Rezension

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Widerstand der Vernunft

Susan Neiman zeigt in ihrem jüngst erschienen Buch, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten. Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es bracht, werden die Lügen der "postfaktischen" Populisten Konsequenzen haben. Die Philosophin ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.

Star mit Futter

Jennifer Ackerman schreibt über "Die Genies der Lüfte"

Die Kultur der Vögel

Die Vögel sind in der Kognitionsforschung heute, was gestern die Bonobos waren. Immer neue Untersuchungen beschäftigen sich mit ihren erstaunlichen mentalen Fähigkeiten. Die Biologin und seit ihrer Kinderzeit Vogelbeobachterin Jennifer Ackerman, die für den "Scientific American" und das "New York Times Magazin" schreibt, näherte sich ihnen in "Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Fähigkeiten der Vögel" auf eine sehr persönliche Weise.

Marc Bekoff und Jessica Pierce beschreiben die Moral der Tiere

Kängurus achten auf Fair Play

Altruismus bei Tieren? Gar ein Sinn für Gerechtigkeit bis hin zu so komplexen sozialen Interaktionen wie Reue und Vergebung? All das gibt es, unterbreiten Marc Bekoff, der vor allem das Verhalten der Wölfe untersuchte, und die Biophilosophin Jessica Pierce in ihrer Untersuchung "Sind Tiere die besseren Menschen?" Sie bringen empirische Beobachtung auf den systematischen Begriff und kommen der Entstehung der Moral im Tierreich auf die Spur.

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Der Mord an den europäischen Juden

Der Historiker Christian Gerlach will in seinem Buch "Der Mord an den europäischen Juden. Ursachen, Ereignisse, Dimensionen" eine Kontextualisierung des Völkermordes vornehmen. Dabei geht er über eine bestehende eindimensionale Perspektive hinaus, worin das Verdienst seiner Studie zu sehen ist, lässt die Opfer aber meist nur als Zahlenwerk erscheinen.

Charles Darwin: "Die Entstehung der Arten" in kommentierter Neuauflage

Das wichtigste Buch der Biologie

Ohne die alles miteinander verbindende Evolutionstheorie wären die vielen Teildisziplinen der Biologie jede für sich einsame Inseln, getrennt voneinander in einem großen Meer der Wissenschaft: Die Neurobiologen wären zwar immer noch gefesselt von zuckenden Nervenzellen, die Botaniker trotzdem fasziniert von der Vielfalt der Pflanzenwelt und die Paläontologen würden dennoch die spannenden Knochenfunde vergangener Epochen vergleichen können. Jede Disziplin würde aber irgendwann immer an die gleiche Grenze mit der gleichen Frage stoßen: Warum? Sie könnten sich nicht untereinander auf Konferenzen austauschen und ihre Befunde vergleichen, denn ihnen fehlte das Konzept, mit dem sie ihre doch so völlig verschiedenen Erkenntnisse über die Natur in Einklang bringen könnten.

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Salafisten im Kontext

Der Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker geht in seinem Buch "Die Salafisten. Der Aufstand der Frommen, Saudi-Arabien und der Islam" auf die Entwicklung des Salafismus im historischen, politischen, sozialen und theologischen Sinne ein. Das Buch ist als Gesamtdarstellung auf engem Raum konzipiert, bringt entsprechend komprimiert wichtige Inhalte, hätte aber noch ein Mehr an analytischen Einschätzungen verdient gehabt.

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Die Beschwörung des Feindes in der populistischen Rhetorik

Der Philosoph Reinhard Olschanski untersucht in "Der Wille zum Feind. Über populistische Rhetorik" die Rhetorik von Populisten hinsichtlich ihrer Besonderheiten, wobei ihm die Feindbildprojektion als zentraler Punkt erscheint. Der Autor benennt zahlreiche wichtige Erkenntnisse, auch zur Differenzierung von demokratischer und populistischer Rhetorik, hätte aber insgesamt dem Buch mehr Struktur und Systematik zukommen lassen können.

Fethi Benslamas Deutungen

Die psychischen Bedingungsfaktoren des Islamismus

Der Psychoanalytiker Fethi Benslama legt mit "Der Übermuslim. Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt" eine Deutung zu den Ursachen vor, welche insbesondere auf Ent-Identifizierung- und Re-Identifizierungswahrnehmungen abstellen. Der Essay nimmt die individual-psychologischen Bedingungsfaktoren ins Visier, wirkt aber etwas zu assoziativ und unsystematisch konstruiert.

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Verwandtschaft ist ein Knochenjob

Viele Menschen, besonders Kinder und Jugendliche, interessieren sich für Paläontologie, weil sie Geschichten von blutrünstigen Raubsauriern spannend finden, wenige wissen jedoch, welcher "Knochenarbeit" (in doppelter Bedeutung) es bedarf, der Erdgeschichte ihre diesbezüglichen Geheimnisse zu entreißen. Kai Jäger, der ebenfalls bereits als Kind der Faszination "alter Knochen" erlegen war, führt – als nunmehr 30jähriger Wissenschaftler – die Leser auf "eine Reise zu unseren Ursprüngen".