Rezension

Ethikunterricht in Österreich

Politisch verschleppt – pädagogisch überfällig!

(hpd) Anton A. Buchers Büchlein – anders kann man diese nach Abzug des Inhaltsverzeichnisses, der Erläuterungen, Leerseiten und grafischen Darstellungen diverser Statistiken, nicht einmal 100 Seiten umfassende Schrift, kaum nennen – ist weder ein Sachbuch noch eine Studie. Es entspricht auch keinem anderen geläufigen Schema. Es ist das erste Beispiel für eine neugegründete Schrift-Gattung, nämlich der Protestnote in Buchform.

Sarrazin Opfer fehlender Meinungsfreiheit?

(hpd) Thilo Sarrazin legt mit “Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland” ein neues Buch vor, worin er die Debatte um seinen Bestseller “Deutschland schafft sich ab” kommentiert. Hierbei beklagt der Autor des millionenfach verkauften Werks eine Einschränkung seiner Meinungsfreiheit und “widerlegt” so kaum ernsthaft in der Debatte vertretene Auffassungen zu unterschiedlichen Aspekten von gesellschaftlicher Gleichheit.

Problemfall Religion – ein Kompendium

(hpd) Gerhard Czermak, promovierter Jurist -Staatskirchenrechtler- im Ruhestand, hat zu Beginn des Jahres 2014 sein neues Buch vorgelegt. Er nennt es kurz und bündig “Problemfall Religion”. Und nach dessen Lektüre kann der Rezensent feststellen, dass der Autor seinem eigenen Anspruch – formuliert im Untertitel – voll und ganz gerecht worden ist.

Ein ethisches Plädoyer für Tiere

(hpd) Die Journalistin und Philosophin Hilal Sezgin erörtert in ihrem Buch “Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen” Fragen wie “Dürfen wir Tiere quälen?”, “Dürfen wir Tiere töten?” oder “Dürfen wir Tiere nutzen?”. Ihr Plädoyer für einen anderen Umgang mit Tieren ist ethischen gut begründet, lässt aber die gesellschaftliche und politische Seite außen vor.

Auf dem Weg zu einer humaneren Religiosität

(hpd) Religions- und Kirchenkritik hat es in Deutschland nicht leicht, denn die meisten Verlage, Zeitungen und Sender wollen es sich nicht mit den Kirchen verderben. In dieser etwas anachronistischen Situation hat der von einem Theologen betriebene Tectum-Verlag neben seinem wissenschaftlichen Kernbereich eine Nische für “Religionskritik und Humanismus” eingerichtet, in die schon gut ein Dutzend Bücher aufgenommen wurden.

Populismus – eine Einführung

(hpd) Der Politikwissenschaftler Florian Hartleb legt eine Gesamtdarstellung zum Thema des internationalen Populismus im Sinne einer Bilanz des Forschungsstandes mit vielen Fallbeispielen vor. Das überaus informative und gut strukturierte Werk dürfte die kommende Auseinandersetzung mit dem Thema bezogen auf Konzeptionalisierungen und Problemstellungen begleiten.

Zur Religionspolitik von Rosa Luxemburg

(hpd) Anfang des Jahres erschien der 6. Band der “Gesammelten Werke” von Rosa Luxemburg. Er liefert auch Stoff zu einer Diskussion der “Staat-Kirche-Trennung”, wie sie um 1900 im sozialdemokratischen Umfeld der Freidenker in Deutschland geführt wurde und bis heute fortwirkt.

Ein Esel wehrt sich

(hpd) Vor fast genau 140 Jahren, am 9. Februar 1874, starb Sophie de Ségur, die erste Kinderbuchautorin der Welt. 1860 erschienen bei Hachette in Paris die “Erinnerungen eines Esels”, ein Roman für Kinder, zugleich ein erster flammender literarischer Appell für die Würde der Tiere. Nun ist er unter dem Titel “Abenteuer des Esels Cadichon” auf Deutsch zu lesen.

Salafismus in Deutschland

(hpd) Der Journalist Ulrich Kraetzer legt mit seinem Buch “Salafisten. Bedrohung für Deutschland?” eine Gesamtdarstellung zum Thema vor. Darin betont er insbesondere den Kontext von Ideologie und Taten, was in Beschreibung und Einschätzung abgewogen und differenziert geschieht.

Oktoberfest-Anschlag von 1980

(hpd) Der Journalist Ulrich Chaussy hatte bereits 1985 ein Buch mit dem Titel “Oktoberfest. Das Attentat” veröffentlicht, worin er ausführliche Kritik an der Einzeltäter-These bei der Deutung des Anschlags vom 26. September 1980 formulierte. Die Neuausgabe macht erneut auf Lücken und Ungereimtheiten bei der seinerzeitigen Aufarbeitung der Ereignisse ohne die Präsentation einer Gegen-Geschichte, aber auch ohne die Spekulationen von Verschwörungsvorstellungen deutlich.