Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Banken als Zombies?

(hpd) In dem Gesprächsband "Revolution oder Evolution. Das Ende des Kapitalismus?" diskutieren die beiden bekannten Kapitalismuskritiker David Graeber und Tomás Sedlácek über die Entwicklung des ökonomischen Systems. Zwar werden ab und an beachtenswerte Reflexionen vorgetragen, insgesamt erschöpft sich der Band aber in diffusen Monologen.

Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi

Über die Doppelmoral in der politischen Linken

BONN. (hpd) Die "Macht vor Moral"-Einstellung lässt sich auch in der politischen Linken ausmachen. Als aktuelle Bespiele dafür stehen die Ignoranz von rechtspopulistischen Entwicklungen bei der linken Regierungsbildung in Griechenland und der Umgang mit der Erinnerung an einen ermordeten Flüchtling in Dresden. Doppelmoral und Heuchelei begleiten die Beschwörung von "Antifaschismus" und "Antirassismus" in einer sich emanzipatorisch gebenden Szene.

Die Geschichte des Westens in den letzten 25 Jahren

BONN. (hpd) Der Historiker Heinrich August Winkler legt mit “Geschichte des Westens. Die Zeit der Gegenwart” den vierten und letzten Band seines gleichnamigen Projektes vor. Auch die Darstellung der Ereignisse der letzten 25 Jahre beeindruckt durch die enorme Kompetenz des Autors, man hätte sich aber mehr Ausführungen zum Spannungsverhältnis von westlicher Politik und westlichen Wertvorstellungen gewünscht.

Antisemitismus und Sexismus

(hpd) Die Soziologin Karin Stögner will in ihrer Studie “Antisemitismus und Sexismus” Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Diskriminierungsideologien erörtern. Man enthält bei der Lektüre viele Anregungen und Informationen zu weiteren Reflexionen, indessen fehlt es der Studie an Bodenhaftung und Systematik, wäre doch eine Konzentration auf eine bestimmte Fragestellung bzw. ein besonderes Untersuchungsfeld erkenntnisfördernder gewesen.

"Linker Kitsch"

(hpd) Die beiden Literaturwissenschaftler Bettina Gruber und Rolf Parr präsentieren in dem von ihnen herausgegebenen Sammelband “Linker Kitsch. Bekenntnisse – Ikonen – Gesamtkunstwerke” zehn Aufsätze zum Thema mit einem literaturwissenschaftlichen Schwerpunkt. So sehr die einzelnen Fallstudien inhaltlich interessante Anregungen und Thesen enthalten, so fehlt es doch in dem daher eher fragmentarisch wirkenden Band an einer allgemeineren Perspektive.

Der gewaltfreie Anarchist Leo Tolstoi

(hpd) Dass der weltberühmte Schriftsteller Leo Tolstoi ein überzeugter Anarchist war, belegen die Aufsätze in dem kleinen Sammelband “Die Sklaverei unserer Zeit”. Sie lassen einen gewaltfreien Gegner der Institution “Staat” erkennen, welcher aber sehr stark moralisierend und weniger analysierend seine auch heute noch beachtenswerte Gesellschaftskritik formuliert.

War die DDR eine totalitäre Diktatur?

(hpd) Der Politikwissenschaftler Florian Gräßler geht in seiner Studie “War die DDR totalitär?” der im Titel enthaltenen Frage im Sinne einer Fallstudie zur Prüfung der genannten Ansätze nach. Es handelt sich um eine gelungene Kombination von empirischem und theoretischem Vorgehen, wobei die belegte Angemessenheit der Totalitarismuskonzepte nicht mit einer Ignoranz gegenüber ihren Schwächen einhergeht.