat, warum es eine menschliche Erfindung und ein geistiges Fossil geworden ist. Dabei weiß er zwischen Religion und Religiosität zu unterscheiden und entwirft ein Szenario, den Glauben vor der Religion zu schützen und als Vision zu entwickeln.

Neuausgabe von Peter Kropotkins „Ethik“

(hpd) Der anarchistische Theoretiker Peter Kropotkin arbeitete bis Anfang der 1920er Jahre an dem Buch „Ethik. Ursprung und Entwicklung der Sitten“, worin die Entstehung einschlägiger Auffassungen zum Sozialverhalten aus der Evolution abgeleitet wird. Der Klassiker kann als früher Beitrag zum Selbstverständnis eines naturalistischen Humanismus gelesen werden, was nicht Kritik an einzelnen Aspekten des Werkes ausschließt.

Die Strache-FPÖ – rechtsextremistisch?

(hpd) Der Politikwissenschaftler Philipp Mittnik untersucht in seiner Arbeit die Entwicklung der österreichischen Freiheitlichen. Dabei hält er sie eindeutig für eine rechtsextremistische Partei, wofür zahlreiche Belege benannt werden, gleichwohl in einem analytisch nicht breiterem Rahmen.

Zur Re-Biologisierung der Gesellschaft

(hpd) In dem Sammelband zeigen die Autoren die Gefahren einer Renaissance biologistischer Deutungen auf. Dabei konzentrieren sich die Autoren auf eine kritische Auseinandersetzung mit einschlägigen Protagonisten von Konrad Lorenz bis Thilo Sarrazin, wobei man sich aber auch eine Differenzierung etwa zu Ansätzen aus der Evolutionsforschung und Soziobiologie gewünscht hätte.

Kritische Einführung in die Religion

(hpd) Der Publizist Alfred Binder liefert mit dem Buch „Religion. Eine kurze Kritik“ eine kritische Einführung zur Religion. Dabei setzt er sich argumentativ mit den entsprechenden Begründungen auseinander, verweist aber auch treffend auf die unterschiedlichen Funktionen des Glaubens.

„Antideutsche“ in der politischen Linken

(hpd) Der Publizist Anton Stengl will in seinem Buch „Antideutsche! Entstehung und Niedergang einer politischen Richtung“ eine politische Strömung innerhalb der Linken in kritischer Absicht darstellen. So informativ und materialreich das Buch ist, so ist es doch weitgehend ohne Sorgfalt und Stringenz zusammengestoppelt.

Von links nach rechts

(hpd) Der Historiker Manuel Seitenbecher geht in seiner Studie der politischen Entwicklung mancher Alt-Achtundsechziger von links nach rechts nach. Es handelt sich um eine überaus informative Darstellung mit differenzierten Einschätzungen, worin aber Analyse und Stringenz eine höhere Bedeutung hätten haben können.

Zum Selbstverständnis von Philosophie

(hpd) Der von Kurt Salamun herausgegebene Band erhält Erläuterungen und Texte zum Philosophie-Verständnis bedeutender philosophischer Richtungen im 20. Jahrhundert. Es handelt sich aufgrund der guten Strukturierung um einen wirklich gelungen Einführungsband zum Thema, der sich um eine differenzierte und faire Kommentierung bemüht.

Wohnt hier das Böse?

Berlin. (hpd) Der Wissenschaftler Felix Hasler hat den "Neuro"-Wahn untersucht und festgestellt, dass die Vorsilbe "Neuro" seit der in den 1990er Jahren von George Bush ausgerufenen "Dekade des Gehirns" jeden Wissenschaftszweig zum Medienereignis machen kann. Sein kritisches Buch "Neuromythologie" wurde im Festsaal der renommierten "Berlin School of Mind and Brain" vorgestellt.